Comeback of a Klassiker / Interview mit Marcel Michel

von Frank Göbel 

Es kommt nicht oft vor, das ich einen Spielerentwickler treffen darf. Nein, ich durfte nicht die heiligen Hallen von „EA“ besuchen. Viel besser. Seit kurzem macht in Eishockeykreisen ein Gesellschaftsspiel die Runde. Eishockey als Quartett. Marcel Michel ist der Erfinder des „Legendenquartetts“. DAS Kartenspiel, verziert mit internationalen Eishockey-Legenden.

Und so kommt es, das ich Marcel Michel in der Seidenhofstrasse bei Luzern in einem Café bei Espresso und Giotto treffe.
Bully: Grüezie, erst einmal vielen Dank, das du Zeit für Bully hast! Ohne Umschweife lege ich direkt zum Bandencheck an: Das Legendenquartett. Wir müssen fragen: Wie kam es zu dieser tollen Idee?

Marcel Michel: Vor zwei Jahren entstand die Idee eines Kartenspiels zu legendären Spielern des Schweizer Clubfussballs. Im Vordergrund stand der Wille die Helden der Vergangenheit auf eine spielerische Art und Weise wieder stärker ins Bewusstsein der Leute zu bringen. Das Feedback zu den Fussballern und besonders der Machart des Spiels war sehr gut. Das hat uns ermuntert das Legendenquartett zu einer Serie auszubauen.

Das klassische Quartett. Als Kind der 80er und frühen 90er haben wir, obacht, auf dem Schulhof uns gegenseitig gebattled. Ein heute undenkbares Bild im Zeitalter, wo selbst Smartphones in Grundschulen gesehen werden. Ist es der Versuch dieses tolle Spiel wieder „salonfähig“ zu machen?
Quartett eignet sich einfach super, um Geschichte auf dem einfachsten Niveau der Daten, Zahlen, Fakten festzuhalten. Zusammen mit der Gestaltung der Portraits ergibt sich eine witzige Kombination, die sich aber schon vornehmlich an Leute richtet, die tatsächlich noch mit dem Spielprinzip vertraut sind, das heisst: Das Quartett wendet sich an ein etwas älteres Publikum mit Hang zur Sportnostalgie. Es regt wunderbar zu Fachsimpeleien an. Selbstverständlich ist es immer schön zu hören, wenn dieses Publikum mit ihren Kindern das Spiel spielt.

Neben Eishockey bietet das Legendenquartett auch Fußballer, Radfahrer und Formel 1 Editionen. Bist du ein allgemein Sportinteressanter oder hast du eine Sportart die dein Leben bestimmt?
Fussball und Eishockey sind Sportarten, die ich seit Kindsbeinen verfolge. Radsport kam später dazu – ich war selbst ein begeisterter Hobbyfahrer und fahre immer noch, wenn es die Zeit zulässt. Formel 1 ist als Thema perfekt, weil hier die beste Zeit des Sports in der Tat lange zurück liegt und es von klingenden Namen nur so wimmelt – dazu kam die grosse Bandbreite und die Verfügbarkeit der Zahlen – wie übrigens auch bei den Eishockeyanern, wo wir hauptsächlich auf die Datenbank der NHL zugriffen…

Ich las ein Zitat, das du gegen das Vergessen von Legenden kämpfst. Steht es in 2016, im Informations-Overkill Zeitalter, so schlecht um die Helden unserer Kindheit?
Naja, meine Erfahrung ist jedenfalls die, dass selbst jene, die sich sehr für das tagesaktuelle Geschehen interessieren, häufig schon keine Ahnung mehr haben, wer vor zwanzig Jahren top of the top war. Im Langzeitgedächtnis der Fans kommen nur die ganz grossen Helden vor. Oder wer kennt noch die Islanders-Legenden Mike Bossy oder Pat Lafontaine?

Das Eishockeyquartett hat bei uns in der Redaktion natürlich großes Interesse! Und all die Spieler haben ihr gutes Recht in deinem Spiel zu sein. Aber kein Erich Kühnhakl? Kein Ken Baumgartner?
Haha… beides tolle Spieler auf ihre Art und Weise, keine Frage – Baumgartner wäre mit seinen Penalty Minutes per Game kaum zu schlagen gewesen! Die Auswahl war nicht gerade einfach, und doch war von allem Anfang an klar, dass nur Spieler ins Quartett kommen, welche hauptsächlich – oder mindestens eine beachtliche Zeit ihrer Karriere – in der NHL gespielt haben. Bei den alten Russen war es allerdings schwierig: Kharlamov (!), Makarov, Larionov und Fetisov werden im Quartett durch die Zahlen nicht angemessen gewürdigt und trotzdem war klar, dass wir diese grossartigen Spieler unbedingt drin haben wollen. Immerhin haben alle mit den internationalen Erfolgen eine beeindruckende „Offensive“! Und Larionov und Fetisov gehören zum exklusiven Triple Gold Club, der mit einem Stern auf der Spielkarte angezeigt wird.

Die Illustrationen sind in meinen Augen großartig! Es hätte so einfach sein können mit Fotos aus Spielszenen . Yzerman hat es uns sehr angetan! Wir wären keine guten Reporter, wenn wir nicht recherchiert hätten. Stimmt es, das ein Käufer das Quartett zurück geschickt hat, eben wegen jener Abbildungen? Was ist dran an diesem Gerücht?
Es freut mich sehr, dass Dir die Illustrationen gefallen. Sie sind ein wichtiger Teil des Konzepts! Das Projekt versucht den Spagat: Die Sportinteressierten sind häufig nicht vorbereitet auf die Illustrationen und möchten lieber Fotografien, die Illustratorenszene wiederum kann häufig mit den Sportthemen nichts anfangen… Ja, es stimmt, es wurde bei der F1 ein Quartett retourniert, was nicht untypisch ist. Gerade bei der F1 gibt es kaum eine Subkultur, welche aus einem anderen Blickwinkel als die Mainstreammedien den Sport betrachtet, entsprechend fehlt unserem Konzept bei diesem Thema leider etwas der Nährboden.


Dein Heimteam (HC Luzern) spielt momentan in der Regio-League. Hast du eine Dauerkarte? Oder welches Team verfolgst du?
Nein! Luzern ist wahrlich keine Hockeystadt! Ich stamme ursprünglich aus der Region Bern und bin seit jeher dem SC Bern zugetan. Ich versuche pro Saison immerhin einige Spiele im Stadion zu verfolgen, gerne in meinem Lieblingsstadion, der Valascia in Ambri.

Bock auf dieses Spiel?! Die Redaktion ist schon längst im Quartett-Fieber.

Zu ordern sind die Spiele unter http://www.legendenquartett.ch

Mit 15€ könnt ihr euch diese Freude machen. Und denkt dran, bald ist Weihnachten!

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