Abenteuer Hockey im Ausland Part 1

Von Diana Jansen

Nach einem turbulentem Jahr 2017 bringt das neue Jahr für mich mehr als nur ein weiteres Semester oder einen weiteren Geburtstag. Ende Februar –in ziemlich genau 50 Tagen¬– beginnt das bisher größte Abenteuer meines kurzen Lebens.
Es geht ins Ausland, um genau zu sein nach Italien. Und das für ganze sechs Monate. Als aktive Spielerin habe ich also den Entschluss gefasst, nicht nur mein Glück an einer anderen Uni zu versuchen, sondern auch, auf die Trainingspause zu verzichten.

Das hieß also, dass eine Hockeymannschaft hermusste. Am liebsten Skaterhockey, zur Not auch Eishockey. In Nordamerika kann das jeder, also kann ich das in Italien auch schaffen.

Damit begann allerdings schon die erste große Hürde. Wie finde ich einen passenden Verein in einer Sprache, die ich noch nicht ganz so gut verstehe? Fragen wir also mal Google nach „Hockey“ in der Nähe von Florenz. Das funktioniert jedoch nicht so gut, da es natürlich Feldhockey und andere Dinge zu Hauf gibt. Also folgt eine weitere Suche: Dieses Mal nach dem Verband, in dem in diesem Fall Inlinehockey organisiert ist (FISR). Dazu noch weiterführende Recherchen. Nach einiger Zeit dann endlich ein Ergebnis: Ein Hobbyteam mit Halle in der Nähe des Flughafens von Florenz. Eine etwas längere Anreise, von der ich noch nicht wusste, wie ich sie meistern sollte, aber naja. Was tut man nicht alles für den Sport? Die Jungs aus dem Team haben mir auch sehr schnell geantwortet und zugesagt.
Ich nahm mir also vor, etwa vier Wochen vor meiner Ankunft noch mal zu schreiben. Mein Ansprechpartner kam mir aber Ende Oktober zuvor, denn leider musste er mir mitteilen, dass sie im nächsten Jahr keine Halle haben würden. Die Suche ging also wieder von vorne los. Nun hatte ich aber Hilfe von einem ehemaligen Mitspieler, der mir sofort eine andere Mannschaft −diesmal in Empoli− empfahl. Wieder schrieb ich eine Email mit Fragen und wartete nervös auf eine Antwort, die wieder nicht lange auf sich warten ließ. Auch hier wurde ich sehr freundlich behandelt und jede noch so blöde Frage nach der Nahverkehrsanbindung und den Duschen wurde ausführlich beantwortet. Jetzt spiele ich wohl allerdings in der zweiten Liga…naja, lassen wir das mal auf uns zukommen.
Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen: Inlinehockey oder Eishockey in Italien? Das gibt es? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Und das sogar relativ weit verbreitet. Eishockey ist denke ich klar, aber Inlinehockey ist da doch schon etwas anderes. Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es die FISR, die Federazione Italiana Sport Rotellistici, in der die Vereine organisiert sind. Anders als bei uns gibt es insgesamt vier Ligen (Serie A-D), eine Damenliga und die Jugendabteilungen. Ich habe noch nicht den vollen Durchblick, aber es gibt −ebenfalls im Gegensatz zu Deutschland− nur bestimmte Spieltage/Wochenenden, an denen gespielt wird. Dadurch ist das Ganze natürlich weniger „professionell“ gestaltet und auch weniger Wettbewerbsorientiert. Nach meinen bisherigen Kontakten ist das Level dabei auch nicht ganz so hoch wie in den heimischen Herrenligen, sodass man auch als Frau mit etwas Erfahrung bei den „Männern“ in dieser Liga mithalten kann. 

Der Stellenwert des Hockey ist in Italien leider genauso niedrig wie in Deutschland. Zwar gibt es viele Spieler und kleinere Ballungszentren um die größeren Städte wie Rom, aber es ist trotzdem wie auch hier eine Randsportart.
Neben der Suche nach einem passenden Team gibt es allerdings noch einiges anderes, was man beachten muss. Die wichtigsten Fragen waren für mich bisher: Wie bekomme ich meine Ausrüstung nach Italien? Bekomme ich vor Ort das passende Zubehör?

Als erstes musste ein passender Flug her. Mit den üblichen Suchmaschinen war das keine große Hürde. Mit diesen Informationen ging es dann ins Reisebüro meines Vertrauens. Natürlich hätte ich den Flug auch selber buchen und zehn Euro sparen können. Allerdings habe ich dort die Profis, die wissen, was ich dazubuchen muss. Alleine mit der Information, dass ich sechs Monate weg sein werde und die Ausrüstung mit auf die Reise geht, konnten mir zwei Optionen aufgezeigt werden: Das Gepäckstück von 23 Kg auf 32 Kg zu erhöhen oder ein zweites Gepäckstück mit 23 kg anmelden. Ich entschied mich für die erste Variante, damit ich nicht drei Koffer mit mir rumschleppen muss. 
Als Letztes blieb also noch der Transport der Schläger. Hier war ich wieder froh, alles über das Reisebüro gemacht zu haben. Allgemeines Sportgepäck war keine mögliche Option, also hat die Dame bei der Fluggesellschaft angerufen und nachgefragt. Zuerst hieß es, es wäre kein Platz mehr dafür, doch mit der Argumentation, dass Golfgepäck, Fahrräder und Skier noch dazugebucht werden können, ließen sie sich doch noch breitschlagen. Mit einem internen Vermerk der Fluggesellschaft schmuggle ich meine Schläger nun als Golfgepäck in den Flieger. Beide Extras kosten jeweils 50€ (ich denke, das ist Airlineabhängig).
Auf meine zweite Frage habe ich bisher keine Antwort gefunden. Ich gehe eigentlich davon aus, dass ich Zubehör irgendwo bekommen werde. Allerdings wird das ohne Auto wahrscheinlich schwierig. Also muss vor der Abreise noch ein Besuch im Hockeyladen untergebracht werden, um zumindest ein paar Ersatzrollen, Kugellager und Schrauben auf Vorrat zu haben.
Als letztes bleibt zu sagen, dass das Organisieren eines Hobbies im Ausland im Vorfeld der Reise ein großer Batzen Arbeit ist. Man muss unglaublich viel bei der Suche beachten und vor allem daran denken, dass man das ganze Zeug irgendwie mitnehmen und vor Ort auch lagern können muss. Man kann –zumindest meiner Meinung nach– keinesfalls alles auf den letzten Drücker buchen oder einfach alles mitnehmen und vor Ort erst suchen. Ob alles dann tatsächlich so laufen wird, wie es geplant ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

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