Bonn vs. Düsseldorf / Not your usual Tabellenletzter

von Frank Göbel

Spiele gegen den Tabellenletzten sind auf den ersten Blick eine Möglichkeit zur Befreiung. Man hat gefühlt mehr Platz zum kombinieren und kann sich aus (persönlichen) Krisen spielen.

In der Skaterhockey Landesliga Rheinland kam es am Sonntag zu so einem Duell. Bonn Thunder erwartete den Tabellenletzten Düsseldorf Flyers. Die Cracks der Altbierstadt sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ja, man grüßt von ganz hinten. Aber, die letzten drei Partien wurden lediglich mit 4, 5 und (nur) 3 Toren Unterschied verloren. Im Skaterhockey ist das so gut wie garnichts. Darüber hinaus wissen sie, wo das Tor steht. 69 geschossenen Buden bedeuten Platz 5 in dieser Wertung over all. Da kommt es nicht von ungefähr, das sich mit Max Nolte ein Spieler der Flyers unter den Top 10 der Liga befindet.

Bonn hat am vergangenen Wochenende Moral und Teamgeist bewiesen und dem RSC Aachen alles abverlangt. Am Ende fehlte dann aber die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (4-6).

Heute werden Martin Nüse und Flo Zimmermann mit seinen Mannen alles daran setzen hier einen Heimsieg gegen Düsseldorf einzufahren und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

 

Pump-Up-Song:

Oasis –  „Fuckin‘ in the Bushes“

 

 

Und die ersten Chancen gehörten für wahr Düsseldorf. Allen voran Nolte, der seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellt.

Es braucht ein paar Minuten bis Bonn bissiger wird in Person von Chris Warnke und Andreas Koch. Und auch starke One-Timer von Nüse und Zimmermann bringen zunächst nicht den erwünschten Ertrag.

Da muss es über die Kombination gehen. Nüse bedient mustergültig den freistehenden Koch, der keine Probleme hat einzunetzen. 1-0. 

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Düsseldorf setzte aber immer wieder Offensive Nadelstiche.

Ein Hammer von Dennis Schmiege sollte aber erst einmal für Ruhe sorgen. 2-0.

Wir erwähnten den Max Nolte? Dieser weiß bekanntlich, wo die Hütte steht. Und so macht er nach Zuspiel das 2-1. Der erste Treffer für die Flyers. Und es kommt noch „besser“. Ein Ball, der nicht aus der Bonner Zone geschlagen wird, kommt postwendend zurück und da hat Düsseldorf auch keine Probleme. Marcus Wagner zum 2-2.

Und so zerfällt das toll aufgebaute Selbstbewusstsein von einer 2-0 Führung.

Marc Gohsen gilt im Bonner Team als Ruhepol. Und so „schleicht“ er sich in die Düsseldorfer Zone, kuckt sich den Torwart aus und markiert mit einem gefühlten Schlenzer das 3-2.

Puh. Führung zurück und erst einmal in die Pause zu. Schnaufen.

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Das mit dem Schnaufen nahmen leider einige Bonner zu genau. 5 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Wagner für Gäste mit einem Schlagschuß. 3-3.

Wie gut, das man einen Martin Nüse hat. Der kann aus fast jeder Situation Torgefahr generieren. So auch beim erneuten Führungstreffer, als er zwei Spieler aussteigen lies.

Warnke dann noch humorlos zum 5-3 war dann der Knackpunkt für die nächsten Minuten. Das Team war jetzt im Flow. Jede wollte den Ball und sich ins Spiel einbringen. Das gab viel Spielfluss und auch Torchancen.

Da machte es auch nichts, das Kramer mit einem klassischen Sonntagsschuß das 5-4 machte. Nüse und Warnke konnten im Sturm machen was sie wollten. Fast jeder Angriff brachte Torgefahr. Und sogar ein Bendikt Olbertz (Stay-At-Home Verteidiger) mischte jetzt vor dem gegnerischem Tor mit.

Warnke und Gohsen machten die Treffer zum 6-4 und 7-4.

Tragischer Held in diesem Drittel war Andreas Koch von den Bonnern. Dieser hatte gefühlt 20 Chancen. Leider ohne Fortune. Das Kopfschütteln gehörte nun zu seinem festen Reportoire. 

Das letzte Drittel wurde ebenso geführt  wie das zweite. Allerdings fing es auch so an. Nach einer zu soften Verteidigung markiert Gerrit Schneider den Anschlußtreffer für Düsseldorf (7-5).

Langer Hafer auf Nüse, der den Ball in der Luft abfängt und das Tor wie selbstverständlich macht (8-5).

Zimmermann und Jonas Rubbert machen dann noch die 10 voll. Bonn in Full Control.

Flo Zimmermann, der heute wieder eine bärenstarke machte, mit einem Schlagschuß zum 11-5. Und weil er das von links kann, beweist er uns das auch noch vom rechten Bullypunkt. 12-5.

Nüse mit einem Highlighttor zum 13-5. Wenn es läuft, dann läufst einfach.

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Koch kam dann aber doch nochmal zum Erfolg. Ein Rebound, den er eigentlich garnicht vergeben konnte. 14-5.

Und so fällt die Partie doch etwas einseitig aus. Sei es drum. Sowas darf dann auch mal sein. Und Düsseldorf?! Die waren garnicht so schlecht, wie das Ergebnis es vermuten lässt. 

Aber wenn Nüse, Warnke und Zimmermann losgelassen werden, kann sie nur schwer aufhalten.

Jetzt ist erst einmal Sommerpause. Am 16.9. erwartet man dann die Crash Eagles Kaarst zum Tanz. Das wird definitiv kein Selbstläufer wie heute.

Jetzt aber erstmal Füße hochlegen und die Sonne genießen!

 
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Don’t call it Schnitzel / Bonn vs. Aachen

von Frank Göbel

 

Es gibt sportliche Zusammenkünfte, die brennen sich ins Hirn wie die Sonne am heutigen Juli-Sonntag.

Rot-Weiß-Essen gegen den Wuppertaler SV, Team USA gegen die Sbornaja oder wie heute Bonn Thunder gegen den RSC Aachen. Das ist mittlerweile ein Evergreen der Skaterhockey Landesliga Rheinland. Heute wird das nächste Kapitel dieser beiden Teams geschrieben.

Frei nach Beckenbauer :“We call it a Klassiker.“ I call it Spieltag in der Landesliga. Das ist Superlative genug.

Apropos Klassiker:

 

 

Pump-Up Song

Meliah Rage – „The Beginning of the End“

 

 

Auf Seiten der Bonner müssen unter anderem Routinier René Odenthal, Kapitän Christian Schmidt und Zaubermaus David Munde passen. Es gilt außerdem den Weggang von Chris Warnke zu kompensieren, der sich beruflich verändert hat.

 

 

Aktive Anfangsminuten von beiden Seiten. Die angenehmen Temperaturen tragen dazu bei. Aachens Urgestein Evers mit dem ersten Warnschuss.

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Die erste Bonner Möglichkeit kam von Martin Nüse, der blank auf Aachens Torfrau Schmachtenberg fuhr. Der Rebound konnte von Klemens Degle leider nicht verwertet werden.

Bonn steigerte sich und hatte weitere zahlreiche Tormöglichkeiten. Das Highlight der vergebenen Chancen hatte aber Nüse, der sich traumhaft durchsetzte, das glänzender Ende aber leider nicht krönen konnte.

Und dann kam Aachens Christoph Lux. Der aus zweiter Reihe abzog und das erste Tor markierte. Das war gelinde gesagt ein Nackenschlag, den man bis Köln hören konnte.

Das Team der Bonner brauchte ein paar Minuten um sich wieder zu fassen. Dann lief der Zug aber wieder nonstop Richtung Aachener Tor. Florian Zimmermann war hier stetiger Antreiber und gab starke Impulse an seiner Vorderleute. Nur der Ausgleich wollte nicht fallen.

Die verstreichende Zeit, addiert mit den vergebenen Chancen fingen langsam an zu wirken. Aachen konnte kurz vor Ende des ersten Drittels nochmal Druck machen. Kam aber an Torwart Kevin Wolf hier erstmal nicht vorbei.

Die Pause tat den Bonnern gut. Schnelles Kombinationshockey mit Schwerpunkt Offensive war jetzt Spielplan. Und nach dem xten Odd-Men-Rush war es Jonas Rubbert der das glückliche Händchen hatte und den Ausgleich markierte.

Zu diesem Zeitpunkt war Bonn hier tonangebend. Punkt.

Aber nur wenige Augenblicke später leistet sich die Bonner Abwehr einen kapitalen Stolperfehler und Sebastian Wiegmann hat keine Probleme einzunetzen. 

Schon wieder Rückstand, schon wieder Anrennen gegen eine gut organisierte Aachener Abwehr. Und so sehr man sich bemühte, der Ausgleich lies dieses Mal auf sich warten. Es sollte gar noch schlimmer kommen. Wiegmann und Tobias Meurer schraubten Aachens Torausbeute zur Mittte des zweiten Drittels auf 4 Tore hoch. Das saß. Und auch die Auszeit sollte keine Besserung bringen.

Man raffte sich aber noch einmal auf zu einem Angriff. Degle bediente Nüse musterhaft und da waren es nur noch zwei Tore Unterschied. 2-4 nach 40 Minuten. Da sollte was im letzten Drittel gehen!

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Und der Sekundenzeiger an der altehrwürdigen Halle hatte gerade zwei Umdrehungen hinter sich als Florian Zimmermann einen Hammer auspackte und mit seinem Sniper endlich das dritte Tor machte.

Jetzt war hier Musik drin. Auch die zahlreich erschienen Fans machten jetzt Stimmung. Jetzt war man wieder in der Partie und gewillt den Ausgleich zu schießen.

Aber die Aachener Printen wurden ihrem Ruf als Nemesis für Bonn wieder mal gerecht. Dominik Heulmanns netzte zum 3-5 ein. Wieder zwei-Tore. Motivationsprobleme? Nicht bei den Bonnern. Egal ob Nüse, Degle oder Rubbert. Sie gaben heute alles um die Torfrau der Aachener zu überlisten.

Wiegmann machte nur wenige Minuten nach dem fünften Gegentreffer noch das 6. Tor und schloss damit eine schöne Kombination ab.

3 Tore. Das wurde jetzt richtig bitter.

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Aber wie auch immer. Aufgeben war heute keine Option. Es wurde gekämpft bis zum bitteren Ende. Nüse markierte noch das 4-6. Ein sehenswerter Treffer, der aber leider nichts mehr bewirken sollte.

Auch wenn man hier 10 Tore gesehen hat, muss sich kein Torwart vorwerfen lassen, schlecht gespielt zuhaben. Aachens Torfrau Eva Schmachtenberg oder Bonns Kevin Wolf haben heute ihr Können mehrmals unter Beweis gestellt. Glück ist auch ab und zu dabei. Es gab heute zahlreiche Pfostenschüße!

Am Ende muss Bonn sich (mal wieder) vor Augen führen, das der Aufwand nicht zum Sieg gegen Aachen gereicht hat.

Aber insgesamt hat man, speziell im letzten Drittel, eine gute Teamarbeit gesehen. Auch ohne die oben erwähnten Stützen. Florian Zimmermann hat hier heute das Ruder an sich genommen. Hat oft die „Schnauze aufgemacht“ und Anweisungen gegeben. Top Partie vom quirligen Bonner mit der #66!

Nächsten Sonntag kommt Schlußlicht Düsseldorf. Mit so einer Perfomance wie heute, sollten da auf jeden Fall Punkte drin sein.

 

 

ESC München / 5 Fragen

von Frank Göbel

 

Bully: Hallo, für alle, die euch noch nicht kennen, wer ist der ESC München?!

ESC München: Nach der Pleite des EC Hedos München, hat sich in dem Jahr 1995 der nachfolge Verein ESC München gegründet. Mit einer Seniorenmannschaft und Nachwuchsmannschaften hat alles begonnen. Bis zur Saison 1998/99 als sich die sehr erfolgreiche Seniorenmannschaft des ESC München auflöste. Daraus wurden die damaligen München Barons. Seit der Auflösung der Seniorenmannschaft, hat sich der ESC München komplett auf die Nachwuchsarbeit konzentiert.

 

Bully: Glückwunsch zur neugegründeten Frauen-/ Mädchenabteilung. Das ist in diesen Zeiten, in denen Eishockey Randsportart in Deutschland ist bestimmt mutig. Was war die Motivation dahinter?

ESC München: Es war schon länger unser Gedanke, etwas Neues in München aufzubauen. Durch die drei nicht so erfolgreichen Spielzeiten mit dem VfR Angerlohe, haben wir uns dazu durchgerungen einen Neustart zu wagen, dabei hat uns der ESC München mit seiner Erfahrung die passende Plattform gegeben.

 

Bully: Auch die Münchener Politik fördert euer Vorhaben. Das ist für viele Vereine in Deutschland ein Traum. Woran liegt das?

ESC München: Die Stadt München hat kundgetan den Frauensport in München zu fördern. Dabei sollte der Verein eine klare Philosophie verfolgen.

 

Bully: Spürt ihr eigentlich etwas von dem Silber-Gewinn von Pyongyang? Gab es einen Ansturm von Anmeldungen nach dem zweiten Platz der Herren?

ESC München: Wir als Frauenmannschaft konnten keine Veränderung diesbezüglich feststellen, aber unser Hauptverein der ESC München hat wie alle Vereine im Nachwuchsbereich, Zuwachs von Mädls und Jungs bekommen.

 

Bully: Bayern ist traditionell dafür bekannt, das fast jedes Dörfli eine Eisfläche oder ein Eisstadion hat. Gibt es viele Knaben, die tatsächlich vom Fußball „verschont“ bleiben?

ESC München: In der Regel ist Fußball, grad durch die großen Vereine, Thema Nummer 1. Es wir auch immer schwieriger in Bayern das Eishockey aufrecht zuhalten, da Eishockey eine sehr teure und zeitintensive Sportart ist, ist es in den ältern Jahrgängen immer schwerer komplette Mannschaften für den Spielbetrieb anzumelden.

 

Columbus Blue Jackets / Not your usual Fans

von Frank Göbel

Als ich mit der Hauptperson dieses Artikels skype, scheint ihm die nordamerikanische Abendsonne ins Gesicht. Nach ein paar Minuten nimmt er einen Schluck aus seiner Tasse, blickt in die Ferne und sagt:“ This all went crazy!“

Was genau „Crazy“ war, ist ein weiterer Beleg dafür, das soziale Medien mehr als nur Ablageort für blöde Sprüche und flache Informationen ihrer Nutzer sind. Es ist Beweis, das Kreativität honoriert und sogar landesweit Erwähnung finden kann.

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Matthew (rechts) ist bei fast jedem Spiel dabei.

 

Aber wir müssen zurückgehen. In die 90er Jahre. Ort: Columbus Ohio. Zugegeben, Columbus hat die Charakteristika von Bielefeld. Nicht die ganz große Nummer, aber zum Vergessen einfach zu groß.

Der jugendliche Matthew Pfeffer spielt mit seinen Buddies auf der Strasse Skaterhockey. Und Matthew ist Hockey-Crazy. Sein ganzes Leben dreht sich um den Kufensport, der in Nordamerika sich großer Beliebtheit erfreut.

 

Ich erwähnte, dass Columbus nicht der sportliche wie wirtschaftliche Nabel der Welt ist. Das beinhaltet leider auch, dass es zu diesem Zeitpunkt lediglich Amateurhockey zu sehen gibt. Die Franchise „Columbus Chill“ trat in der ECHL (Eeast Coast Hockey League) an. Kaum der Rede wert.

Aber es kam der Herbst 2000! Und was für einer. Die Big League NHL (National Hockey League) hatte beschlossen, Columbus eine Franchise zu geben!

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Das Team nennt sich die „Columbus Blue Jackets“. In Anlehnung an die bedeutende Rolle des Staates Ohio im Bürgerkrieg der „Blaujacken“. (Haben wir wieder was gelernt.)

Es ist nicht überliefert, wie sich Matthew gefühlt hat, als der erste Puck zum Seasonauftakt eingeworfen wurde, aber gehen wir mal davon aus, dass es für ihn ein schöner Tag war. Und Matthew ist fast jedes Spiel mit seinen Kumpels da um die Blue Jackets nach vorne zu peitschen.

 

Wenn man sportlich am Anfang auch nach Strich und Faden übers Eis gezogen wurde, Matthew und seine Kumpels kamen weiterhin zu den Spielen.

Aber die drei Jungs hatten mehr vor. Sie wollten sich dem Club verbundener fühlen. Was macht man da? Man gründet einen Fanclub. Und was als witzige Idee begann, ging über Nacht „viral“. Sie nannten sich „5th Line“. In Anlehnung, dass es im Eishockey 4 Sturmreihen gibt und man als fünfte Reihe als Fans hinter ihnen steht.

Diese Idee fanden nicht nur die drei gut. Auf Twitter hatte man schnell 5000 Follower zusammen. Das rief sogar die Offiziellen der Blue Jackets auf den Plan. Die fanden die Idee so gut, dass sie die 5th Line in ihre Promotionstrategie integrierten. Landesweit auf ganz großer Bühne!

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Was für ein Erfolg für drei Hockeyverrückte Jungs aus Columbus.

Dass die Kreativität bei Matthew ein zuhause hat, hat er ja schon bewiesen. Aber sein aktuelles Projekt kann sich auch sehen lassen.

Matthew hat in Columbus einen Klamottenladen. Was verkauft er da? Selbsdesignte T-Shirts und Pullis. Der Clou: Sie alle sind lokal und lokal-sportlich antizipiert. Matthew ist allgemein sportbegeistert. Basketball (Cleveland Cavaliers), Baseball (New York Yankees) oder Football (Cincinatti Bengals) zählen zu seinen großen Interessen. Und diese Liebe verewigt er auf T-Shirts und verkauft sie in seinem Shop „Lamp Appereal“.

Der Laden boomt. Die Menschen lächzen nach lokalen Statements. Gerade Ohio, der ja jetzt nicht in aller Welt bekannt ist, hält was auf sich. Es ist diese „Dorf“-Gemeinschaft. Wir gegen den Rest der Welt. Das ist in etwa auch die Mentalität des Eishockeyteams, wenn man sich gegen Big Towns wie New York, Boston oder Los Angeles schlagen muss.

Das ist sympathisch und animiert zum Mitmachen. Auch als Deutscher. Ich habe mich bereits in einige Shirts verliebt. Und ja, man versendet gerne auch bis Germany!

Am Ende unseres Skype-Gespräch, stellt Matthew in Aussicht, dass er heute noch viel vorhat. Umzugskartons packen, zum Beispiel. Sein Shop zieht um. In Flughafennähe. Da hat er dann „seinen“ Laden und muss nicht wie hier monatlich was abdrücken, dass er seine Shirts verkaufen darf.

Der Businessplan für Matthew steht. Voll auf Kreativität und offene Möglichkeiten in alle Richtungen.

 

https://www.lampapparel.com/

 

Bären Neuwied 18/19 / Ligeneinteilung

von Frank Göbel

Die Bären Neuwied haben endlich Sicherheit gegen wen, und wo sie in der Saison 18/19 antreten werden. Die Regionalliga wird erst einmal in Deutschland stattfinden. Vor ein paar Wochen wurde ein Gerücht laut, das man mit der BeNe-League fusionieren möchte. Eine Liga die Teams in Belgien und den Niederlanden beherbergt. Eine auf der einen Seite tolle Idee, auf der anderen aber müssen Teams wie eben die Bären Neuwied mal eben nach Den Haag. Da eskalieren dann mal schnell die Kosten für Auswärtsfahrten.
Nun bleibt fast alles beim alten. Aus 32 Vorrundenpartien werden 36. Das Mitstreiterfeld: EG Diez-Limburg, Luchse Lauterbach, Soester EG, Dinslakener Kobras, Hammer Eisbären, Ratinger „Ice Aliens“, Neusser EV, Herforder EV und die 1b-Mannschaft der Löwen Frankfurt, die als Aufsteiger aus der Hessenliga antreten.
Eine Enttäuschung musste Carsten Billigmann, der GM der Bären Neuwied, hinnehmen was seinen eigenen Unterbau (1b) angeht. Die neuformierte Mannschaft, die zum Großteil aus U-19 Spielern besteht, wurde nach Abfrage aller Vereine der Bezirksliga abgelehnt.
Nächste Ausfahrt wäre dann hier die Hessenliga.
Alles in allem ist man froh, das die BeNe-League Pläne erst einmal vom Tisch sind. Nächsten Sommer könnte es aber ernst werden. Jetzt heisst es erst einmal das Sommertraining überleben. Der Saisonauftakt auf dem Eis kommt schneller als man glaubt!

Ovechkin / Einer von uns?

von Frank Göbel

In diesen Tagen sind wir irgendwie alle Alexander Ovechkin. Der Stanley-Cup endlich an seiner Seite zu sehen, tut allen gut. Es waren lange 13 Jahre, die er warten musste, um ihn zu bekommen. Allzu oft ging der Pokal an die Konkurrenz aus Pittsburgh, Chicago oder Los Angeles. Das das Team um den Ausnahme-Forward nun die Berechtigung zur Dauerparty hat, ist völlig ok. Vor der Saison hätte niemand, aber auch wirklich niemand gedacht, dass es zur Finalpaarung Las Vegas versus Washington kommen würde. Umso schöner, das man sich im durchkalkulierten Profisport doch mal gehörig irren kann.
Und schon oben genannter Ovechkin kommt uns, also dem gemeinen Volk, näher als wir dachten. Ovi trinkt aus dem Cup, wie es viele Fans machen würden, er macht ein Flashmob im örtlichen Brunnen und übt Freischwimmer oder tänzelt volltrunken vor dem Grill im Garten.
Endlich, will man rufen. Endlich gibt es mal einen Spieler in diesem knallharten Millionengeschäft, der mal eskaliert. Und das auf ganz sympathische Art und Weise. Wie du und ich. Würde ein Sidney Crosby oder ein Patrick Kane sowas machen? Wohl kaum.
Es ist diese persönliche Seite, die uns ein Stückchen näher an ihn ranbringt.
Deswegen sollten wir uns alle diesen Sommer ein Ovechkin-Shirt zulegen. Mindestens.

 

Köln vs. Essen / Topspiel Deluxe

von Frank Göbel

Wenn ich mit meinem Papa telefoniere, und das kommt jetzt nicht so oft vor, dann weist er mich um diese Jahreszeit immer höflich darauf hin das „bald wieder Eishockey-WM sei“. Die ansteigenden Themperaturen draußen sind für ihn immer sicherer Indikator, das bald wieder um die Krone des Welt-Eishockeys gekämpft wird. Schön, wenn es Menschen gibt, die Aufgrund der Thermik wissen, was sportlich so läuft.

Die wohltuenden Grade draußen sind aber nicht nur Anhaltspunkte für die Weltmeisterschaft. Es heißt auch, das es im Skaterhockey so langsam richtig los geht. Viele Eishockeyligen sind beendet und es gibt nicht wenige Fans, die während der warmen Monate, mal die Sporthalle in der Nähe besuchen um Skaterhockey zu sehen.

Heute bin ich in Köln. Hier ist die Saison aus der Eishockeysicht schon lange beendet. Ein Stürmer verklagt sogar gerade den KEC wegen Vertragsbruch. Diese Saison war für die Haie, wie das aktuelle Album von Revolverheld: Überschaubar. 

 

Aber diese unschönen Umstände sollen uns heute mal schnuppe sein. Skaterhockey ist angesagt und somit kommt es schon früh in der Saison (Wir haben den 7. Spieltag) zum Top-Spiel: HC Köln Rhinos gegen den SHC Essen Rockets.

Kölsch gegen Stauder

Karneval gegen Kumpel 

Dietmar Bär gegen Henning Baum

Fühlinger See gegen Baldeneysee

Kölsche Jung gegen:

 

Grubenhelden : „Steigerlied“- Live im Bahnhof

 

(Das Video wurde uns freundlicherweise von „Grubenhelden“ zur Verfügung gestellt)

 

Vierter gegen Dritter. Das muss jetzt aber reichen.

Die Halle ist gut besucht, die Spieler sind ready for Take-Off!

 

Beide Teams starten mit einer sehr guten und konzentrierten Verteidigung. Das hat natürlich zur Folge, das es nicht wirklich Torraumszenen gibt. Schüße aus der zweiten Reihe sind das höchste der Gefühle. Aber auch die können zum Erfolg führen. Robin Weisheit mit einem Schlagschuß und der Fehlerquote einer Henne beim Eierlegen: Null.

Für Essens Goalie Jacob Theis gab es hier mal gar nichts zuhalten.

Eine doppelte Überzahl brachte dann den Ertrag für tolle Kombinationen für die Gäste. Damian Schneider, der sein starkes Spiel Spiel mit einem tollen Schuß krönte. 1-1. Aber die Rockets starteten jetzt so richtig durch. Der flinke Marsall mit einem Ovechkin-Sniper. 1-2. Spiel gedreht und immer noch nicht genug. Danny Albrecht, der in der 5. Minute noch einen Strahl von Schuß ins Gesicht abbekam, netzte im Fallen ein. 1-3.

Wo waren eigentlich die Rhinos?! Keine Response. Kurz vor Schluß kassierte man sogar noch die gelbe Karte und 10 Minuten für Kai Eßer.

Das zweite Drittel begrüßte die Kölner wieder in diesem Spiel. Wesentlich besser eingestellt als die ersten 20 Minuten. Wenn es auch mehr Einschußmöglichkeiten gab, so kam jetzt Essens Torwart Theis richtig ins Spiel. Sensationell was der im zweiten Drittel hielt. Ein wenig zog er damit den Kölnern auch den Zahn, die daraufhin ein wenig konsterniert wirkten

 

Dann der Breakaway von Essens Schneider. Auf dem Weg zum Tor wird er noch gefoult, was ihm aber egal ist und er unermüdlich weiterzieht und sein zweites Tor macht. 6 Minuten später umfliegt er den Kölner Torwart, bricht sich fast den Hals und macht trotzdem noch das Tor. Geiler Typ. Aktuell Herz und Seele deur Raketen. Wenig später versucht er noch einen abgefälschten Ball einzuköpfen. Der personifizierte Wille. Essen ohne Schneider ist wie der Baldeneysee ohne die weiße Flotte.

5-1 und Essen war jetzt richtig warm. Die Reihe um Dominik Luft, Marsall und Albrecht brillierten sich durch die Abwehrreihen. Köln dann aber doch noch mit dem Verlegenheitstor in der 37. Minute durch Holzapfel. 5-2 nach 40 Minuten.

Im letzten Drittel wollte es Essens Verteidiger Flo Breves wissen. Mit einem Onetimer, der sicherlich den Mond erreicht hätte, netzte er zum mittlerweile sechsten Treffer ein. Kurz darauf aber wieder die Antwort der Kölner. Robin Weisheit stellt den alten Rückstand wieder her. Und jetzt lies die Konzentration bei den Gästen nach. Den Rhinos fehlten aber sprichwörtlich die Ideen um Theis im Rocketskasten zu überwinden. Und so machte Schneider (heute 4 Tore) und Marsall den Sack endgültig zu. 8-3.

 

Essen heimst hier einen fast nie gefährdeten Auswärtssieg ein. Köln konnte auf die frühe Führung nicht aufbauen und gab das Spiel aus den Händen.

Insgesamt war es aber ein unterhaltsames und faires Spiel. Die ein oder andere Ungereimtheit mit Schiri-Entscheidungen dürfen natürlich nicht fehlen. So weit ich weiß, wird ein Spiel abgepfiffen sobald der Ball die Decke berührt. Oder man hat die Regel geändert. Wer weiß das schon.

 

Es war trotzdem ein toller Hockeyabend in Köln-West.