RHL-Finale / Mad Dogs Cologne vs Cologne Smilies

von Frank Göbel

 

Draußen begrüßen uns seit kurzem die ersten warmen Frühlingstage. Kann man da an Eishockey denken? Man kann. Die DEL-Playoffs sind so gut wie durch und die NHL geht gerade mal in die zweite Runde ihrer Playoffs.

In Köln geht heute die RHL (Rheinland Hockey League) zuende. Denn es steigt das alles entscheidende Spiel 3 der Finalserie zwischen den Mad Dogs Cologne und den Cologne Smilies. Im ersten Spiel konnten sich die Mad Dogs relativ klar mit 5-1 durchsetzen. Aber Spiel 2 konnten die Smilies mit 4-2 gewinnen.

Nun also der Showdown einer ganzen Saison. Alles wofür man seit letztem Sommer oder sein Leben drauf hingearbeitet hat entscheidet sich in den nächsten 60 Minuten. Puh. Episch. 

 

Caught a Ghost – „Can’t let go“

 

 

 

Es geht offensiv los. Auf Seiten der Smilies gab es in der 2. Minute schon einen Breakaway für Krei. Die Chance vereitelte aber Mad Dogs Torwart Hartung.

Und in so einem wichtigen Spiel, das so vieles entscheidet, wünscht man sich Professionalität. Nicht nur von den Spielern. Von daher kommt es sehr überraschend, das die Liga nur einen Schiedsrichter (read my Lips: Einen!) bestellt hat. Das sah man stark im ersten Drittel, als es fette Fehlentscheidungen gab. Abseits, Beinstellen, Stockschlag…Ich gebe dem armen Mann nicht mal die Schuld dafür, aber wenn in Ligenspielen immer im 2-Mann-System gepfiffen wird, kann man erwarten, das es im Finale auch so sein muss.

 Es ging munter rauf und runter. Und die gut besuchte Kölnarena 2 hatte den ersten Torjubel in der 10. Minute auf den Lippen. Zumindest für die, die es mit den Smilies hielten. Schnepf netzte in einem schön vorgetragen ein Konter für die Smilies zum 1-0 ein. 

Aber nur 2 Minuten später schnappte sich Schneider einen Rebound von Smilies Torwart Witt und traf zum 1-1. Jetzt war hier richtig Stimmung!

Dem schon eben unglücklichen Schiedsrichter entglitt das Spiel ein wenig aus den Händen. Es wurde ruppiger, auch nach dem Abpfiff. Sogenannte Blind-Fouls, abseits des Spielgeschehen gab es zu genüge. Leider.

Das zweite Drittel startete mit einem Powerplay für die Smilies. Höller musste für einen, in meinen Augen, völlig regulären Check auf die Strafbank. Ein sehr gutes Powerplay, welches aber kein Tor bescherte. Randnotiz: Im ganzen restlichen Spiel, habe ich Höller nie mehr zum Check ansetzen sehen. Ursache und Wirkung einer Fehlentscheidung.

Das Spiel beruhigte sich und beide Teams besannen sich auf Eishockey. Es war zwar noch kein fröhliches Blümchenpflücken, aber immerhin gab es bis hierhin keine Verletzten. Ist ja schon was wert.

Das Spiel hatte zwar noch den ein oder anderen Aufreger, aber konzentrieren wir uns lieber auf das Spiel selber, als das Streifenhörnchen.

Somit ging es mit einem spannenden 1-1 ins letzte Drittel. Hier könnte jetzt jeder Fehler entscheiden.

Das Schlußdrittel war gut. Flotte Spielzüge und leidenschaftliche (nicht unfaire) Zweikämpfe. Ja, es wurde auch härter, aber großteils alles im Rahmen. Und am Ende des Tages ist es ein Finale, welches über ein ganzes Jahr entscheidet.

5 Minuten vor Schluß kam es zum Powerplay für die Mad Dogs. Und wenn diese Powerplay-Taktik so einstudiert war, dann Hut ab. Donovan war es am Ende, der die Scheibe in einem Durcheinander über die Linie bugsierte.

Die Smilies konnten nichts mehr dagegen tun. Auch der herausgeeilte Goalie zu Gunsten eins sechsten Feldspielers sollte in den letzten Momenten nichts mehr nutzen.

Und so feierten die Mad Dogs ausgelassen die Meisterschaft. 

Als ich die Arena verlasse, bin ich zwar etwas traurig, das die Saison vorbei ist, habe aber schon wieder Vorfreude ab Oktober wieder zu unmenschlichen Zeiten die Eishallen im Rheinland zu besuchen.

Und jetzt ab zum Grill!

 

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Der Fluch der Printen / Aachen vs. Bonn

von Frank Göbel

 

Ein Sonntag in Aachen. Es steht das dritte Saisonspiel von Bonn Thunder an. Das erste Spiel wurde gegen die Bockum Bulldogs (5-6) verloren. In Düsseldorf beim Absteiger konnte man dann aber den ersten Sieg (5-3) einfahren. Gefeierte Reihe war hier die Kombination um Chris Warnke (Tor + Vorlage) und Martin Nüse (3 Tore). 

Der mitgefahrene Tross der Thunder-Nation erhofft sich heute eine ähnliche Teamleistung wie in Düsseldorf. Dabei gibt es einen Fluch zu beenden. Der letzte Sieg in Aachen wurde eingefahren, als man Samstags noch „Wetten Dass…?!“ gekuckt hat oder glaubte, der Mond sei aus Käse. In diesem Sinne: 

Let’s do that Hockey!!!

Eine ausgeglichene Anfangsphase ergab dann doch einige Torschüße aus der zweiten Reihe. Hier konnte sich Aachen ein kleines Übergewicht verschaffen. Die schon erwähnte Reihe von Warnke und Nüse brachte gute Laufwege mit dem Ball aufs Parkett.

Der erste Treffer hatte dann durchaus Kaliber um Tor des Monats zu werden. Bonns Goalie Wolf wehrte den Torschuß nach oben ab. Der Ball senkte sich und fiel auf den verwirrten Wolf und von da in das Tor. 1-0! Torschütze war Dominik Heulmanns. 

Kurz darauf erhöht Ros auf 2-0 mit einem Sniper. Da war nicht viel zu machen.

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Es fehlte bei den Bonnern irgendwie der „Grip“ zum verteidigen. Ein ums andere Mal kamen die Stürmer durch und durften sich versuchen. Einen Glanzsafe hatte Wolf im ersten Drittel gegen Evers. Der wieder blank durchkam. Aber der enthusiastische Keeper hatte den richtigen Riecher.

Sebastian Wiegmann erwischte den Keeper dann aber doch noch eiskalt unter der Stockhand zum 3-0 Pausentee.

Zweites Drittel. Jetzt müsste mal eine Antwort kommen. Und die kam. Die schon erwähnte Paradereihe der Bonner erkämpfte sich den Ball an der Mittellinie, den Rebound erwischte Nüse buchstäblich im Hechtsprung als Backhander und ins Glück. 1-3. Das war ein hartes, aber schönes Stück Hockey. Und die Chancen kamen für die Gäste. Sogar in Form einer doppelten Überzahl! Diese wurde leider nicht genutzt. Und diese Floskel der ungenutzten Chancen sollte sich auch hier bewahrheiten. 

Heulmanns traf im Powerplay (Kaschub nahm für zwei Minuten Beinstellen Platz). Der Stürmer hatte viel zu viel Zeit Maß zu nehmen und ließ Wolf mal Zero Chance.

Zur zweiten Pause dann also wieder mit einem drei Tore-Rückstand.

Aber wieder gab es die Antwort. Der immer emsige Flo Zimmermann machte in der ersten Minute des Schußabschnitts frech das 4-2 und auch hart umkämpfte Minuten später markierte er das 4-3. Die mitgereisten und mitgerissenen Fans wollten jetzt keine Minute verpassen und verfolgten mit Argusaugen die Schlußminuten. Und Chancen gab es. Kurz vor Schluß verzettelte man sich aber in der Bonner Abwehr und ließ eine 2 auf 0 Chance zu. Die dann auch eiskalt genutzt wurde. 5-3 durch Lux. Damit war der Wille der Bonner endgültig gebrochen. Das 6-3 durch Ros war dann der Schlußpunkt der Auwärtspartie.

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Toll, das man hier Moral gezeigt hat und zurückgekommen ist. Am Ende waren die Aachener aber immer einen Schritt schneller. Diese Partie wirft die Bonner freilich nicht um, dennoch muss man die Chancenauswertung ansprechen. Hätte man die besser genutzt, säße jetzt hier ein völlig zufriedener freier Journalist.

Die nächste Partie bestreiten die Bonner dann am 06.05. in Langenfeld. Bis dahin hat man genug Zeit, an der Effektivität zu arbeiten.

 

 

Abenteuer Hockey im Ausland / Part 2

Von Diana Jansen

 

Abenteuer Hockey im Ausland, Part II

 

Frisch zurückgekehrt von meinem ersten Hockeytraining im Ausland –und das am Tag nach meiner Ankunft– folgt auch sogleich der Bericht meiner ersten Eindrücke. Dabei durfte mein Bonn Fire Trikot als Stück Heimat natürlich nicht fehlen und wurde in der Halle sehr bewundert!

 

Mit Hockeytasche und Schlägern quer durch Florenz zum Bahnhof laufen? Das ist ein echtes Abenteuer! Die Straßen und Bürgersteige sind schmal und dazu kommen einem noch hunderte Menschen entgegen, je mehr man sich dem Dom nähert. Am nächst größeren Platz kam mir ein amerikanisches Pärchen entgegen und das einzige, was er zu ihr sagte war nur „A hockey player!“ –scheinbar war er erstaunt, dass es hier soetwas gibt.

Meine weitere Reise nach Empoli verlief ohne größere Zwischenfälle. In Empoli selber wurde ich dann schon von meiner sehr netten Mitstreiterin erwartet, mit der ich auch während der Fahrt ins Gespräch kam. Sie trainiert mit den Herren und den Junioren in Empoli, spielt aber gleichzeitig noch für ein Damenteam nahe Rom. Ja, drei Stunden Fahrt zur nächstgelegenen Mannschaft, da es nur fünf in ganz Italien gibt. Die Lage ist also noch schlimmer als bei uns, und es ist kein Wunder, dass die Saison nur an wenigen Wochenenden ausgetragen wird.

 

An der Halle angekommen habe ich dann auch direkt zwei weitere Spieler bzw. Trainer kennengelernt. Die Halle selbst ist nichts Besonderes. Es handelt sich um eine Außenhalle mit Überdachung und Materiallager. Es ist schön luftig, der Boden ist gut und es gibt rundum etwa zwei Meter hohe Plexiglasbanden. Nach und nach kamen dann auch die Junioren auf die Fläche und ich hatte ein paar Minuten, um mich schon mal mit meinem neuen Spielgerät dem Puck vertrauter zu machen. Als es dann tatsächlich losging musste ich allerdings schlucken. 

 

Übungen, die ich definitiv noch nie gesehen habe, ein unglaublich hohes Tempo und die erste Trinkpause nach gefühlt einer Stunde. Mit nur zwölf Personen war das heftig, und nach 45 Minuten musste ich kapitulieren und die letzten beiden Übungen aussetzen. Zum Zocken wurde ich wieder aufs Feld gerufen, und vorher konnte ich einiges beobachten.

Ich dachte zuerst es wäre das gleiche wie Skaterhockey nur eben mit Puck. Jetzt kann ich sagen: Ist es nicht. Klar ist es ähnlich, aber es gibt vollkommen andere Aufstellungen und Spielweisen. Außerdem ist die Herangehensweise ans Training etwas, was ich noch nicht kannte: Es wird etwas ohne Worte aufgemalt und wenn keine Fragen sind wird es ohne Erklärung ausgeführt. Sogar aus dem einfachen 1 auf Null oder 2 auf Null mit Start auf der Gegenseite und mehrfachem Querpassen wird eine komplizierte Übung mit Backcheck und unglaublich langen Laufwegen gemacht. Der Trainer steht dabei die ganze Zeit auf dem Feld und nicht etwa an der Bande. Auch während des Spiels blieb er auf dem Feld. Er war nett, keine Frage, aber manchmal kam er mir sehr sehr angespannt oder gar genervt vor. Das Spielen selber war nicht mehr so schwierig wie die Übungen, und ein oder zwei Mal hat mich der Trainer sogar mit einem „Brava“ gelobt.

 

Das Resümee nach dem Training mit meiner Kontaktfrau ergab noch, dass die Senioren –anders als ich dachte– zwar in der zweiten Liga spielen, sich aber nur ein Mal in der Woche zum zocken treffen und sehr viel langsamer als die Junioren sind. Ich dachte eigentlich, das Tempo wäre noch höher und mein Plan weiter Hockey zu spielen sei dahin.

Was ich allerdings richtig cool finde ist, dass ich meine Tasche dalassen kann. In der Halle selber gibt es einen geschützten Verschlag, der immer abgeschlossen ist, wo nun mein ganzes Zeug lagert. Das erleichtert mir nicht nur den Weg durch die Stadt, sondern vor allem macht es mich unabhängig von jemandem, der mich am Bahnhof einsammelt und zur Halle bringt.

 

Die Idee, am besten mit den Junioren ins Training zu starten, war nicht die beste meines Lebens, aber das Seniorentraining ein paar Tage später war deutlich angenehmer.

Nunja, Training kann man das eigentlich nicht nennen. Ab ca. 21.30 stößt man einfach zum Zocken dazu. Allerdings gefällt mir das sehr viel besser als vorher noch Übungen zu fahren; auch wenn ein Start ohne Warmup ebenso nicht das Gelbe vom Ei ist. Aber die Anderen sind mir sympathischer als eine Gruppe Jugendlicher. Ich brauchte wieder einige Zeit, mich einzugewöhnen, aber danach funktionierte es sogar so gut, dass ich einen Assist geben konnte, für den es vom Vorsitz, Trainer und der gegnerischen Mannschaft extra „Applaus“ gab. Für mehr außer ein paar relativ gut angenommene Pässe reichte es aber trotzdem nicht mehr.

All dem zum Trotz macht es aber Spaß. Ich merke, dass es gar nicht so schwierig ist. Es müssen nur die richtigen Menschen dort sein, die auch versuchen, mit dir zu spielen statt unter sich, während du versuchst, mitzuhalten. Man kümmert sich erstaunlich gut um mich und ist immer besorgt, wie ich vom Bahnhof zur Halle und nach dem Training wieder nach Florenz komme. Fast erinnert es mich an zu Hause, auch wenn das bisher nichts toppen kann!

Cologne Thunder Ducks vs Gambrinus Löwen

von Frank Göbel

Am Montag nach dem Olympia-Finale reden immer noch alle von diesem Sonntag, der trotz Niederlage in die Geschichtsbücher einging. Aber das Eishockey-Business ist knallhart. Heute steht eine Partie der Rheinland-Hockey-League an. Und es wird keine Rücksicht auf Jetlag oder schwere Beine genommen.

Heute kreuzen die Cologne Thunder Ducks und die Gambrinus Löwen die Klingen. Ein Spiel aus der unteren Tabellenregion. Fünfter gegen den Siebten. Warum man sich das antut? Weil es ein RHL-Spiel ist und hier alles passieren kann. Ganz einfach. Außerdem ist die Eishalle am Lentpark einfach nur toll und selbst bei Zambonifahrten ein Kommen wert!

 

Pump-Up-Song:

Lionel Richie – „All Night Long“

 

 

Ein konzentrierter Beginn. So muss das wohl auch sein, wenn Teams auf Augenhöhe aufeinander treffen. Erst eine Strafzeiten für Pennartz auf Seiten der Löwen brachte Tormöglichkeiten. Beske hatte hier wohl die beste Chance das erste Tor zu machen.

Eine weitere Strafzeit für Gambrinus brachte eine starke Möglichkeit für die Gäste!

Schmidt mit Zuckerpass auf Odenthal, der im Alleingang der an Torwart Häger scheitert. Das wäre mal ein Ding gewesen. Auswärts in Unterzahl in Führung zu gehen. So bleibt es vorerst beim 0-0.

Ein Spiel, welches durch Special Teams entschieden wird, sieht man oft. Der schon erwähnte Pennartz nahm wieder Platz und Florian Wilthelm mit dem 1-0 auf Zuspiel durch seinen Bruder Marcel Wilthelm.

Dann wurde es hektisch. Löwe Schmidt mit einem Ellbogencheck gegen Leder. Der erst einmal auf der Bank durchatmen musste. Matchstrafe wegen Ellboghencheck mit Verletzungsfolge für die Gäste und Hecker netzt zum 2-0 ein.

Das zweite Drittel war von Strafzeiten geprägt. 7 an der Zahl.

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Im letzten Drittel hatten sich die Gemüter etwas. In dieser Phase gelingt Raphael Otto der Anschlußtreffer. Dominik Hering war für die Vorlage verantwortlich. In de Folge plätscherte das Spiel dahin. Aber dann Rötzheim mit einem 2-1 Konter auf das Ducks-Tor bedient mustergültig Köppe zum 2-2!

Es entwickelte sich ein rassiges Spiel. Nicht unfair, guter Sport. 2 Minuten vor Schluß fahren die Gäste einen 3 gegen 1 Konter! Hering hatte keine Probleme einzusetzen. 3-2!!!

Die Ducks nehmen noch den Torwart raus, aber es gibt kein Durchkommen zum Ausgleich. Am Ende ist es der erste Sieg für die Gambrinus Löwen in der 1. Division. Das gibt Auftrieb für die vielleicht Anstehenden Playdowns. Und die Thunder Ducks?! Die Fülle an Strafzeiten gegen die Gäste im zweiten Drittel hätte man nutzen müssen um hier den berühmten Sack zuzumachen.

Eishockey-Deutschland im 7. Himmel

von Helmut Krebs.

Olympia, Silber. Ich wette wenn man den Spielern das vor dem Turnier gesagt hätte, hätte man das gerne genommen.

Man kann die Leistung unseres Teams nicht oft genug loben. Erst Schweden als amtierender Weltmeister hinausgeschmissen, dann Kanada (Beschreibung der Qualität überflüssig). Natürlich gibt es auch hier wieder Kritiker die anführen, dass die beste Liga der Welt, die NHL, ja keine Spieler entsandt hat. Ja und?! Franz Reindl nahm gestern im Sportstudio beim ZDF dazu Stellung und meinte sinngemäß dass ja auch unsere Mannschaft auf die NHL-Spieler (Rieder, Draisaitl zB.) verzichtet.

Mehr als nur Silber

Es war Werbung für unseren Sport, als ich einen Tag davor in der Stadt unterwegs war redeten alle von Eishockey, über das Finale am Sonntagmorgen. In der Zeitung Eishockey. Und wie sich unsere Mannschaft sodann gegen die Athleten aus Russland präsentiert hat, großes Kino. Diese Olympiade hatte gefühlt mehr Effekt für unseren Sport als die letztjährig stattgefundene Heim-WM. Es bleibt zu hoffen dass viele Leute beim Eishockey hängen bleiben, das haben sich unsere Jungs verdient.

MVP?

Es kann keinen anderen geben als unseren Torhüter Danny aus den Birken. Was der Münchner Goalie gehalten hat war unfassbar. Ich lege mich fest: Aus den Birken wird in den Playoffs der Torhüter des EHC RB München sein. Das geht gar nicht anders.

Diesen Olympiaeffekt werden die Spieler merken sobald sie wieder in den DEL Stadien spielen. Ich freue mich am Sonntag 7 dieser Olympiasieger (ja, für mich ist jeder im Team ein Olympiasieger, wenn auch „nur“ Silber) im Olympiaeissportzentrum München zu empfangen und zu feiern.

Nach dem Finale / „…Lebbe geht weiter…“

von Frank Göbel

Als Kaprizow in der Verlängerung zum Schlagschuß ausholt und damit den Sieg der Athleten aus Russland gegen Deutschland perfekt macht, wird die rote Nation aufgeatmet haben. „Nochmal Glück gehabt.“ Oder „Warum so spannend?!“ .
Nun, das die Russen mit dem Spiel der Deutschen so ihre Probleme hatten, merkte man schnell. Giftig, offensiv und einfach nur eine „Mir-egal-wer-du-bist“-Mentalität gegen den Gegner.

Danny aus den Birken im Kasten, hat hier wohl die Partie seines Lebens gemacht und immerhin Silber geholt. Mit einem Team, welches keiner auf der Rechnung hatte. Auch nicht die Russen. Die eher Schweden oder Kanada erwartet hätten.

Ja, die verfluchten letzten 56 Sekunden wird jedem Spieler und jedem Fan, der mitgefiebert hat, noch schlaflose Nächte bereiten. Fakt ist, das man gegen Russland nie aufhören darf, seinen Gameplan beizubehalten. Fakt ist aber auch, das es seltener ein glücklicheres Tor gab als dieses zum 3-3 Ausgleich. „Ich hau mal auf die Scheibe und kuck, was passiert.“ Kennt man von den Russen garnicht.
Die (unglückliche) Strafe gegen Reimer, war leider die Einladung für die Russen. 3-4 Unterzahl gegen Russland ist wie Reise nach Jerusalem mit einem Bär und nur noch einem Stuhl.

Der Rest ist Geschichte.

Und jetzt?! Werden wir in allen Eishalle ein „Ausverkauft“-Schild hängen müssen?

Ich bin gespannt, was der zweite Platz in dieser schnellen medialen Welt noch wert ist. Aus den Birken, Ehrhoff oder Reimer. Kennt man sie noch, wenn man sie im Februar 2019 in irgendeiner Fußgänger-Zone Passanten nennt?!

Finale / …muss das sein?!

von Frank Göbel

Finale. Ein so einfaches Wort und doch aktuell in aller Munde. Unsere DEB-Jungs haben heute Nachmittag Kanada mit 4-3 geschlagen. Das an sich ist überhaupt die Sensation!

In 9 von 10 Spielen zieht man gegen die Ahornblätter den Kürzeren. Heute nicht. Nicht im Halbfinale.

Zum Schluß wurde es zwar nochmal spannend, aber das Team aus Nord-Nordamerika brachte kein viertes Tor zustande

Hand auf den Bierbauch: Wer hat überhaupt einen Pfifferling auf die Deutschen bei den Spielen gegeben? Der Fehlstart gegen Finnland (2-5), war für viele doch die Bestätigung, dass man bald wieder die Koffer packen darf.

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Und jetzt? Abfeiern? Die Geister von Innsbruck 1976 beschwören? Die Truppe, zu der man immer neidisch rüber geschielt hat?! Die Mannschaft von Pyeongchang 2018 ist jetzt schon legendär. Zudem man nicht vergessen darf, das 1976 keine Schweden und keine Kanadier dabei waren. (Jene welche man in dieser Woche geschlagen hat!) Und auch das erst nach dem Spiel entschiedene Torverhältniss spülte das BR-Team auf den dritten Platz.

So oder so. Die 76er waren Bombe und die 2018er sind es jetzt schon.

Das Finale? Gegen Russl…äähh, ich meinte gegen die „Athleten aus Russland“. Wird ´ne harte Nummer. Aber das war es gegen Schweden und Kanada auch. Punkt.

Und wenn Ehrhoff und Co Gold holen sollten, wird ein Oberbayer sagen:“…damals 76, da hab isch scho gesehen, dass en Aufschwung do war…!“ Na klar.

Sonntag 5:00 Uhr ist es soweit. Eine relativ gnädige Zeit, die wir, wenn wir beachten, was auf dem Spiel steht, definitiv nutzen sollten um vor dem TV zu sitzen.

Und noch mal, sollten wir Gold holen, hoffe ich, dass es in 9 Monaten einen Babyboom geben wird und alle Matthias (Plachta), Frank (Mauer) oder Patrick (Hager) heissen werden. Und natürlich viele Anmeldungen bei den lokalen Eishockeyvereinen!