Timo Helfrich

Seit meiner Geburt (1983) lebe ich vor den Toren der Eishockeymetropole Mannheim.
Eishockey verfolge ich begeistert seit meinem neunten Lebensjahr und spielte seitdem selbst aktiv beim MERC im Nachwuchsbereich bis hin zu den Amateuren. Nach vielen Jahren in der Hobbyliga hing ich vor kurzem meine Schlittschuhe an den Nagel.

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Die Geschicke der Adler Mannheim verfolge ich nun seit mehr als zwei Jahrzehnten und erlebte im Friedrichspark und danach in der SAP-Arena alle Höhen und Tiefen.

Hauptsächlich interessiere ich mich jedoch für das Geschehen in der NHL.
Meine besondere Leidenschaft für die beste Liga der Welt entwickelte sich bereits in meiner Anfangszeit als die Pittsburgh Penguins mit Mario Lemieux und Jaromir Jagr (ja der spielte schon damals…) zweimal hintereinander Stanleycup-Sieger wurden. Es war die Zeit von Wayne Gretzky bei den LA Kings, Patrick Roy in Montreal und Mark Messier, Brian Leach und Mike Richter im Dienste der New York Rangers. Ich könnte hier noch viele weitere Spieler aufzählen. Aber auch die damals neue Franchise der Anaheim Mighty Ducks mit ihren beiden Stars Paul Kariya und Teemu Selanne zog mich in ihren Bann. Ja es gibt viele Gründe, die mich an der besten Liga der Welt faszinieren. Dem Thema Fazination NHL könnte ich einen eigenen Artikel widmen und würde wohl trotzdem nicht alles aufzählen können.

Mit dem Schreiben über Eishockey sammelte ich erstmals Erfahrung als ich die Spielberichterstattung meiner damaligen Hobbymannschaft übernahm. Das positive Feedback meiner Mitspieler bestärkte mich zusätzlich in meiner Entscheidung vor zwei Jahren einen eigenen Blog über die NHL ins Leben zu rufen.
Hierdurch entstand auch vor kurzem der Kontakt mit unserem Chefredakteur Frank Göbel. Ich musste nicht lange überlegen und schloss mich direkt dem Team von Bully – Der Eishockeyblog an.
Als berufstätiger Familienvater bleiben mir meist nur die späten Abendstunden um meine Artikel auszuarbeiten.
Ich freue mich meine Leidenschaft zu diesem Sport über den Blog Bully mit Euch teilen zu dürfen.
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Abenteuer Hockey im Ausland / Part III

 

von Diana Jansen

 

Nach knapp vier Monaten und einigen Ups and downs endete mein „Abenteuer Hockey in Italien“ mehr als unerwartet mit einer Nachricht meiner Mitstreiterin, ob ich abends kommen würde, da es das letzte Training der Saison sei.

Fast schon geschockt und vor allem traurig, dass ich nicht teilnehmen konnte muss ich jetzt bis Anfang September ohne Hockey überleben. Was bleibt mir nun also noch anderes übrig, als ein Fazit der letzten Monate zu verfassen?

 

Nachdem ich anfangs trotz der vielen Ähnlichkeiten große Probleme hatte, mitzukommen, wurde es mit jeder Woche leichter. Natürlich bin ich immer noch Verteidiger durch und durch, aber ich verstehe den Sturm nun etwas besser. Bis auf wenige Ausnahmen wurde ich von meinen Mitspielern in den Sturm gestellt. Mit lieb gemeinten Erklärungen in Englisch und Italienisch versuchten sie auch immer wieder, mir zu erklären, wo ich zu stehen hatte. Ich verstand die Worte und auch, was ich tun sollte, doch konnte ich auf dem Feld kaum etwas damit anfangen. Es erschloss sich mir einfach nicht, und mein „Stolz“ verbot mir, einfach aufzugeben. Ich biss mich durch und passte mich den auf dem Feld präsenten Spielern an, anstatt mich an Theorien zu halten –und siehe da, es hat funktioniert! 

Da wir immer nur mit maximal 16 (und das nur ein einziges Mal) Personen trainiert haben, war es ein leichtes herauszufinden, wie die anderen spielen. So konnte ich entweder:

– einfach mitlaufen und hoffen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein oder halbwegs gute Pässe geben zu können oder

– mich in die Verteidigung zurückfallen lassen, während die anderen zum Tor liefen.

Natürlich funktionierte dieser Plan nicht immer und ab und zu stand ich auch mehr im Weg als hilfreich zu sein. Allerdings legte sich das schnell (ausgenommen Trainingseinheiten, bei denen wir 4 auf 4 ohne Wechselspieler 10-15 Minuten durchgespielt haben) und ich konnte ebenfalls ein besseres Verständnis des Positionsspiels verzeichnen. Tempomäßig konnte ich zuletzt sehr viel besser mithalten, jedoch gab es zwei oder drei Spieler, die mich immer wieder überliefen –oder in mich reinliefen. Man merkte eben, dass das Tempo der italienischen dritten Liga schon mit der ersten heimischen Liga vergleichbar war.

 

Nichtsdestotrotz wurde ich auch von (fast) allen ordentlich ins Trainings– und Spielgeschehen integriert. Regelmäßige Pässe (die ich leider nicht immer ideal aufs Tor bringen konnte), Lob und Freude als ich dann mal der einzige Glückspilz war, der den Pfosten so traf, dass es als Tor bzw. Punkt zählte, wenn kein Goalie da war. Die Bemühungen, mir die Modalitäten fürs Tor noch mal langsam und verständlich zu erklären –jede Woche gab es neue Ideen– und noch so viel mehr machten es mir einfacher, mich auch integriert zu fühlen. 

Ab und an sorgte ich natürlich für einen Lacher, wenn mal wieder eine meiner Rollen den Geist aufgegeben hatte oder ich mich über mein Unvermögen mit diesem vermaledeiten Puck aufregte. Zwei Rollen musste ich in den Frühruhestand schicken, da entweder ein rausgebrochenes Stück oder die neue eckige Form für ein komisches Gefühl beim Skaten sorgten! Und dann war da zuletzt noch die Rolle, die heimlich, still und leise gebrochen war. Ich dachte schon, ich wäre beim Rückwärtsfahren über eine Linie gestolpert, doch beim genaueren Hinsehen kam ein netter Riss zum Vorschein, der in bestimmten Positionen am Skate die Rolle zum eiern brachte.

Meine leider letzte Interaktion mit der Mannschaft war ein Abendessen des Vereins, bei dem dann auch Trainer und Vorsitz realisierten, dass sie mich an dem Abend wohl zum letzten Mal sehen würden. Auch wenn ich normalerweise (wie auch zu Hause) beim Training nicht viel gesprochen habe, merkte man schon, dass sie es auf ihre Weise schade fanden. Der Trainer lobte noch meine Passion für den Sport und dass ich mich durchgebissen hatte, und das war es dann auch schon. Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Hockeys –egal ob Eis- Skater- oder Inlinehockey– ist etwas ganz Besonderes, und das konnte ich auch hier spüren.

 

Bereue ich meine Entscheidung, den ganzen Stress mit dem Ausrüstungstransport, Zugfahrten und zuletzt einer anderen Sportvariante auf mich zu nehmen? 

Ganz und gar nicht! Auch wenn ich –nicht zuletzt auch aufgrund des hohen Altersunterschiedes– eher keine Freundschaften fürs Leben geschlossen habe, war es eine positive Erfahrung. Etwas, an das ich mich gerne erinnere. Ich habe nicht nur etwas über Hockey in einem anderen Land, sondern auch über mich selbst gelernt. Außerdem war es so etwas einfacher, meine Mannschaft zu Hause nicht ganz so sehr zu vermissen. 

Werde ich diese Spielvariante vermissen? Ein klares nein! Natürlich ist es eigentlich der gleiche Sport, aber ich kann es schon kaum erwarten, vom Flieger in die Halle zu fahren und mit einem Ball zu trainieren!

Zuletzt bleibt mir nur noch eines zu sagen: Danke! Danke Paolo für die Hilfe bei der Organisation vor meiner Ankunft. Danke Laura für deine Hilfe während des Trainings und die Möglichkeit, ab und an dein Anhängsel zu sein. Danke Stefano, dass du mich nicht angeschrien hast, auch wenn ich die Übung nach fünf Versuchen immer noch nicht verstanden habe oder nicht sofort die richtige Position im Spiel gefunden habe. Danke Flying Donkeys Empoli, dass ich –wenn auch nur für kurze Zeit– ein Teil der Mannschaft sein durfte!

Bonn vs. Düsseldorf / Not your usual Tabellenletzter

von Frank Göbel

Spiele gegen den Tabellenletzten sind auf den ersten Blick eine Möglichkeit zur Befreiung. Man hat gefühlt mehr Platz zum kombinieren und kann sich aus (persönlichen) Krisen spielen.

In der Skaterhockey Landesliga Rheinland kam es am Sonntag zu so einem Duell. Bonn Thunder erwartete den Tabellenletzten Düsseldorf Flyers. Die Cracks der Altbierstadt sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ja, man grüßt von ganz hinten. Aber, die letzten drei Partien wurden lediglich mit 4, 5 und (nur) 3 Toren Unterschied verloren. Im Skaterhockey ist das so gut wie garnichts. Darüber hinaus wissen sie, wo das Tor steht. 69 geschossenen Buden bedeuten Platz 5 in dieser Wertung over all. Da kommt es nicht von ungefähr, das sich mit Max Nolte ein Spieler der Flyers unter den Top 10 der Liga befindet.

Bonn hat am vergangenen Wochenende Moral und Teamgeist bewiesen und dem RSC Aachen alles abverlangt. Am Ende fehlte dann aber die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (4-6).

Heute werden Martin Nüse und Flo Zimmermann mit seinen Mannen alles daran setzen hier einen Heimsieg gegen Düsseldorf einzufahren und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

 

Pump-Up-Song:

Oasis –  „Fuckin‘ in the Bushes“

 

 

Und die ersten Chancen gehörten für wahr Düsseldorf. Allen voran Nolte, der seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellt.

Es braucht ein paar Minuten bis Bonn bissiger wird in Person von Chris Warnke und Andreas Koch. Und auch starke One-Timer von Nüse und Zimmermann bringen zunächst nicht den erwünschten Ertrag.

Da muss es über die Kombination gehen. Nüse bedient mustergültig den freistehenden Koch, der keine Probleme hat einzunetzen. 1-0. 

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Düsseldorf setzte aber immer wieder Offensive Nadelstiche.

Ein Hammer von Dennis Schmiege sollte aber erst einmal für Ruhe sorgen. 2-0.

Wir erwähnten den Max Nolte? Dieser weiß bekanntlich, wo die Hütte steht. Und so macht er nach Zuspiel das 2-1. Der erste Treffer für die Flyers. Und es kommt noch „besser“. Ein Ball, der nicht aus der Bonner Zone geschlagen wird, kommt postwendend zurück und da hat Düsseldorf auch keine Probleme. Marcus Wagner zum 2-2.

Und so zerfällt das toll aufgebaute Selbstbewusstsein von einer 2-0 Führung.

Marc Gohsen gilt im Bonner Team als Ruhepol. Und so „schleicht“ er sich in die Düsseldorfer Zone, kuckt sich den Torwart aus und markiert mit einem gefühlten Schlenzer das 3-2.

Puh. Führung zurück und erst einmal in die Pause zu. Schnaufen.

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Das mit dem Schnaufen nahmen leider einige Bonner zu genau. 5 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Wagner für Gäste mit einem Schlagschuß. 3-3.

Wie gut, das man einen Martin Nüse hat. Der kann aus fast jeder Situation Torgefahr generieren. So auch beim erneuten Führungstreffer, als er zwei Spieler aussteigen lies.

Warnke dann noch humorlos zum 5-3 war dann der Knackpunkt für die nächsten Minuten. Das Team war jetzt im Flow. Jede wollte den Ball und sich ins Spiel einbringen. Das gab viel Spielfluss und auch Torchancen.

Da machte es auch nichts, das Kramer mit einem klassischen Sonntagsschuß das 5-4 machte. Nüse und Warnke konnten im Sturm machen was sie wollten. Fast jeder Angriff brachte Torgefahr. Und sogar ein Bendikt Olbertz (Stay-At-Home Verteidiger) mischte jetzt vor dem gegnerischem Tor mit.

Warnke und Gohsen machten die Treffer zum 6-4 und 7-4.

Tragischer Held in diesem Drittel war Andreas Koch von den Bonnern. Dieser hatte gefühlt 20 Chancen. Leider ohne Fortune. Das Kopfschütteln gehörte nun zu seinem festen Reportoire. 

Das letzte Drittel wurde ebenso geführt  wie das zweite. Allerdings fing es auch so an. Nach einer zu soften Verteidigung markiert Gerrit Schneider den Anschlußtreffer für Düsseldorf (7-5).

Langer Hafer auf Nüse, der den Ball in der Luft abfängt und das Tor wie selbstverständlich macht (8-5).

Zimmermann und Jonas Rubbert machen dann noch die 10 voll. Bonn in Full Control.

Flo Zimmermann, der heute wieder eine bärenstarke machte, mit einem Schlagschuß zum 11-5. Und weil er das von links kann, beweist er uns das auch noch vom rechten Bullypunkt. 12-5.

Nüse mit einem Highlighttor zum 13-5. Wenn es läuft, dann läufst einfach.

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Koch kam dann aber doch nochmal zum Erfolg. Ein Rebound, den er eigentlich garnicht vergeben konnte. 14-5.

Und so fällt die Partie doch etwas einseitig aus. Sei es drum. Sowas darf dann auch mal sein. Und Düsseldorf?! Die waren garnicht so schlecht, wie das Ergebnis es vermuten lässt. 

Aber wenn Nüse, Warnke und Zimmermann losgelassen werden, kann sie nur schwer aufhalten.

Jetzt ist erst einmal Sommerpause. Am 16.9. erwartet man dann die Crash Eagles Kaarst zum Tanz. Das wird definitiv kein Selbstläufer wie heute.

Jetzt aber erstmal Füße hochlegen und die Sonne genießen!

 

Don’t call it Schnitzel / Bonn vs. Aachen

von Frank Göbel

 

Es gibt sportliche Zusammenkünfte, die brennen sich ins Hirn wie die Sonne am heutigen Juli-Sonntag.

Rot-Weiß-Essen gegen den Wuppertaler SV, Team USA gegen die Sbornaja oder wie heute Bonn Thunder gegen den RSC Aachen. Das ist mittlerweile ein Evergreen der Skaterhockey Landesliga Rheinland. Heute wird das nächste Kapitel dieser beiden Teams geschrieben.

Frei nach Beckenbauer :“We call it a Klassiker.“ I call it Spieltag in der Landesliga. Das ist Superlative genug.

Apropos Klassiker:

 

 

Pump-Up Song

Meliah Rage – „The Beginning of the End“

 

 

Auf Seiten der Bonner müssen unter anderem Routinier René Odenthal, Kapitän Christian Schmidt und Zaubermaus David Munde passen. Es gilt außerdem den Weggang von Chris Warnke zu kompensieren, der sich beruflich verändert hat.

 

 

Aktive Anfangsminuten von beiden Seiten. Die angenehmen Temperaturen tragen dazu bei. Aachens Urgestein Evers mit dem ersten Warnschuss.

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Die erste Bonner Möglichkeit kam von Martin Nüse, der blank auf Aachens Torfrau Schmachtenberg fuhr. Der Rebound konnte von Klemens Degle leider nicht verwertet werden.

Bonn steigerte sich und hatte weitere zahlreiche Tormöglichkeiten. Das Highlight der vergebenen Chancen hatte aber Nüse, der sich traumhaft durchsetzte, das glänzender Ende aber leider nicht krönen konnte.

Und dann kam Aachens Christoph Lux. Der aus zweiter Reihe abzog und das erste Tor markierte. Das war gelinde gesagt ein Nackenschlag, den man bis Köln hören konnte.

Das Team der Bonner brauchte ein paar Minuten um sich wieder zu fassen. Dann lief der Zug aber wieder nonstop Richtung Aachener Tor. Florian Zimmermann war hier stetiger Antreiber und gab starke Impulse an seiner Vorderleute. Nur der Ausgleich wollte nicht fallen.

Die verstreichende Zeit, addiert mit den vergebenen Chancen fingen langsam an zu wirken. Aachen konnte kurz vor Ende des ersten Drittels nochmal Druck machen. Kam aber an Torwart Kevin Wolf hier erstmal nicht vorbei.

Die Pause tat den Bonnern gut. Schnelles Kombinationshockey mit Schwerpunkt Offensive war jetzt Spielplan. Und nach dem xten Odd-Men-Rush war es Jonas Rubbert der das glückliche Händchen hatte und den Ausgleich markierte.

Zu diesem Zeitpunkt war Bonn hier tonangebend. Punkt.

Aber nur wenige Augenblicke später leistet sich die Bonner Abwehr einen kapitalen Stolperfehler und Sebastian Wiegmann hat keine Probleme einzunetzen. 

Schon wieder Rückstand, schon wieder Anrennen gegen eine gut organisierte Aachener Abwehr. Und so sehr man sich bemühte, der Ausgleich lies dieses Mal auf sich warten. Es sollte gar noch schlimmer kommen. Wiegmann und Tobias Meurer schraubten Aachens Torausbeute zur Mittte des zweiten Drittels auf 4 Tore hoch. Das saß. Und auch die Auszeit sollte keine Besserung bringen.

Man raffte sich aber noch einmal auf zu einem Angriff. Degle bediente Nüse musterhaft und da waren es nur noch zwei Tore Unterschied. 2-4 nach 40 Minuten. Da sollte was im letzten Drittel gehen!

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Und der Sekundenzeiger an der altehrwürdigen Halle hatte gerade zwei Umdrehungen hinter sich als Florian Zimmermann einen Hammer auspackte und mit seinem Sniper endlich das dritte Tor machte.

Jetzt war hier Musik drin. Auch die zahlreich erschienen Fans machten jetzt Stimmung. Jetzt war man wieder in der Partie und gewillt den Ausgleich zu schießen.

Aber die Aachener Printen wurden ihrem Ruf als Nemesis für Bonn wieder mal gerecht. Dominik Heulmanns netzte zum 3-5 ein. Wieder zwei-Tore. Motivationsprobleme? Nicht bei den Bonnern. Egal ob Nüse, Degle oder Rubbert. Sie gaben heute alles um die Torfrau der Aachener zu überlisten.

Wiegmann machte nur wenige Minuten nach dem fünften Gegentreffer noch das 6. Tor und schloss damit eine schöne Kombination ab.

3 Tore. Das wurde jetzt richtig bitter.

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Aber wie auch immer. Aufgeben war heute keine Option. Es wurde gekämpft bis zum bitteren Ende. Nüse markierte noch das 4-6. Ein sehenswerter Treffer, der aber leider nichts mehr bewirken sollte.

Auch wenn man hier 10 Tore gesehen hat, muss sich kein Torwart vorwerfen lassen, schlecht gespielt zuhaben. Aachens Torfrau Eva Schmachtenberg oder Bonns Kevin Wolf haben heute ihr Können mehrmals unter Beweis gestellt. Glück ist auch ab und zu dabei. Es gab heute zahlreiche Pfostenschüße!

Am Ende muss Bonn sich (mal wieder) vor Augen führen, das der Aufwand nicht zum Sieg gegen Aachen gereicht hat.

Aber insgesamt hat man, speziell im letzten Drittel, eine gute Teamarbeit gesehen. Auch ohne die oben erwähnten Stützen. Florian Zimmermann hat hier heute das Ruder an sich genommen. Hat oft die „Schnauze aufgemacht“ und Anweisungen gegeben. Top Partie vom quirligen Bonner mit der #66!

Nächsten Sonntag kommt Schlußlicht Düsseldorf. Mit so einer Perfomance wie heute, sollten da auf jeden Fall Punkte drin sein.

 

 

ESC München / 5 Fragen

von Frank Göbel

 

Bully: Hallo, für alle, die euch noch nicht kennen, wer ist der ESC München?!

ESC München: Nach der Pleite des EC Hedos München, hat sich in dem Jahr 1995 der nachfolge Verein ESC München gegründet. Mit einer Seniorenmannschaft und Nachwuchsmannschaften hat alles begonnen. Bis zur Saison 1998/99 als sich die sehr erfolgreiche Seniorenmannschaft des ESC München auflöste. Daraus wurden die damaligen München Barons. Seit der Auflösung der Seniorenmannschaft, hat sich der ESC München komplett auf die Nachwuchsarbeit konzentiert.

 

Bully: Glückwunsch zur neugegründeten Frauen-/ Mädchenabteilung. Das ist in diesen Zeiten, in denen Eishockey Randsportart in Deutschland ist bestimmt mutig. Was war die Motivation dahinter?

ESC München: Es war schon länger unser Gedanke, etwas Neues in München aufzubauen. Durch die drei nicht so erfolgreichen Spielzeiten mit dem VfR Angerlohe, haben wir uns dazu durchgerungen einen Neustart zu wagen, dabei hat uns der ESC München mit seiner Erfahrung die passende Plattform gegeben.

 

Bully: Auch die Münchener Politik fördert euer Vorhaben. Das ist für viele Vereine in Deutschland ein Traum. Woran liegt das?

ESC München: Die Stadt München hat kundgetan den Frauensport in München zu fördern. Dabei sollte der Verein eine klare Philosophie verfolgen.

 

Bully: Spürt ihr eigentlich etwas von dem Silber-Gewinn von Pyongyang? Gab es einen Ansturm von Anmeldungen nach dem zweiten Platz der Herren?

ESC München: Wir als Frauenmannschaft konnten keine Veränderung diesbezüglich feststellen, aber unser Hauptverein der ESC München hat wie alle Vereine im Nachwuchsbereich, Zuwachs von Mädls und Jungs bekommen.

 

Bully: Bayern ist traditionell dafür bekannt, das fast jedes Dörfli eine Eisfläche oder ein Eisstadion hat. Gibt es viele Knaben, die tatsächlich vom Fußball „verschont“ bleiben?

ESC München: In der Regel ist Fußball, grad durch die großen Vereine, Thema Nummer 1. Es wir auch immer schwieriger in Bayern das Eishockey aufrecht zuhalten, da Eishockey eine sehr teure und zeitintensive Sportart ist, ist es in den ältern Jahrgängen immer schwerer komplette Mannschaften für den Spielbetrieb anzumelden.

 

Columbus Blue Jackets / Not your usual Fans

von Frank Göbel

Als ich mit der Hauptperson dieses Artikels skype, scheint ihm die nordamerikanische Abendsonne ins Gesicht. Nach ein paar Minuten nimmt er einen Schluck aus seiner Tasse, blickt in die Ferne und sagt:“ This all went crazy!“

Was genau „Crazy“ war, ist ein weiterer Beleg dafür, das soziale Medien mehr als nur Ablageort für blöde Sprüche und flache Informationen ihrer Nutzer sind. Es ist Beweis, das Kreativität honoriert und sogar landesweit Erwähnung finden kann.

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Matthew (rechts) ist bei fast jedem Spiel dabei.

 

Aber wir müssen zurückgehen. In die 90er Jahre. Ort: Columbus Ohio. Zugegeben, Columbus hat die Charakteristika von Bielefeld. Nicht die ganz große Nummer, aber zum Vergessen einfach zu groß.

Der jugendliche Matthew Pfeffer spielt mit seinen Buddies auf der Strasse Skaterhockey. Und Matthew ist Hockey-Crazy. Sein ganzes Leben dreht sich um den Kufensport, der in Nordamerika sich großer Beliebtheit erfreut.

 

Ich erwähnte, dass Columbus nicht der sportliche wie wirtschaftliche Nabel der Welt ist. Das beinhaltet leider auch, dass es zu diesem Zeitpunkt lediglich Amateurhockey zu sehen gibt. Die Franchise „Columbus Chill“ trat in der ECHL (Eeast Coast Hockey League) an. Kaum der Rede wert.

Aber es kam der Herbst 2000! Und was für einer. Die Big League NHL (National Hockey League) hatte beschlossen, Columbus eine Franchise zu geben!

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Das Team nennt sich die „Columbus Blue Jackets“. In Anlehnung an die bedeutende Rolle des Staates Ohio im Bürgerkrieg der „Blaujacken“. (Haben wir wieder was gelernt.)

Es ist nicht überliefert, wie sich Matthew gefühlt hat, als der erste Puck zum Seasonauftakt eingeworfen wurde, aber gehen wir mal davon aus, dass es für ihn ein schöner Tag war. Und Matthew ist fast jedes Spiel mit seinen Kumpels da um die Blue Jackets nach vorne zu peitschen.

 

Wenn man sportlich am Anfang auch nach Strich und Faden übers Eis gezogen wurde, Matthew und seine Kumpels kamen weiterhin zu den Spielen.

Aber die drei Jungs hatten mehr vor. Sie wollten sich dem Club verbundener fühlen. Was macht man da? Man gründet einen Fanclub. Und was als witzige Idee begann, ging über Nacht „viral“. Sie nannten sich „5th Line“. In Anlehnung, dass es im Eishockey 4 Sturmreihen gibt und man als fünfte Reihe als Fans hinter ihnen steht.

Diese Idee fanden nicht nur die drei gut. Auf Twitter hatte man schnell 5000 Follower zusammen. Das rief sogar die Offiziellen der Blue Jackets auf den Plan. Die fanden die Idee so gut, dass sie die 5th Line in ihre Promotionstrategie integrierten. Landesweit auf ganz großer Bühne!

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Was für ein Erfolg für drei Hockeyverrückte Jungs aus Columbus.

Dass die Kreativität bei Matthew ein zuhause hat, hat er ja schon bewiesen. Aber sein aktuelles Projekt kann sich auch sehen lassen.

Matthew hat in Columbus einen Klamottenladen. Was verkauft er da? Selbsdesignte T-Shirts und Pullis. Der Clou: Sie alle sind lokal und lokal-sportlich antizipiert. Matthew ist allgemein sportbegeistert. Basketball (Cleveland Cavaliers), Baseball (New York Yankees) oder Football (Cincinatti Bengals) zählen zu seinen großen Interessen. Und diese Liebe verewigt er auf T-Shirts und verkauft sie in seinem Shop „Lamp Appereal“.

Der Laden boomt. Die Menschen lächzen nach lokalen Statements. Gerade Ohio, der ja jetzt nicht in aller Welt bekannt ist, hält was auf sich. Es ist diese „Dorf“-Gemeinschaft. Wir gegen den Rest der Welt. Das ist in etwa auch die Mentalität des Eishockeyteams, wenn man sich gegen Big Towns wie New York, Boston oder Los Angeles schlagen muss.

Das ist sympathisch und animiert zum Mitmachen. Auch als Deutscher. Ich habe mich bereits in einige Shirts verliebt. Und ja, man versendet gerne auch bis Germany!

Am Ende unseres Skype-Gespräch, stellt Matthew in Aussicht, dass er heute noch viel vorhat. Umzugskartons packen, zum Beispiel. Sein Shop zieht um. In Flughafennähe. Da hat er dann „seinen“ Laden und muss nicht wie hier monatlich was abdrücken, dass er seine Shirts verkaufen darf.

Der Businessplan für Matthew steht. Voll auf Kreativität und offene Möglichkeiten in alle Richtungen.

 

https://www.lampapparel.com/

 

Bären Neuwied 18/19 / Ligeneinteilung

von Frank Göbel

Die Bären Neuwied haben endlich Sicherheit gegen wen, und wo sie in der Saison 18/19 antreten werden. Die Regionalliga wird erst einmal in Deutschland stattfinden. Vor ein paar Wochen wurde ein Gerücht laut, das man mit der BeNe-League fusionieren möchte. Eine Liga die Teams in Belgien und den Niederlanden beherbergt. Eine auf der einen Seite tolle Idee, auf der anderen aber müssen Teams wie eben die Bären Neuwied mal eben nach Den Haag. Da eskalieren dann mal schnell die Kosten für Auswärtsfahrten.
Nun bleibt fast alles beim alten. Aus 32 Vorrundenpartien werden 36. Das Mitstreiterfeld: EG Diez-Limburg, Luchse Lauterbach, Soester EG, Dinslakener Kobras, Hammer Eisbären, Ratinger „Ice Aliens“, Neusser EV, Herforder EV und die 1b-Mannschaft der Löwen Frankfurt, die als Aufsteiger aus der Hessenliga antreten.
Eine Enttäuschung musste Carsten Billigmann, der GM der Bären Neuwied, hinnehmen was seinen eigenen Unterbau (1b) angeht. Die neuformierte Mannschaft, die zum Großteil aus U-19 Spielern besteht, wurde nach Abfrage aller Vereine der Bezirksliga abgelehnt.
Nächste Ausfahrt wäre dann hier die Hessenliga.
Alles in allem ist man froh, das die BeNe-League Pläne erst einmal vom Tisch sind. Nächsten Sommer könnte es aber ernst werden. Jetzt heisst es erst einmal das Sommertraining überleben. Der Saisonauftakt auf dem Eis kommt schneller als man glaubt!