Gewalt im Eisstadion muss das sein?

Aus gegebenem Anlass muss ich mich heute mit diesem Thema beschäftigen. Ich bin bestürzt was da momentan in den Eisstadien Deutschlands vor sich geht. Diese negative Entwicklung zeichnet sich ja bereits seit einigen Jahren ab. Bei einigen Spielen am gestrigen Abend kam es zu Ausschreitungen sogenannter Fans, es gab Verletzte und ärgerliche Zwischenfälle mit Pyrotechnik in geschlossenen Stadien.
Aber von Anfang an, dazu muss ich etwas weiter zurückgehen, an einem besonders trauriges Beispiel aus der Oberliga Süd. Sogenannte „Fans“ haben dort den Ruf eines einzelnen Vereins so massiv geschädigt, dass selbst die normalen Fans nicht mehr gerne gesehen werden in den restlichen Stadien. Ich spreche von Fans des EHC Klostersees.
Vor einigen Jahren bin ich noch sehr gerne in die alte Scheune gefahren. Man konnte sich gut und nett am Bierstand unterhalten und gefahrlos zum Fanstand in der Fankurve gehen um sich Aufnäher, Pin oder Puck für die Sammlung daheim zu besorgen. Das Ganze hat sich in den letzten Jahren leider zum negativen entwickelt, im letzten Jahr kam es so weit das die Grafinger Verantwortlichen sogar ein Alkoholverbot in der Halle aussprachen.
Anfangs waren diese „Fans“ noch ziemlich harmlos, doch leider nicht lange. Fangesänge gegen die Gästemannschaft gehören zum Eishockey, doch das war dort leider irgendwann nicht mehr alles. Bei einem Spiel im Viertelfinale der Oberliga, gab es einen ärgerlichen Zwischenfall mit der Eismaschine und es flog von beiden Seiten Pyrotechnik aufs Eis. Zum Glück war da das Spiel bereits abgebrochen, so ein Verhalten kann auch bei laufendem Spiel zum Abbruch führen. Ein Jahr später kam es gegen den selben Verein zu Beschädigungen an PKWs auf dem Parkplatz, dem Klau eines Nummernschildes vom Mannschaftsbus und dem überschütten des Busfahrers mit Bier sowie einem Steinwurf nach selbigen. Wieder eine Saison später wurde erneut versucht dem Bus die Nummernschilder zu entwenden, gegen eine andere Mannschaft kam es zu Beleidigungen, es wurden Schals geklaut und angezündet sowie den Gästefans auf dem Parkplatz aufgelauert und später auch auf dem Bahnhofsgelände. Bei einem Gastspiel in Bayreuth wurde Pyrotechnik gezündet, der Schiedsrichter ließ daraufhin den Gästeblock räumen und die Polizei musste mit Pfefferspray gegen diese „Fans“ vorgehen um sie aus dem Stadion zu bekommen.
In diesem Jahr kam es zu einigen Stadionverboten auf Grafinger Seite, was ich sehr gut fand, da der Verein sich nicht mehr anders zu helfen wusste und so endlich wieder Ruhe im eigenen Stadion einzog. Jedoch nicht in den anderen umliegenden Hallen. Aufgrund von gezündeter Pyrotechnik in einer Geschlossenen Halle, kam es zu Verzögerungen im Spielbetrieb, der Rauch zog bis zum Spielende aus der Halle nicht mehr ab. Am gestrigen Freitag, dem Start der Play Offs, kam es nun in Selb zu dem gleichen Problem. Wieder wurde Pyrotechnik gezündet und sich mit den Ordnern geprügelt. Dabei wurde ein Ordner verletzt, aber auch ein Fan des EHC Klostersees wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Auch in anderen Vereinen gab es in dieser Saison  Probleme mit sogenannten Ultras, die leider inzwischen auch im Eishockey Einzug halten. So eskalierte bei einem Spiel zwischen Bayreuth und Selb die Situation, es kam zu Verletzten auf Seiten des Ordnungspersonals, in Duisburg kam es ebenfalls am gestrigen Abend zu Ausschreitungen sogenannter Fans gegen die Gästefans aus  Neuwied, und in Bayreuth musste ein Becherwerfer auf Tölzer Seite mit fünf Ordnern aus dem Stadion gebracht werden, da dieser sich wehrte. In Iserlohn wurden Wolfsburger Fans angegriffen und ich glaube es gibt noch viele Beispiele mehr für dieses Verhalten.
Diese Fans kommen aus einer anderen Szene als dem Eishockey, heißt es immer, aber ist das wirklich so? Sind das wirklich nur Fußballfans die dort nicht mehr ins Stadion dürfen? Ich glaube nicht. Zumindest in einem Fall kann ich das sicher sagen. Ich denke hier haben sich inzwischen zwei Fankulturen vermischt. Die Fußball Ultras sind aber oft etwas harmloser und weniger aggressiv. Auch als ich noch klein war, gab es im Fußball Ultras und Hooligans. Das waren damals noch zwei total unterschiedliche Kulturen. Die Hooligans hatten sich vor dem Spiel mit den Gegnern verabredet, sich geprügelt und sind danach zusammen ein Bier trinken gegangen. Die Ultras waren rein für den Support der Mannschaft da, diese fuhren überall hin und unterstützen ihre Mannschaft in jeder Lage. Heute haben sich diese Beiden Kulturen vermischt. Was nicht mehr passiert ist das gemeinsame Bier mit anderen Fans oder zumindest ist es selten geworden. Nicht nur im Fußball, auch im Eishockey.
Das alles ist nur ein kleiner Teil der Vorkommnisse in unserem schönen Sport. Es macht mich traurig das zu sehen. Ich vermisse die Zeiten wo es als Geniestreich angesehen wurde als die Fans des SC Riessersee ein Banner im Tölzer Fanblock aufhängen konnten und man sich darüber amüsiert hat. Als es noch lustig war Bananen oder Gurken mit ins Stadion zu bringen um sie dem Gegner Freudestrahlend anzubieten.
Ich bin in den letzten Jahren nur noch neutral in die Eisstadien der Nation gefahren, habe mein Trikot nur noch im Auto als Sitzbezüge hängen, da ich in einigen Stadien Freude habe, die ich auch besuchen möchte ohne dafür blöd angeredet zu werden. Ich stehe gerne bei meinen Freunden in Bayreuth, ich bin gerne in Sonthofen und ich stelle mich gerne auch während dem Spiel zu meinen Freunden in Sonthofen. Ich fahre gerne nach Freiburg und Selb und ich besuche gerne meine Freunde in Erding. Mir sind die Vereinsfarben egal, ich achte auf die Menschen und auf darauf wie sie mit mir umgehen. Ein Bier in der Drittelpause, eine nette Unterhaltung, eine hitzige Diskussion über das Spiel, das alles macht für mich das Eishockey aus das ich liebe. Die normalen Fans, die ich auch im Sommer gerne besuche um mit ihnen eine schöne Zeit zu haben, die auf Fantreffen in allen bunten Farben miteinander feiern.
Lasst uns alle mithelfen das diese Fans wieder die Oberhand bekommen, dass endlich wieder Positives in den Zeitungen steht über die Fans unseres schönes Sports. Zeigt den Idioten die unser Eishockey so negativ machen, wie man sich richtig benimmt. Nehmt die jungen Eishockeyfans an die Hand und bringt sie mit zu Fantreffen, zeigt ihnen wie toll unsere Eishockey Familie ist. Nehmt sie mit zu Länderspielen wo ein Rosenheimer neben einem Garmischer stehen kann. Nur Wir können gemeinsam diese Gewalt in unseren Stadien bekämpfen und sie aus dem Stadion verbannen.
In diesem Sinne: In den Farben getrennt, am Tresen vereint! Wir sind alle Eishockeyfans  Eishockeyfans gegen Gewalt! Zeigt, dass unser schöner Sport nicht nur noch von diesen Idioten besucht wird. Eishockeydeutschland ist bunt und wunderschön. Ich kann allen Eishockeyfans die Fantreffen nur ans Herz legen. So viel Spaß hat man selten. Man wird mit offenen Armen aufgenommen und findet bei einem Bier sofort neue Freunde. Die Eishockeyszene ist eine Bunte Mischung, dass ist es was für mich diesen Sport ausmacht.

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Hier begrüßt ein Freiburger einen Iserlohner, ein Hamburger steht bei einem Leipziger und ein Düsseldorfer feiert mit einem Kölner.

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Hier sieht man wie viel Spaß wir zusammen haben. Hannoveraner, Iserlohner und Solinger zusammen im Pool.
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Familienduell zwischen Hannover mit Frankfurt, gegen Revierlöwen, Krefelder uns andere Krawallhühner. Sieger war im Übrigen das Frankfurter Würschtl mit MMMMMMMAAAAALKIN!10726798_775847309146355_2107194833_n