Iserlohn Roosters – Platz 10 noch möglich?

von Stefan Wiedemeier

 

Der 20.01.2017 und die nachfolgende Kalenderwoche wird vielen Fans der Roosters wohl in Erinnerung bleiben. Die Sauerländer waren auswärts in Wolfsburg zu Gast und spielten bis dato eine grauenhafte DEL Saison. Blair Jones hatte sich durch einen unnötigen Check im vorherigen Spiel gegen Krefeld selbst aus dem Kader befördert und auch Matt Halischuk stand nicht im Aufgebot. Für viele gilt das anschließende Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt als Wendepunkt für diese Saison; für mich persönlich begann die Mannschaft bereits im Spiel in Wolfsburg (eventuell sogar im Spiel gegen Krefeld) ein anderes Gesicht zu zeigen. Was in der anschließenden Kalenderwoche am Seilersee passierte, dürfte im Nachhinein wohl die bisher beste Entscheidung der Saison gewesen sein.
Am 23. Januar gaben die Roosters bekannt, dass Matt Halischuk den Verein auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Am 27. Januar folgte die Bekanntgabe der Vertragsauflösung von Blair Jones.

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Die Saison ist noch lange nicht vorbei!

Welche Entwicklung die Mannschaft seitdem genau genommen hat, darüber kann nur spekuliert werden, sofern man kein Bestandteil eben dieser ist. Was jedoch jeder Außenstehende vernommen hat; es hat sich etwas getan am Seilersee.
Betrachtet man die letzten zehn Spiele der Roosters, belegt man Platz neun mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von 32:30. Blickt man auf die letzten fünf Spiele zurück, liegen lediglich die Augsburger Panther, Adler Mannheim, Grizzlys Wolfsburg und der EHC Red Bull München vor den Sauerländern. Eine besonders positive Note erhält diese Statistik wenn man im gleichen Zeitraum den vorhandenen Kader betrachtet. Mathias Lange, Christopher Fischer, Michel Périard, Hannu Pikkarainen, Marko Friedrich, David Dziurzynski, Jason Jaspers und Brad Ross; so lauteten die kurzfristigen oder langfristigen Ausfälle der letzten Wochen. Seit dem 20.01.2017 stehen die Roosters im Durschnitt mit lediglich 17,66 (beinhaltet Ersatzgoalie) Spielern auf dem Eis.

Wer die Spiele der Roosters diese Saison regelmäßig verfolgt hat, der konnte eine 180° Wende in den Bereichen, Teamplay, Einsatzbereitschaft, Kampf, Leidenschaft und Wille sehen. Doch auch sportlich zeigt die Statistik nach oben. Am 27.01. verloren die Iserlohn Roosters das Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG mit 4:5. Seitdem die Iserlohner mit einem Rumpfkader unterwegs waren, schickte Jari Pasanen die Reihe Caporusso, Down und Wruck erstmals in dieser Formation aufs Eis. Bisher sind sechs Spiele vergangen und diese Reihe hat in jedem Spiel mindestens einen Punkt gesammelt. Louie Caporusso erzielte in den letzten neun Spielen, fünf Tore und sieben Assists. Damit liegt er bei 1,33 Punkten pro Spiel. Betrachtet man lediglich die letzten sechs Spiele, steigt dieser Wert sogar auf 1,66 Punkte pro Spiel an. Ähnlich produktiv sind seine Reihenmitglieder Dylan Wruck und Blaine Down. Beide lieferten sieben Punkte im selben Zeitraum ab (3 Tore / 4 Assists) und kommen auf einen Wert von 1,16. Auch die Reihe um Jason Jaspers, Boris Blank und Greg Rallo fiel zuletzt positiv auf und bekam öfter Eiszeit zusammen. Rallo erzielte ebenfalls einen Wert von 1,16 Punkten pro Spiel, Boris Blank liegt bei genau einem Punkt. Jason Jaspers fällt mit 0,5 Punkten etwas ab. Neben all der schier unendlichen Energie, die die Roosters aktuell aufs Eis bringen können, scheint auch die Chemie mittlerweile vorhanden zu sein. Positiv fallen zudem die Youngster Marcel Kahle, Noureddine Bettahar und Dennis Shevyrin auf. Kahle kommt in 29 Spielen auf vier Punkte und weist mit +5 die beste Plus/Minus Bilanz aller Spieler auf. Zudem geht er ähnlich wie Bettahar, keiner Unterhaltung mit dem Gegner aus dem Weg. Dennis Shevyrin hat dieses Jahr gefühlt schon jede Rolle im Spiel übernommen und hat selten enttäuscht.
Auch die Special-Teams haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. In den letzten sechs Partien lag die Unterzahlquote bei 79,63% und steigerte die Gesamtstatistik in dieser Kategorie auf 80,49%. Platz sieben im Vergleich der Liga. Mit 17,19% Überzahlquote liegt man ligaintern weiter auf den hinteren Rängen; die Powerplayquote der letzten sechs Spiele beträgt jedoch beeindruckende 29,16%. Auch hier scheinen die Reihen sich mittlerweile gefunden zu haben.
Ebenfalls positiv ist die defensive Einstellung des gesamten Teams zu erwähnen. Zwar lesen sich die Plus/Minus Statistiken weiterhin schlecht, doch die Bereitschaft defensiv zu arbeiten ist in den letzten Spielen deutlich zu erkennen. Das letzte Puzzleteil für einen positiven Abschlussrun (wie auch immer der aussehen mag) scheint ebenfalls gegeben zu sein. Chet Pickard befindet sich die letzten Spiele im #beastmode und gibt der Mannschaft in jedem Spiel, in dem er auf dem Eis steht, aktuell die Chance ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Da kommt es nicht überraschend daher, dass er sich mit einer Fangquote von 92,04% aktuell auf Platz fünf der besten DEL-Goalies einordnet.

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Kann gut seion, das die noch gebraucht werden.

Man mag durchaus darüber streiten, ob die Saison bereits beendet ist oder es noch eine realistische Chance auf den letzten Platz für die Pre-Playoffs gibt. Rein rechnerisch gibt es diese Chance; wofür in erster Linie die Eisbären Berlin verantwortlich sind. Nüchtern betrachtet weist die kleinste Truppe der DEL, die beste Form von allen Kandidaten für Platz zehn in den letzten zehn Spielen auf.

Egal wie die Saison endet; wenn diese Mentalität und Einsatzbereitschaft anhält, verdient jeder Beteiligte maximalen Respekt.
In diesem Sinne,

#NURDERIEC

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Der Fall Blair Jones – from hero to zero

von Stefan Wiedemeier

Am 29. August 2016 gaben die Iserlohn Roosters die Verpflichtung von Blair Jones bekannt. Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde der Kanadier am Seilersee begrüßt. In sämtlichen Foren oder sozialen Netzwerken war man sich (auch ich) einig: Da bekommt man einen überdurchschnittlich guten Importspieler. Fünf Monate später wachten wir auf…

Krefeld. 15.01.2017 – irgendwo im Königspalast platzte Jari Pasanen zum zweiten Mal in dieser Saison der Kragen:

“…danach haben wir ein sehr sehr interessantes Spiel gesehen für die Fans, für mich als Trainer ein absolutes Albtraumspiel. Unser Möchtegern-Superstar macht wieder das Spiel kaputt, das ist schon das fünfte oder sechste Spiel. Das man so idiotische Tätlichkeiten auf dem Eis macht; ich kann das nicht mehr sehen. Die restliche Mannschaft kämpft und tut und beißt und macht, aber dann…..Ich möchte das sehen auf dem Eis, was er meint was er ist. Das ist echt zum kotzen….“

Gemeint war erneut Blair Jones. Er sprach es nicht wörtlich aus. Doch jeder, der das Spiel verfolgt hatte wusste wen er meinte. Was war passiert?

Im Kellerduell der DEL sah es für die Iserlohn Roosters im Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen nicht schlecht aus. Nach gespielten 33 Minuten und 48 Sekunden ergab sich die Möglichkeit, die 1:0 Führung im eigenen Powerplay auszubauen. Nach sieben Sekunden Überzahl war die Chance dahin. Dylan Wruck erhielt eine 2 Minuten Strafe wegen Stockschlag in der offensiven Zone, Dave Dziurzynski erhielt daraufhin eine persönliche 10 Minuten Strafe wegen unsportlichem Verhalten (er schoss den Puck nach Abpfiff über das Eis). Weitere 23 Sekunden später erhielt Greg Rallo eine 2 Minuten Strafe wegen Haltens. Die Roosters verwandelten aufgrund unnötiger Strafen eine 5 gegen 4 Überzahlsituation, innerhalb von 30 Sekunden, in eine 3 gegen 4 Unterzahlsituation. Die logische Konsequenz war der 1:1 Ausgleich. Gefrustet vom Spielverlauf folgte, wieder einmal, der große Auftritt von Blair Jones.

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In der 36. Spielminute wurde zuerst ein Schussversuch von Jones geblockt, woraufhin er seinem Frust freien Lauf ließ, und einen unnötigen Stockschlag ausführte. Bei bereits angezeigter Strafe gegen ihn, Puckbesitz Krefeld, fuhr er einen Kopf/Nacken-Check gegen Martin Schymainski der ihm auch als Blind Side Hit hätte ausgelegt werden können. Wie es sich für den guten Ton gehört, pöbelte Jones beim Verlassen des Eises Richtung Krefelder Spielerbank, sodass einer der Linesman ihn bis zum Spielertunnel führen musste, wo ein Betreuer übernahm. Das Strafmaß lautete 2+5+Spieldauer. Damit teilt sich Blair Jones (30 Spiele/129 SM) Platz 1, zusammen mit David Wolf (35 Spiele/129 SM) von den Adler Mannheim. Im anschließenden Powerplay drehten die Pinguine die Partie und erzielten die 2:1 Führung.

An dieser Stelle möchte ich die Moral der restlichen Spieler explizit erwähnen. Trotz des Bärendienst den Blair Jones der Mannschaft erneut erwiesen hat, kämpfte man sich in die Overtime.

Blair Jones ist sicherlich nicht der einzige Grund für die sportliche Misere, aber er ist ein Sinnbild. Dass Jones Eishockey spielen kann, ist deutlich zu erkennen und das konnte er in einigen Momenten am Seilersee bereits andeuten. Dennoch schadet er sportlich der Mannschaft mittlerweile mehr, als dass er hilft. Im Durchschnitt steht er 4,3 Minuten pro Spiel nicht auf dem Eis. Da kommen selbst Dave Dziurzynski (2,7) und Brad Ross (3,4) nicht mit. Natürlich ist die Rechnung nicht zu hundert Prozent aussagekräftig, denn 10 Minuten Strafen schrauben den Durchschnitt da deutlich nach oben, doch es lässt sich eine Tendenz erkennen.

Das Powerplaytor im letzten Drittel durch Troy Milam, war von einer Idee geprägt und war schnell, präzise und direkt gespielt. Seltenheitswert bei den Iserlohn Roosters in diesem Jahr. Ist man doch ein kreativloses Gepasse ohne viel Bewegung bis zum Schlagschuss von der blauen Linie gewohnt. Es passt ins Bild, dass so ein Spielzug zustande kam, als Jones in der Kabine saß. Mit einer Schusseffizienz von 6,8% gehört Jones zu den ineffektivsten punktbesten 100 Stürmern in der DEL.

Nun könnte man argumentieren, dass Jones mit seinen Aktionen die Mannschaft wecken will, doch das sehe ich nicht. Gestern gab es keinen Anlass um die Mannschaft wecken zu müssen. Beim Stande von 1:0 hatte man das Spiel, nach anfänglichen Problemen im ersten Drittel, über weite Phasen im Griff, ehe unnötige Strafen, Frust, Egoismus und Disziplinlosigkeit die Wende brachten. Bereits in Drittel eins war Jones in eine Mischung aus Wortgefecht und Handgemenge abseits vom Puck involviert. Er lässt sich und sein Spiel extrem von seinen Emotionen beeinflussen. In einer funktionierenden und intakten Mannschaft kann so ein Spieler der berühmte X-Faktor sein. In einer verunsicherten Mannschaft, in der die Hierarchien nicht klar verteilt scheinen, kann dieser Spieler Gift sein.

Körperspiel, Aggressivität, Checks und Faustkämpfe gehören zum Eishockey dazu und verleihen der Suppe das entsprechende Salz. Sie können positiven Einfluss auf die Mannschaft, den Gegner und den Spielverlauf nehmen, wenn Sie zur richtigen Zeit eingesetzt werden.

Checks gegen den Kopf/Nacken-Bereich des Gegners, aufgrund von Frust, haben in diesem Sport jedoch nichts zu suchen.

Blair Jones und Iserlohn; diese Verbindung scheint nicht zu funktionieren.

 (Video: Schlittschuhtor.de)

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Schiedsrichter und Was wäre wenn?

von Chris Warnke

 

Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt, innerhalb weniger Augenblicke passieren so viele Dinge, ein Check, ein Schuss, eine Parade, ein Gewühl, ein Foul, oder ein Tor?! In solchen Augenblicken den Überblick zu behalten ist keine leichte Aufgabe für die Männer in den Schwarz und Weiß gestreiften Trikots. Hinzu kommt das man eine einwandfreie und faire Leistung erwartet, ohne Fehler. Sehr hohe Ansprüche werden hier also an den Schiedsrichter gestellt, diesen immer gerecht zu werden gelingt nicht immer.

Oft werden Schiedsrichter als „schlecht“ oder „unter aller Sau“ betrachtet und ihnen wird zu gern die Schuld an der Niederlage gegeben, obwohl deren Entscheidungen (in vielen Fällen) voll dem Regelwerk entsprechen. Den Fans, die am häufigsten solche Art von Kritik äußern, ist das oft egal. Diese sehen nur das, was sie sehen wollen und das ist eine Benachteiligung der eigenen Mannschaft.

Woher kommt die immer wieder kehrende Kritik an den Unparteiischen?

Zum einen sehen Fans das Spiel aus einem völlig anderen Blickwinkel, wie ein neutraler Fan. Die sogenannte „Fanbrille“ sitzt dabei auf der Nase und viele Aktionen die für den neutralen Betrachter Regelwidrig sind, erkennt man durch die Brille als „fair“, „gut“ und „gerechtfertigt“ an. Des Weiteren sind Schiedsrichter ein einfaches Ziel für die Schuldzuweisung an der Niederlage. Fehler der Lieblingsmannschaft, tun dem Fan-Herz weh und diese will man sich nicht eingestehen.

Sicherlich sind Schiedsrichter nicht „Fehlerlos“ oder „Superhelden“ die alles perfekt machen. Sie sind Menschen, genauso wie jeder auf der Tribüne oder auf dem Eis.

Wer hat nicht selber mal einen Fehler bei der Arbeit gemacht?! Jeder.

Schauen wir doch einfach mal genauer hin auf Entscheidungen und Regeln im Eishockey.

Das DEL Spiel Iserlohn – Straubing, beinhaltete eine Situation in dem Straubing ein Tor „erzielt“, es aber als solches nicht sofort anerkannt wurde. Es wird noch eine gewisse Zeit weitergespielt. In dieser Zeit wird eine Strafe gegen Straubing angezeigt. Nach Abpfiff zeigt der Videobeweis, dass das Tor gültig ist.

Die Fragen lauteten: Was wäre wen Iserlohn im Gegenzug ein Tor erzielt hätte? Was wäre mit der Strafzeit gegen Straubing passiert? Und warum bleib die Strafe, trotz vorherigem Tor in der Uhr?

Hätte Iserlohn ein Tor im Gegenzug erzielt, wäre es annulliert worden. Denn Regel 94 – Erzielen eines Tores sagt aus im Absatz VII:

Nur ein Tor kann pro Spielunterbrechung anerkannt werden. Wird ein Tor erzielt, welches nicht sofort anerkannt wird und später ein weiteres Tor von einem der beiden Teams erzielt und der folgende Viedobeweis zeigt, dass das erste Tor gültig war, zählt das erste Tor. Das zweite wird annulliert und die Spielzeit und ggf. Strafen dem Zeitpunkt des ersten Tors angepasst.

Um zu sehen was mit der Strafe passiert wäre bei einem Tor von Iserlohn, hätte das Tor von Straubing also nicht zählen dürfen. Wäre die Strafzeit während des Tores von Iserlohn angezeigt gewesen (gehobener Arm des Schiedsrichters) so wäre diese erloschen.

Jetzt zur Strafzeit die in der Uhr blieb auch da sagt Regel 94 Absatz X:

Jede Strafe, die während der Spielzeit zwischen dem Tor und (weiterem Tor) oder Spielunterbrechung verhängt wird, muss verbüßt werden. Es sei denn die Strafe wird durch das gültige Tor aufgehoben.

Hier sehen wir also dass die Schiedsrichter im Recht waren und nach dem Regelwerk gehandelt haben.

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Winter Classic in Columbus / WTF?!

von Frank Göbel

Die Columbus Blue Jackets feiern ihren 15. Sieg infolge. Und alle stehen sabbernd daneben und fühlen sich nicht im Stande dies zu verhindern. Das soll jetzt keinen Hass-Aufruf auf eine Eishockeyfranchise werden. Denn ich bin froh das es sie gibt. Diese Überraschungsteams. Und noch mehr abgehen tue ich, weil ich seit Jahren die Geschicke dieses NHL-Teams verfolge. Ich verspreche hier hoch und heilig, das ich auf keinen Bandwagon aufgesprungen bin! Unzählige Niederlagen habe ich mir in den letzten Jahren im Halbschlaf und unter Koffeineinfluß angesehen. Da tut sowas hier mal ganz gut.

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Aber mit dieser biblischen Erfolgsserie kommt in mir eine Idee auf. Eine Idee die, bei normalem Verlauf der Saison eigentlich so nicht aufkommen würde. Denn scheinbar haben die Blue Jackets endlich den Respekt geerntet, den sie sich verdient haben. Seit 2000 versucht man in der Liga der Geilsten mitzuhalten. Zwei Play-Offs Erstrunden ist das nennenswerteste was man vorweisen kann. In 16 Jahren nicht sonderlich viel. Das dieses Jahr die Play-Offs drin sind, sollte jedem Eishockey-Liebhaber klar sein. Auch in Montreal.

Aber wie wäre es hiermit:

Winter Classic in Columbus, Ohio!

 

Ja, richtig gelesen. Und bevor die Leute aus Toronto, Detroit und Shitsburgh aufschreien, das die Punks aus Columbus im elitären Kreis nichts zu suchen haben, bitte ich einzuhalten. In den vergangenen 16 Jahren hat sich hier eine Fanbase entwickelt. Jüngste Fangruppierung („The 5th Line“) sorgt bei den Heimspielen und im Mediendschungel für Furore. Die Columbus Blue Jackets sind Teil dieser riesen Maschine NHL und haben sich das Recht erarbeitet mal im Mittelpunkt zu stehen.

„Und auf welchem Teich wollt ihr spielen?!“, rotzt es aus Montreal. Das Football-Stadion des NCAA-Teams Ohio State ist wie gemacht dafür. 102.329 Zuschauer haben hier Platz. Die Heimspiele der College-Jungs sind regelmäßig ausverkauft. Interesse an Sport ist in dieser Stadt definitiv vorhanden. Auch wenn Football (Ohio State, Cleveland Browns), Basketball (Cleveland Cavaliers) oder Baseball (Cleveland Indians) hier im Staate angesagt sind, so ist es nun an der Zeit auch die Blue Jackets in den Pit zu schmeißen.

Das obengenannte Ohio-Stadium wäre DIE perfekte Bühne für ein Open-Air-Spiel.

„Und wer zum Teufel will gegen euch Bauern spielen?!“, ach ja, die Edmonton Oilers melden sich auch mal zu Wort. Nun, diese Frage setzt voraus, dass es eine Grundlage für eine Rivalität („Rivalry“) gibt. Das ist nicht so einfach. Die New York Rangers haten, nur weil unser First-Round Pick (Rick Nash) sich ihnen angeschlossen hat, wäre vermessen und nicht fair.

Chicago Blackhawks? Gerade mal 360 Meilen trennt Illinois‘ Hauptstadt von Columbus. Aber es gibt keine Reibungsfläche. Die Blackhawks sind da (Und spielen verdammt gut), das kann man nicht verneinen. Aber es gab nichts Historisches, wo man sagen könnte, jo, den Skalp holen wir uns.

Detroit Redwings? Hier liegt der Fall ähnlich wie bei Chicago. Wenn auch nur 200 Meilen auseinander, wäre das eher ein Derby.

Pittsburgh Penguins. Aha! Jetzt kommen wir der Sache näher. Hier gab es tatsächlich was. 2013/2014, man hatte sich das zweite Mal in Franchise-History für die Endrunde qualifiziert. Und traf auf das Polargeflügel. Auch wenn man sich 2-4 in der Serie geschlagen geben musste, so zwang man zwei Mal Crosby und Co in die Knie. Die Stadt stand Kopf! Ein kleiner Vorgeschmack was hier Fanmässig in der Pipe-Line ist.

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Bald an der frischen Luft? Dalton Prout spielt selbst bei 40 Grad minus.

Pittsburgh ist für mich der perfekte Gegner. Großer Name, tolle Schwalben …. äääähh, Spieler. Es wäre ein Medienwirksames Duell. Man weiß zwar nicht, wo man nächste Saison steht und ob man sich in der Spitzengruppe länger halten kann, aber ein Team wie die Jackets haben es verdient mal auf der (noch) größeren Bühne zu spielen.

Das dies auch in Sachen Fan-Recruiting ein Volltreffer werden könnte, ist so gut wie sicher. Ok, der Canucks-Fan wird sein Jersey nicht in den Kamin werfen, nur weil er die Blue Jackets im Ohio´schen Schneegestöber hat spielen sehen. Aber es könnte überregionale Eishockeyfans den letzten Stups geben ihr Facebook-Profilbild mit dem Logo zu schmücken.

Pittsburgh Penguins @ Columbus Blue Jackets

Auf dem Papier sieht es nach Liga-Alltag aus. Aber wenn es mit dem Winter-Classic klappen würde, gäbe es nur Gewinner. Ausser Pittsburgh, die werden dann zweistellig in die Endzone geprügelt!

 

GAME ON!

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Interview mit Noureddine Bettahar (Iserlohn Roosters)

von Stefan Wiedemeier

Noureddine Bettahar wurdem am 17. Dezember 1994 als Sohn eines Algeriers und einer Polin in Trier geboren. 1995 zog die Familie ins polnische Nowy Targ, wo Bettahar mit dem Eishockeyspielen begann. Über die Stationen Jungadler Mannheim, EC Bad Nauheim, Jungadler Mannheim, EC Red Bull Salzburg, Löwen Frankfurt und Füchse Duisburg gelang Bettahar zu Beginn der aktuellen Saison der Sprung in einen DEL-Kader. Die Iserlohn Roosters einigten sich mit dem jungen Stürmer auf einen Vertrag für die kommenden drei Spielzeiten. Nach sieben DEL-Einsätzen für die Roosters wurde Bettahar am 23. November 2016 an den SC Riessersee ausgeliehen. Aufgrund der angespannten Personalsituation bei den Iserlohn Roosters, wurde Bettahar am 22. Dezember von den Sauerländern erneut angefordert und ist nun fester Bestandteil des DEL-Kaders. Stefan Wiedemeier führte für „Bully – Der Eishockeyblog“ ein Interview mit Noureddine Bettahar.

Bully: Herr Bettahar, vielen Dank für Ihre Zeit. Verraten Sie unseren Lesern doch bitte wie Sie zum Eishockey gekommen sind.

Bettahar: Sehr gerne. Ich bin in Polen aufgewachsen, in einer Eishockey-Stadt namens Nowy Targ. Meine Eltern haben einen Gastronomie-Betrieb geführt, in das viele Eishockey-Spieler gekommen sind, die sich dann mit meinen Eltern angefreundet haben. So habe ich mit 6 Jahren meinen ersten Schläger und Schlittschuhe von einem der Spieler bekommen.

Bully: Sie haben vor der Saison einen Vertrag für die kommenden drei Spielzeiten abgeschlossen. Hatten Sie neben den Roosters noch weitere Angebote? Wenn ja, welche und warum fiel Ihre Wahl auf Iserlohn?

Bettahar: Es gab sicherlich andere Optionen, aber mir war sehr schnell klar, dass ich für die Roosters spielen möchte.

Bully: Für den Iserlohner EC standen Sie in neun Spielen in der DEL auf dem Eis. Zuvor verfügten Sie lediglich über Erfahrungen aus der Oberliga. Was würden Sie als größten Unterschied zwischen den Ligen nennen?

Bettahar: In der DEL ist das Tempo viel höher und die Qualität der Spieler ist natürlich deutlich besser. Daher wird jeder Fehler bestraft. Die Oberliga ist nicht mit der DEL zu vergleichen. Trotzdem ist die Liga stärker geworden und ist gut für die jungen Spieler.

Bully: Ende November wurde die Nachricht bekannt, dass Sie an den SC Riessersee ausgeliehen werden. Nach acht Spielen (2 Tore / 5 Assists) wurden Sie erneut von den Roosters angefordert. Was konnten Sie aus dieser kurzen Zeit in der DEL 2 mitnehmen?

Bettahar: Es war eine sehr schöne Erfahrung. Ich konnte Spielpraxis sammeln und Selbstvertrauen gewinnen. Alles in allem war es eine gute Erfahrung und ich durfte dort viele nette Menschen kennenlernen.

Bully: Wo sehen Sie Ihre Stärken und Ihre Schwächen auf dem Eis? Gibt es einen speziellen Bereich in dem Sie Sonderschichten einlegen?

Bettahar: Meine Stärken sind das Läuferische, Physische und mein Schuss. Arbeiten muss ich noch an allen Dingen, da ich als junger Spieler erst wenig Erfahrung in der DEL gesammelt habe. Am meisten muss ich im taktischen Bereich an mir arbeiten, muss mich an einfache Dinge halten und nicht zu kompliziert spielen.

Bully: Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison aus?

Bettahar: Ich möchte so viel spielen wie es nur möglich ist. Außerdem ist es für mich wichtig das Vertrauen der Trainer zu gewinnen.

Bully: Wie sehen Ihre Ziele mit der Mannschaft für die restliche Saison aus?

Bettahar: Da wir momentan bzw. seit Beginn der Saison nicht wirklich einen Lauf haben, hoffe ich, dass wir das Ruder endlich rumreißen können. Damit wir am letzten Spieltag der Vorrunde unter den ersten zehn Mannschaften in der DEL stehen.

Bully: Gibt es einen Spitznamen? Wenn ja, welchen und gibt es eine Geschichte dazu?

Bettahar: Mein Spitzname ist Nuri, oder Bettsy. Dazu gibt es keine Geschichte.

Bully: Gibt es eine Geschichte zu Ihrer Rückennummer 94?

Bettahar: Ich trage die Nummer 94, weil ich in diesem Jahr geboren wurde.

Bully: Im Jugendbereich führten Sie die polnische Nationalmannschaft als Kapitän aufs Eis. Würden Sie sich Führungsqualitäten attestieren bzw. wie würden Sie sich persönlich beschreiben?

Bettahar: Ich kann Verantwortung übernehmen und mache das auch sehr gerne. Persönlich bin ich ein fröhlicher und gut gelaunter Mensch, der jeden Tag sein Bestes geben möchte und selbstkritisch ist.

Bully: Wie schalten Sie nach einem Spiel ab?

Bettahar: Nach einem gewonnen Spiel ist es sehr einfach, da kann ich sehr gut abschalten. Nach einer Niederlage ist es dann schon etwas schwieriger, da denkt man immer sehr viel nach.

Bully: Wo trifft man Sie außerhalb der Eishallen an? Gibt es neben dem Eishockey weitere Leidenschaften?

Bettahar: Ich gehe gerne in die Stadt und gehe gerne gut essen. Wenn ich etwas mehr Freizeit habe, unternehme etwas mit meiner Freundin.

Herr Bettahar, vielen Dank für Ihre Zeit. Wir wünschen Ihnen und den Roosters einen guten Start in das neue Jahr.

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Links unser rasender Reporter, rechts der rasende Eishockeyspieler.

#geilertyp

 

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Stefan Wiedemeier

1987 bin ich in Höxter in Ostwestfalen-Lippe geboren und aufgewachsen, ehe im Jahr 2000, der berufsbedingte Umzug meiner Eltern ins Sauerland erfolgte. 
Wie für fast jeden durchschnittlichen Teenager in diesem Land gab es für mich in meiner Jugend lediglich die Sportart Fußball.
1998 bin ich erstmals mit dem Eishockeysport in Form von NHL98 in Berührung gekommen. Es sollte weitere acht Jahre dauern, ehe ich mein erstes Eishockeyspiel live sehen konnte. Im Rahmen einer Teambuildingmaßnahme fuhren wir mit unserer Jugendfußballmannschaft zu einem Spiel der Iserlohn Roosters. Sofort war ich von der Dynamik, Geschwindigkeit, Härte, technischer Raffinesse und kompakten Stimmung überwältigt. Entgegen vielen damaliger Mannschaftskollegen stand für mich sofort fest: Hier ist dein neues Wohnzimmer. 
Das Interesse am Volkssport Fußball nahm immer weiter ab (auch bin ich zwar noch interessiert, aber keineswegs mehr so enthusiastisch) und das Interesse am Eishockey stieg stetig an. 
Wer Eishockey liebt, kommt an der NHL, der besten Liga der Welt, nicht vorbei. Neben den Iserlohn Roosters hege ich besonders für die Boston Bruins Sympathien.
Zum Schreiben bin ich mehr oder weniger durch den Zufall gekommen. Durch die Möglichkeiten mich gut in Schrift und Sprache auszudrücken, erhielt ich die Chance meine ersten Artikel für eishockey-online.com zu schreiben. Anschließend war ich für hockeyweb.de zuständig. Seit November 2016 gehöre ich nun der Bully-Crew an, bin also das jüngste Mitglied und stehe ich immer für kontroverse Diskussionen bereit.

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Malle Leafs siegen auch in Florida

von Helmut Krebs
Die Toronto Maple Leafs haben letzte Nacht auch die Florida Panthers geschlagen (3-2 SO). Damit haben die Leafs einen Road-Winning-Streak von 4 Spielen, welche es seit langem nicht mehr gegeben hat. Im Vergleich mit den Columbus Blue Jackets ist das natürlich noch mau. Dennoch sieht man einen klaren Fortschritt zu letztem Jahr.

 

Anderes Feeling

Toronto hat viele Rookies im Team, die so richtig Bock auf Eishockey haben. Bestes Beispiel letzte Nacht: Mitch Marner, 1st Round Pick 2015, konnte Luongo einfach nicht überwinden, es gelang ihm in vielen Versuchen kein Treffer. Auf der großen Bühne des Shootouts markierte er aber dann den Game Winner. William Nylander, 1st Round Pick 2014, traf gestern auch, Auston Matthews, 1st Round Pick 2016 führt die Leafs in Toren (17) und in Punkten (23). Der vorhin erwähnte Mitch Marner führt mit 18 Assists die interne Liste, gefolgt von William Nylander mit 15 Assists. Es wächst hier etwas zusammen und es macht riesigen Spaß hier zuzusehen. Anders als in den vergangenen Jahren hat man in der Vielzahl der Spielen das Gefühl die Leafs sind konkurrenzfähig.

 

Playoffs? Nicht in diesem Jahr, …  oder….

Die Playoffs sind das Ziel , – auf lange Sicht gesehen. Die Wild Card ist mit 7 Punkten sowieso etwas außer Reichweite, zumal die Metropolitan Division diese bisher fest in der Hand hält. Ein Blick allerdings in die Atlantic Division rentiert sich dieser Tage: Toronto hat auf den drittplatzierten Boston 3 Punkte Rückstand, bei 3 Spielen weniger! Ein bisschen träumen darf erlaubt sein.

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