Fans für fangerechte Bullyzeiten – Flyer-Aktion

von Diana Jansen

Am Donnerstag, den 7.Dezember hatte ein Zusammenschluss mehrerer Fanclubs und Fans der Haie zur absoluten Stille in den ersten 15 Minuten des Spiels gegen die Wild Wings aus Schwenningen aufgerufen. Das Ganze war keine Einzelaktion, sondern wird Ligaweit durchgeführt.

Worum geht es?
Hintergrund der Aktion ist das Verschieben der Spiele vom bisher üblichen ¬–und fanfreundlichen– Freitag auf donnerstags. Und das alles, damit die Spiele bei der Telekom übertragen werden können (so zumindest mein Verständnis). Die Telekom wirbt mit der Stimmung, die die Fans in den Stadien machen, zerstören diese aber durch ihre Ansprüche an die Spieltermine. Nicht nur, dass die Bullyzeiten dadurch mehr als zu wünschen übrig lassen; es sorgt auch dafür, dass Spieltage über die ganze Woche verteilt werden. Selbst wenn man zum Beispiel eine Dauerkarte hat, kann man so unter Umständen als Berufstätige/r trotzdem nicht alle Spiele wahrnehmen.

Wie wird und wurde die Aktion durchgeführt?
Gegen die Wild Wings wurde in Köln also per Flyer, welche vor dem Spiel ausgeteilt wurden, über die Aktion informiert. Geplant war, dass man in den ersten 15 Minuten jeglichen Support durch Gesänge u.ä. unterlässt. Auch die Mannschaft war darüber informiert.


Von der sonst so lauten Nordkurve drang in dieser Zeit weder Gesang, noch Trommelschlag an die Ohren der Zuschauer. Lediglich ein anhaltendes Gemurmel erfüllte die Arena. Plötzlich hörte man nicht nur ab und zu einen der Spieler etwas rufen, sondern auch die Schiedsrichter und jede kleinste Berührung des Pucks. Es war für mich ein Gefühl, welches nur mit der Schweigeminute für einen Angehörigen des KEC in der letzten Saison vergleichbar war. Nicht unangenehm, aber eindrucksvoll. Es ist unvorstellbar, was es ausmacht, wenn ein Block Stillschweigen bewahrt.
Außerdem wurden in beiden Stehplätzen (Nord- und Südkurve) Banner präsentiert, die nochmals auf diesen Umstand aufmerksam gemacht haben. Lediglich ein paar Fans der Gäste hatten wohl nichts mitbekommen und natürlich wurde das 1:1 der Gastgeber kurz bejubelt.
Nach genau 15 Minuten setzten auf einen Schlag die Trommeln wieder ein. Dann folgten die Gesänge. Plötzlich war es wieder unglaublich laut in der Arena. Ich habe mich einen kurzen Moment erschrocken, auf dem Eis machte der plötzliche Wechsel scheinbar nichts aus.
Aus Sicht eines Spielers kann ich mir allerdings vorstellen, dass es sehr wohl einen himmelweiten Unterschied macht, ob die Zuschauer leise sind oder Stimmung machen. Sowohl für die Spielweise als auch den Ehrgeiz.

Wie kann der Protest bewertet werden? Meine persönliche Meinung
Für mich sind Aktionen wie diese das Einzige, was man machen kann. Einzelne Stimmen gegen diese Praktiken bringen nichts. Natürlich muss alles erst einmal anlaufen und eine gewisse Aufmerksamkeit erregen, aber was soll man als „kleiner Fan“ machen? Selbst für mich als Studentin ist es schwierig, solche Donnerstagsspiele mit Vorlesungen, Sprachkurs und Sport unter einen Hut zu bekommen.
Kommentare unter Social Media Beiträgen werden glaube ich kaum registriert, die Vereine und die Liga selber werden sich wahrscheinlich fügen MÜSSEN, um keine Verluste im wirtschaftlichen Bereich zu machen und weiterhin im Fernsehen zu bleiben.
Denn das Fernsehen ist und bleibt eine Möglichkeit, Nachrichten schnell zu übermitteln. Selbst wenn es nur die Banner während der Übertragung sind, so kommen doch vermutlich einige ins Grübeln, weil sie die Banner gesehen haben.
Die Aktion kann –ligaweit und dauerhaft durchgezogen– meiner Meinung nach etwas bewegen. Das Ausmaß steht allerdings in den Sternen.

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