Cologne Thunder Ducks vs. EHC Tiger Köln/ Neue Blickwinkel

Von Frank Göbel

 

Da ist er wieder. Der Weekend-Hangover. Zwei Tage geht man später als gewohnt ins Bett. Kaum ist der Montag da, ist es nur schwer, wieder in den gewohnten Arbeitswochentrott einzusteigen.

Wie toll, das es die Rheinland Hockey League (RHL) gibt.

Für schlaflose Montagsmaler bietet sie eine schöne Möglichkeit am späten abend nicht gelangweilt auf der Couch zu gammeln oder mit unwichtigem Zeug soziale Medien zu belasten.

Heute, also Montag, treffen die Cologne Thunder Ducks (8 Punkte)  auf die EHC Tiger Köln (10 Punkte).

Schauplatz ist der wunderschöne Lentpark und seine fullminante Eishalle. Vermutlich die schönste Eishalle. Weltweit. Ever!

Sportlich trennen die beiden Teams also gerade mal 2 Punkte. In dieser  Liga zählt jeder Punkt zum erreichen der hart umkämpften Endrunde!

 

‪21:10h, noch 5 Minuten bis zum Bully.‬

Pump-Up-Song:

A Day to remember – „Sticks& Bricks“

 

 

 

 

‪21:15h. Where’s the fucking PuckDROP???!!!!‬

 

Und ich werde überrascht. Philipp Heisterkamp, mit dem ich mich im Vorfeld schon unterhalten habe, bittet mich zum Zeitnehmerplatz. Ich darf hier hautnah das Spiel miterleben. Einzige Vorraussetzung: Ich hab Strafbanktürdienst. Mach ich doch gerne.

Mit drei weiteren Damen bilden wir also die 5 Herrscher der Uhr. 

Philipp ist eigentlich Torwart bei den Ducks. Aber sein Knie macht nicht mehr mit. Vermutlich spielt er nie wieder. Schicksale einer Hobbyliga.

Philipp ist natürlich nicht ganz unparteiisch. Da fallen viele Ratschläge über Stellungsspiel von Marcel oder Schußgenauigkeiten von Michael. Das ist menschlich und auch irgendwo sympathisch.

Die Hausherren gehen etwas überraschend durch einen krassen Torwartfehler in Unterzahl in Führung. Die Freude währt aber nicht allzu lange.

Der EHC Tiger spielt seine Stärke aus und machen hier schnell 2 Buden. Alexander Klaumann erwischte einen Sahnetag und netzte 2 mal ein.

1-2 zum Pausentee. Der Türsteherjob unterdessen macht Spaß. Näher kommt man an die Spieler nicht ran.

Zu Beginn des zweiten Drittels dann die Überraschung. 2-2 durch Moritz Grethe! Große Teile der Zeitnehmerbox jubelten.

In der Folge hatten wir ein intensives Spiel. Viele Strafen ( ja, Türdienst) und harte Zweikämpfe. Auch eine 2+10 Strafe wird gegen die Gäste ausgesprochen. Ich öffne dem kopfschüttelnden Protagonisten die Türe. Ein zweiter Mann, der die Bankstrafe absitzt, wird dann auch noch gefunden. Fast ’ne Skatrunde, gebe ich gedanklich zu Protokoll. Und ich merke, das selbst die Spieler das ganze mit Humor sehen. Gut so.

Und nach 40 Minuten heisst es 2-2 in einem toll geführten Eishockeyspiel.

Die Finalen 20 Minuten sollten dann noch mal alles geben. Aber Philipp flucht schnell über eigene Fehler, zum Beispiel an der blauen Linie. Dieser war es dann, der das 3-2 für die Gäste durch Lukas Schneider brachte.

Florian von Hesselbach machte dann mit einem Doppelpack den Auswärtssieg perfekt. Ducks Torwart Skomerski hat in diesem Spiel tolle Safes gezeigt. Auf ihn wird es auch in den kommenden Spielen ankommen.

Die Stimmung auf der Zeitnehmerbank ist bedrückt. Hier hat man sich mehr versprochen.

 

 Als ich dann um viertel vor elf in die kalte Kölner Luft entlassen werde, habe ich einen neuen Blick auf das Spiel gewonnen. Von der Zeitnehmerbank. Das war interessant und intensiv. Ob ich beim nächsten mal wieder Klinkenputzer spielen darf? Ich würde auch ein Skatspiel mitbringen!

 
Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Abenteuer Hockey im Ausland Part 1

Von Diana Jansen

Nach einem turbulentem Jahr 2017 bringt das neue Jahr für mich mehr als nur ein weiteres Semester oder einen weiteren Geburtstag. Ende Februar –in ziemlich genau 50 Tagen¬– beginnt das bisher größte Abenteuer meines kurzen Lebens.
Es geht ins Ausland, um genau zu sein nach Italien. Und das für ganze sechs Monate. Als aktive Spielerin habe ich also den Entschluss gefasst, nicht nur mein Glück an einer anderen Uni zu versuchen, sondern auch, auf die Trainingspause zu verzichten.

Das hieß also, dass eine Hockeymannschaft hermusste. Am liebsten Skaterhockey, zur Not auch Eishockey. In Nordamerika kann das jeder, also kann ich das in Italien auch schaffen.

Damit begann allerdings schon die erste große Hürde. Wie finde ich einen passenden Verein in einer Sprache, die ich noch nicht ganz so gut verstehe? Fragen wir also mal Google nach „Hockey“ in der Nähe von Florenz. Das funktioniert jedoch nicht so gut, da es natürlich Feldhockey und andere Dinge zu Hauf gibt. Also folgt eine weitere Suche: Dieses Mal nach dem Verband, in dem in diesem Fall Inlinehockey organisiert ist (FISR). Dazu noch weiterführende Recherchen. Nach einiger Zeit dann endlich ein Ergebnis: Ein Hobbyteam mit Halle in der Nähe des Flughafens von Florenz. Eine etwas längere Anreise, von der ich noch nicht wusste, wie ich sie meistern sollte, aber naja. Was tut man nicht alles für den Sport? Die Jungs aus dem Team haben mir auch sehr schnell geantwortet und zugesagt.
Ich nahm mir also vor, etwa vier Wochen vor meiner Ankunft noch mal zu schreiben. Mein Ansprechpartner kam mir aber Ende Oktober zuvor, denn leider musste er mir mitteilen, dass sie im nächsten Jahr keine Halle haben würden. Die Suche ging also wieder von vorne los. Nun hatte ich aber Hilfe von einem ehemaligen Mitspieler, der mir sofort eine andere Mannschaft −diesmal in Empoli− empfahl. Wieder schrieb ich eine Email mit Fragen und wartete nervös auf eine Antwort, die wieder nicht lange auf sich warten ließ. Auch hier wurde ich sehr freundlich behandelt und jede noch so blöde Frage nach der Nahverkehrsanbindung und den Duschen wurde ausführlich beantwortet. Jetzt spiele ich wohl allerdings in der zweiten Liga…naja, lassen wir das mal auf uns zukommen.
Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen: Inlinehockey oder Eishockey in Italien? Das gibt es? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Und das sogar relativ weit verbreitet. Eishockey ist denke ich klar, aber Inlinehockey ist da doch schon etwas anderes. Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es die FISR, die Federazione Italiana Sport Rotellistici, in der die Vereine organisiert sind. Anders als bei uns gibt es insgesamt vier Ligen (Serie A-D), eine Damenliga und die Jugendabteilungen. Ich habe noch nicht den vollen Durchblick, aber es gibt −ebenfalls im Gegensatz zu Deutschland− nur bestimmte Spieltage/Wochenenden, an denen gespielt wird. Dadurch ist das Ganze natürlich weniger „professionell“ gestaltet und auch weniger Wettbewerbsorientiert. Nach meinen bisherigen Kontakten ist das Level dabei auch nicht ganz so hoch wie in den heimischen Herrenligen, sodass man auch als Frau mit etwas Erfahrung bei den „Männern“ in dieser Liga mithalten kann. 

Der Stellenwert des Hockey ist in Italien leider genauso niedrig wie in Deutschland. Zwar gibt es viele Spieler und kleinere Ballungszentren um die größeren Städte wie Rom, aber es ist trotzdem wie auch hier eine Randsportart.
Neben der Suche nach einem passenden Team gibt es allerdings noch einiges anderes, was man beachten muss. Die wichtigsten Fragen waren für mich bisher: Wie bekomme ich meine Ausrüstung nach Italien? Bekomme ich vor Ort das passende Zubehör?

Als erstes musste ein passender Flug her. Mit den üblichen Suchmaschinen war das keine große Hürde. Mit diesen Informationen ging es dann ins Reisebüro meines Vertrauens. Natürlich hätte ich den Flug auch selber buchen und zehn Euro sparen können. Allerdings habe ich dort die Profis, die wissen, was ich dazubuchen muss. Alleine mit der Information, dass ich sechs Monate weg sein werde und die Ausrüstung mit auf die Reise geht, konnten mir zwei Optionen aufgezeigt werden: Das Gepäckstück von 23 Kg auf 32 Kg zu erhöhen oder ein zweites Gepäckstück mit 23 kg anmelden. Ich entschied mich für die erste Variante, damit ich nicht drei Koffer mit mir rumschleppen muss. 
Als Letztes blieb also noch der Transport der Schläger. Hier war ich wieder froh, alles über das Reisebüro gemacht zu haben. Allgemeines Sportgepäck war keine mögliche Option, also hat die Dame bei der Fluggesellschaft angerufen und nachgefragt. Zuerst hieß es, es wäre kein Platz mehr dafür, doch mit der Argumentation, dass Golfgepäck, Fahrräder und Skier noch dazugebucht werden können, ließen sie sich doch noch breitschlagen. Mit einem internen Vermerk der Fluggesellschaft schmuggle ich meine Schläger nun als Golfgepäck in den Flieger. Beide Extras kosten jeweils 50€ (ich denke, das ist Airlineabhängig).
Auf meine zweite Frage habe ich bisher keine Antwort gefunden. Ich gehe eigentlich davon aus, dass ich Zubehör irgendwo bekommen werde. Allerdings wird das ohne Auto wahrscheinlich schwierig. Also muss vor der Abreise noch ein Besuch im Hockeyladen untergebracht werden, um zumindest ein paar Ersatzrollen, Kugellager und Schrauben auf Vorrat zu haben.
Als letztes bleibt zu sagen, dass das Organisieren eines Hobbies im Ausland im Vorfeld der Reise ein großer Batzen Arbeit ist. Man muss unglaublich viel bei der Suche beachten und vor allem daran denken, dass man das ganze Zeug irgendwie mitnehmen und vor Ort auch lagern können muss. Man kann –zumindest meiner Meinung nach– keinesfalls alles auf den letzten Drücker buchen oder einfach alles mitnehmen und vor Ort erst suchen. Ob alles dann tatsächlich so laufen wird, wie es geplant ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Hockey Halleluja / Festtage in München

Von Helmut Krebs

Start in die Eishockey Festtage in München!

Wie die letzten beiden Jahre startete zwischen den Jahren Hockey Halleluja in München. Das besondere daran? Der EHC zieht für diesmal sogar 3 Spiele in die benachbarte Olympiahalle. Es werden zu den 3 Spielen jeweils 10.000 Zuschauer erwartet.
Hier ging es am Samstag schon richtig dramatisch zu: der EHC RB München erzielte 1,5 Sekunden vor Schluss der Overtime den Siegtreffer gegen die Thomas Saba Ice Tigers aus Nürnberg. Allgemein haben sich die Verantwortlichen richtige Kracherpartien herausgesucht: Samstag war Nürnberg, Dienstag kommt Mannheim und Freitag Berlin.

2015 war das Hockey Halleluja (hier unter anderem gegen die Augsburger Panther) ein erfolgreicher Startschuss für eine gelungene Rest-Hauptrunde und der sodann 1. Meistertitel der Vereinsgeschichte des EHC. Wenn wir Fans über die erste Meisterschaft 2015/2016 sprechen fällt irgendwann dieses Event, da gefühlt alles damit angefangen hat.

Auch dieses Jahr ist haben sich die Verantwortlichen wieder tolle Dinge für das Hockey Halleluja ausgedacht, wie zum Beispiel eine aufwändige Laser-Licht-Show vor dem Einlauf der Teams. Das alles könnte man dann natürlich genau so in einer neuen Eishockeyhalle veranstalten, die, wie wir Fans hoffen, bald gebaut wird.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Interview mit Derek Dinger (AEV)

von Frank Göbel

Bully: Hallo Herr Dinger. Zuallererst das Wichtigste: Wie geht es Ihnen gesundheitlich? Ist alles gut verheilt und auf welchem Leistungsstand sehen Sie sich selbst?

Derek Dinger: Hi! Danke, sehr gut! Meine Verletzung ist gut ausgeheilt und ich fühle mich bei 100%. Dabei darf man unseren Fitnesstrainer und unsere Physios nicht vergessen, ohne sie wäre ich nicht so schnell wieder auf den Beinen!

 

IMG_0758

 

Bully: In der letzten Saison lief es für die Augsburger Panther märchenhaft gut, dieses Jahr ist wiederum der Wurm drin. Woran machen Sie diesen Sturz in der Tabelle fest? Hat man sich vielleicht diese Saison selbst überschätzt aufgrund der letzten guten Saison?

Derek Dinger: Einerseits ist es nicht leicht, einfach so wieder unter die Top 6 zu kommen wie letzte Saison, andererseits wissen die anderen Teams seit letztem Jahr natürlich auch, dass ihnen mit uns ein gefährlicher Gegner gegenüber steht. Uns nimmt seit letzter Saison keiner mehr auf die leichte Schulter!

Meiner Meinung nach hat hier bei uns keiner irgendwas überschätzt oder unterschätzt, denn wir alle wissen wieviel harte Arbeit dahinter steckt, um sich am Ende einen direkten Play-Off Platz zu sichern!

Wir hatten eine Durststrecke in den letzen Wochen, aus der wir uns jetzt wieder langsam erholen und unsere Schlüsse daraus gezogen haben. Mit 4 Siegen aus den letzten 5 Spielen sind wir wieder auf dem richtigen Weg!

Eisbären Berlin gegen Augsburger Panthers -  DEL

„Nachem´ Spiel ´ne Pizza essen?! Gerne!!!“

 

Bully: Wie beurteilen Sie die derzeitige Stimmung / Teamchemie bei den Panthern?

Derek Dinger: Wenn man Spiele gewinnt und erfolgreich ist, dann herrscht natürlich eine super Stimmung! Viel wichtiger für uns ist, dass wir in der Zeit, wo es nicht lief, nicht auseinander gebrochen sind und weiter an uns geglaubt haben. Ich glaube das sagt alles über uns aus! Der Großteil der Mannschaft kennt sich ja schon ein paar Jahre und wir wissen wie wichtig die Chemie ist, um Erfolg zu haben!

 

 

Bully: Welche Saisonziele stellen Sie sich selbst?

Derek Dinger: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir am Ende in die Play-Offs kommen und eine erfolgreiche Saison spielen!

 

 

Bully: welche Saisonziele verfolgt das Team in dieser Phase der Saison?

Derek Dinger: Da hat sich seit Saisonbeginn nichts dran geändert. Unser Minimal Ziel ist es Platz 10 zu erreichen und in die Play-Offs zu kommen. Und dann ist alles offen bzw möglich!

Augsburger Panther - Actionaufnahmen

 

Bully: Haben Sie die Auflösung der Ultragruppe „Augsburg 98“ mitbekommen? Hat sich die Stimmung im Stadion Ihrer Meinung nach dadurch geändert?

Derek Dinger: Natürlich bekommt man es mit, wenn eine Ultragruppe nicht mehr dabei ist. Meiner Meinung nach sind das die Taktgeber und reißen die anderen Fans mit. Als Gastmannschaft in die „Hölle des Südens“ zu kommen, mit solch einer großartigen Stimmung, ist im wahrsten Sinne die Hölle und ein absoluter Vorteil für uns!

Ich finde es schade, bin aber leider nicht komplett im Bilde was alles zur Auflösung geführt hat. Letztendlich ist es toll, wie sich alle anderen reinhängen und mit ihrer Stimmung dazu beitragen, dass wir unsere Heimspiele gewinnen können.

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Fans für fangerechte Bullyzeiten – Flyer-Aktion

von Diana Jansen

Am Donnerstag, den 7.Dezember hatte ein Zusammenschluss mehrerer Fanclubs und Fans der Haie zur absoluten Stille in den ersten 15 Minuten des Spiels gegen die Wild Wings aus Schwenningen aufgerufen. Das Ganze war keine Einzelaktion, sondern wird Ligaweit durchgeführt.

Worum geht es?
Hintergrund der Aktion ist das Verschieben der Spiele vom bisher üblichen ¬–und fanfreundlichen– Freitag auf donnerstags. Und das alles, damit die Spiele bei der Telekom übertragen werden können (so zumindest mein Verständnis). Die Telekom wirbt mit der Stimmung, die die Fans in den Stadien machen, zerstören diese aber durch ihre Ansprüche an die Spieltermine. Nicht nur, dass die Bullyzeiten dadurch mehr als zu wünschen übrig lassen; es sorgt auch dafür, dass Spieltage über die ganze Woche verteilt werden. Selbst wenn man zum Beispiel eine Dauerkarte hat, kann man so unter Umständen als Berufstätige/r trotzdem nicht alle Spiele wahrnehmen.

Wie wird und wurde die Aktion durchgeführt?
Gegen die Wild Wings wurde in Köln also per Flyer, welche vor dem Spiel ausgeteilt wurden, über die Aktion informiert. Geplant war, dass man in den ersten 15 Minuten jeglichen Support durch Gesänge u.ä. unterlässt. Auch die Mannschaft war darüber informiert.


Von der sonst so lauten Nordkurve drang in dieser Zeit weder Gesang, noch Trommelschlag an die Ohren der Zuschauer. Lediglich ein anhaltendes Gemurmel erfüllte die Arena. Plötzlich hörte man nicht nur ab und zu einen der Spieler etwas rufen, sondern auch die Schiedsrichter und jede kleinste Berührung des Pucks. Es war für mich ein Gefühl, welches nur mit der Schweigeminute für einen Angehörigen des KEC in der letzten Saison vergleichbar war. Nicht unangenehm, aber eindrucksvoll. Es ist unvorstellbar, was es ausmacht, wenn ein Block Stillschweigen bewahrt.
Außerdem wurden in beiden Stehplätzen (Nord- und Südkurve) Banner präsentiert, die nochmals auf diesen Umstand aufmerksam gemacht haben. Lediglich ein paar Fans der Gäste hatten wohl nichts mitbekommen und natürlich wurde das 1:1 der Gastgeber kurz bejubelt.
Nach genau 15 Minuten setzten auf einen Schlag die Trommeln wieder ein. Dann folgten die Gesänge. Plötzlich war es wieder unglaublich laut in der Arena. Ich habe mich einen kurzen Moment erschrocken, auf dem Eis machte der plötzliche Wechsel scheinbar nichts aus.
Aus Sicht eines Spielers kann ich mir allerdings vorstellen, dass es sehr wohl einen himmelweiten Unterschied macht, ob die Zuschauer leise sind oder Stimmung machen. Sowohl für die Spielweise als auch den Ehrgeiz.

Wie kann der Protest bewertet werden? Meine persönliche Meinung
Für mich sind Aktionen wie diese das Einzige, was man machen kann. Einzelne Stimmen gegen diese Praktiken bringen nichts. Natürlich muss alles erst einmal anlaufen und eine gewisse Aufmerksamkeit erregen, aber was soll man als „kleiner Fan“ machen? Selbst für mich als Studentin ist es schwierig, solche Donnerstagsspiele mit Vorlesungen, Sprachkurs und Sport unter einen Hut zu bekommen.
Kommentare unter Social Media Beiträgen werden glaube ich kaum registriert, die Vereine und die Liga selber werden sich wahrscheinlich fügen MÜSSEN, um keine Verluste im wirtschaftlichen Bereich zu machen und weiterhin im Fernsehen zu bleiben.
Denn das Fernsehen ist und bleibt eine Möglichkeit, Nachrichten schnell zu übermitteln. Selbst wenn es nur die Banner während der Übertragung sind, so kommen doch vermutlich einige ins Grübeln, weil sie die Banner gesehen haben.
Die Aktion kann –ligaweit und dauerhaft durchgezogen– meiner Meinung nach etwas bewegen. Das Ausmaß steht allerdings in den Sternen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Sunday Night Hockey / EHC Tigers Köln vs Gambrinus Löwen

von Frank Göbel

Sonntag abend. Mitte Dezember. Was gibt es da schöneres als Eishockey? Genau, nichts. Deshalb bin ich an diesem beschneiten letzten Tag der Woche in der Kölnarena 2 um mir die Partie der Rheinland Hockey League (RHL) anzutun.

Die EHC Tigers Köln empfangen die Gambrinus Löwen. Das heisst 5. gegen 7. Die Gambrinus Löwen (1 Punkt) haben hier heute die Möglichkeit an den EHC (4 Punkte) ranzukommen und den Tabellenkeller spannend zu machen.

Glühwein ist gebunkert, Spekulatius-Vorrat gerade angebrochen…Von der Reportertribüne aus kann es losgehen!

 

Pump-Up-Song: Noel Gallagher / „Fort Knox“

Noel Gallagher’s High Flying Birds – Fort Knox (Official Audio / Lyric Video)

 

 

Puckdrop.

Beide Teams wollen hier auf keinen Fall den ersten Fehler machen. Deswegen bemüht man sich hier um einen kontrollierten Aufbau. Das klappt auch ganz gut.

Den ersten Fehler macht allerdings Gambrinus. Dieper stand im Slot mutterseelen allein und liess Goalie keine Chance. Wir schrieben die 3. Spielminute.

WP_20171210_19_50_23_Pro

Dann vielleicht die Schlüsselszene des Spiels. Ein Zweikampf an der Bande bewertete der Schiedsrichter mit Kopfstoß. 5 Minuten plus Spieldauer für Renz (Gambrinus). Wir waren gerade in der 8. Minute des Spiels!

Wenn es, wie bei Gambrinus aktuell nicht so läuft, muss man sich fundamentale Dinge berufen. Das fünfminütige Penalty Killing war auf jeden Fall erste Sahne!

Ausser einmal. Da schob Pivl ungehindert zum 2-0 ein. Das kann passieren.

Mit diesem Ergebnis ging es zum ersten Pausentee.

Das zweite Drittel war schwere Kost. Gambrinus war Gefangener der eigenen Möglichkeiten. Der EHC lies es ruhig angehen und war auf verteidigen des 2-0 Vorsprungs aus. Gambrinus vergab gute Möglichkeiten. Darunter zwei Powerplays und sogar einige 3 gegen 1 Angriffe! Das ist schon problematisch und nagt an den Spielern.

Ein Verzweiflungsschuß von Lammenett an Freund und Feind vorbei schlug ein und somit stand es 3-0 nach 40 Minuten. Für die Tigers lief es wie am Schnürchen.

WP_20171210_21_24_07_Pro (2)

Mach mal Pause.

 

Und so sollte es auch im letzten Drittel weitergehen. Die Gambrinus Löwen schafften es nicht die Schlußoffensive zu feuern. Das spielte den Tigers in die Karten. Einzig Lendak gelang kurz vor Schluß noch der Ehrentreffer. Hauptsache nicht zu null!

Die große Packung blieb aus. Bei Gambrinus muss man jetzt schauen, das man schnell einen Sieg einfährt. Dabei sollte man auf Spieler wie Hering (#93) und Rötzheim (#91) setzen, die heute flott unterwegs waren.

Und der EHC? Mit dem Sieg hat man sich einen Konkurrenten vom Leib gehalten.

Jetzt aber raus in die kalte Kölner Luft .

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Videoschiedsrichter / Die Probleme Anderer

von Bully

Der Deutsche Fußball hat es momentan echt nicht leicht. Aktuell wird man von der korrupten FIFA zu Testspielen gegen B-Nationen wie England oder Frankreich gezwungen. Aber momentan gibt es auch Ärger in der heimischen Liga. Die Rede ist vom Videobeweis. Es gibt kaum ein Thema, über das in diesen Tagen heißer diskutiert wird als der „Assistent“ für den Schiedsrichter.

Sogar personelle Konsequenzen gab es bereits. Hellmut Krug (Videobeweischef) musste bereits gehen und schlägt sich gerade mit Korruptionsvorwürfen herum.

Das ganze Thema wurde, wie so viele, falsch angegangen. Der Videobeweis ist eine tolle Sache! Wenn man sie richtig einsetzt. Und jetzt kommt der Pucksport ins Spiel. Der Videobeweis ist seit langem Usus im Deutschen Eishockey. Er wird gerne bei strittigen oder unklaren Regeln zu Rate gezogen.

Wir waren in der Redaktion auf Stimmenfang und haben ein paar Mitarbeiter gefragt, wie sie die aktuelle Lage beim Fußball und im Eishockey sehen:

 

Frank Göbel (Chefredakteur): „Alles scheiße! Warum schaut man nicht vorher mal, wie andere Sportarten das machen?! In der NHL kann man eine „Challenge“ nach jedem Tor beanstanden. Dann wird geschaut ob, es Abseits, Torwartbehinderung, hoher Stock oder whatever war. Die Entscheidungen werden akzeptiert. Aber das sich jeder auf dem grünen Platz aufregen darf und mit seinen tätowierten Unterarmen rumfuchteln kann, ist leider historisch gewachsen. Da gibt es leider „Erziehungsruinen“ die sich die Freiheit nehmen, den Unparteiischen anzugehen. Schon mal beobachtet, dass sich Eishockeyspieler um den Schiedsrichter tummeln und aufmucken? Nein. Das zeigt doch die ganze Klasse von Eishockeyspielern. Also, meiner Meinung nach, sollte sich der DFB schleunigst mal mit dem DEB und den Ligen zusammensetzen. Da gibt es bestimmt tolle Ansätze. Spinnen wir das doch mal weiter. Lassen wir doch mal einen Lars Brüggemann eine Fußballpartie leiten. Allein seine Präsenz wäre für viele Balltreter ein heilender Kulturschock.“

 

Helmut Krebs (Admin): „Der größte Unterschied (und auch die Schwierigkeit) zwischen den beiden Sportarten besteht meiner Meinung nach beim Format der Spielzeit. Im Eishockey kann einfach unterbrochen werden, die Uhr stoppt, diese „Netto-Spielzeit“ gibt es im Fußball nicht. Trotzdem kann man dem Videobeweis, zumindest aus Sicht des Eishockeys, sehr viel Gutes abgewinnen. Es ist immer die Frage wie man den Videobeweis richtig einsetzt, d.h. wenn geklärt ist, in welchen Situation er eingesetzt wird, sodass dies für den Zuschauer auch verständlich und nachvollziehbar ist. Das funktioniert beim Eishockey meiner Meinung sehr gut. Vielleicht sollte man beim Fußball über eine Challenge-Möglichkeit nachdenken, auch das funktioniert in der NHL wunderbar!

 

Markus Zick (IT-Support): „Ich war von Anfang an ein Verfechter des Videobeweises im Fußball. Gerade weil es im Eishockey gut funktioniert und im Fußball so viele gravierende Fehlentscheidungen getroffen wurden. Jedoch hat die unausgereifte Technik und der falsche Einsatz (der Videobeweis wurde ja nach kurzer Zeit für alles herangezogen, nicht nur für „heikle“ Situationen) die Gemüter ordentlich erhitzt. Meiner Meinung nach muss man den Einsatz noch einmal genau klären. Das Problem ist natürlich die weiterlaufende Spielzeit und das Unverständnis bei vielen Fans. Aktuell kann es durchaus vorkommen, dass der eigenen Mannschaft eine Ecke zugesprochen wird und der Schiri den Befehl bekommt, für den Gegner einen Elfmeter auf der anderen Seite des Spielfelds zu Pfeifen. Das ist für die Fans im Stadion einfach nicht nachvollziehbar. Hier muss eine andere Lösung her (bspw. ein Signal auf den Videotafeln oä.). Die Spielzeit muss eben auf die Nachspielzeit angerechnet werden. Nichts desto trotz denke ich, dass der Einsatz des Videobeweises im Fußball sinnvoll ist. Er muss eben nun seine perfekte Anwendung finden. Verhältnisse im Eishockey entstehen eben nicht von heut auf morgen 😉“

 

 

Diana Jansen (Field-Reporterin): „Ich kenne mich zwar nicht so gut im Fußball aus wie meine Mitschreiber, aber was ich hier und da aufschnappe schreit förmlich nach einer Schiedsrichter-Reform. Der Videobeweis hätte schon vor Jahren mit klaren Regeln eingeführt werden sollen. Es muss sowohl für Trainer, als auch für Spieler und Schiris klar sein, dass der Videobeweis -wie im Eishockey- nur bei Unklarheiten herangezogen werden soll. Auch muss nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem in den Köpfen klar sein, dass die endgültige Entscheidung eben genau das ist: Endgültig. Natürlich sind Schiedsrichter auch nur Menschen und können eine Situation fehlinterpretieren, aber genau für diesen Fall ist der Videobeweis vorgesehen. Man sollte diesen wie im Eishockey fordern können, aber eben nur in Maßen, nicht von jedem x-beliebigen Spieler und nicht nach jeder vermeintlichen Fehlentscheidung.“

 

 

 

Chris Warnke (Regelconsultant und Eishockeyschiedsrichter): „Als großer Fan vom Eishockey, habe ich nur wenig intresse am Fußball und doch bekommt man die Probleme mit. Meiner Ansicht nach hat der Fußball den Fehler gemacht und den Videoschiesdrichter eingeführt ohne die Regeln anzupassen. Beim Eishocky kann der Videoschiedsrichter nur den Kollegen auf dem Eis überstimmen, bei der Frage ob Tor oder nicht. Alles andere ist Sache des Kollegen auf dem Eis. Die Grenzen sind also klar gezogen. Und der Videobeweis kann nur auf Anfrage der Mannschaften oder beim Zweifel der Schiedsrichter selbst, herangezogen werden. Beim Fußball fehlt das in meinen Augen. Es muss klar definiert werden wann der Videoschiedsrichter eingesetzt wird und wann nicht. Es reicht nicht zu sagen: Nach Ermessen der Kollegen auf dem Rasen. Außerdem muss auch definiert werden wer im Zweifel einer Entscheidung die Oberhand hat, der Videokollege oder der Kollege auf dem Platz. Meiner Meinung nach der Kollege auf dem Rasen, da er vor Ort ist und man darf seine Integration vor Spielern und Fans nicht herabsetzen. Der Kollege vor dem Monitor, kann nicht die Atmosphäre und die Meinungen der Spieler hören, und obwohl das viele Schiedsrichterkollegen abstreiten, so lässt man sich davon doch ein wenig beeinflussen und man sieht auch ob die Spieler etwas vorspielen oder nicht. Somit sollte es nicht möglich sein den Schiedsrichter auf dem Rasen bei jeder Aktion zu behelligen. Der Sport lebt ein Stück weit davon. Es sollte auch überdacht werden, ob man nicht 5 Schiedsrichter beim Spiel einsetzt und der fünfte ist der Viedokollege im Stadion in einem kleinen Häuschen am Rand des Spielfeldes oder der Schiedsrichter auf dem Feld kann selber nachschauen bei Situationen. Allerdings sollte man die Zeit die dafür drauf geht auch wieder anhängen.“

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein