NHL Global Series – Ein Bericht aus Kölner Gefilden

von Diana Jansen

Am 3.10. gastierte die NHL zum Freundschaftsspiel in der Kölner Lanxess-Arena und brachte den 18.400 Fans einen Hauch NHL-Glamour aufs heimische Eis. Dabei lief allerdings nicht alles rund und das uns bestens bekannte Spiel wirkte wie aus einer anderen Welt.

Nur wenige Tage zuvor kündigten die Haie die „Fan Tour“ an. Neben einem digitalen Stanley Cup und einer Fotobox im Spielerbankdesign wurden ein mobiles Museum der Hockey Hall of Fame, eine Anlage zur Schussgeschwindigkeitsmessung und vieles mehr rund um die Arena versprochen. Vor Ort angekommen handelte es sich allerdings um 4 kleine Zelte auf der Südseite.
Für uns die sowieso für das Spiel da waren war es einfach nur eine Zeitverschwendung, für die nur deswegen angereisten vermutlich eine herbe Enttäuschung.

Gegen 14.00 Uhr gingen dann die Türen auf. Mit nur drei „Fanshops“ in unmittelbarer Nähe zueinander -und nur einer hatte wirklich alle Sonderartikel- artete dies bereits nach unter zehn Minuten in einer Einlasssperre aus. Mehrere Faktoren kamen hier zusammen:
1. Die ungünstig verteilten Fanshops am Eingang Nord inklusive fehlender Beschriftung/Information, wo man nun was kaufen konnte
2. Die Tatsache, dass die Türen in den Innenraum der Arena noch mehr als 20 Minuten nach Einlass geschlossen blieben.
3. Die schiere Masse an Menschen.
4. Mangelhafte Security-Leistung inklusive dem Einlass von Personen mit offiziell verbotenen Rucksäcken.
5. Die mangelhafte Organisation der Bereiche um die Fanshops.
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Innerhalb von Sekunden war der Bereich brechend voll und es gab kaum noch ein Durchkommen. Obwohl es nicht mehr weiter ging wurde man einfach rigoros von hinten weiter geschoben. Handtaschen wurden ohne Rücksicht auf Verluste mitgerissen, wenn man sie nicht fest umklammerte. Menschen drückten sich durch jede Lücke, um bloß an allen anderen vorbei als erstes vorne zu sein, um sich dann doch nur eine Mütze zeigen zu lassen und sie nicht zu kaufen. Dass -vom worst case ausgehend- keine Panik ausgebrochen ist oder ein Kind umgelaufen/von seinen Eltern getrennt wurde war das einzig Positive. Meine Begleitung und ich hatten uns wohlweißlich getrennt um Fanartikel zu kaufen, und nach mehr als 30 Minuten im Fanshopgetümmel fanden wir erst wieder zusammen. Irgendwann hat die Security auch mitbekommen, dass da einiges schiefläuft und eine „Einbahnstraße“ eingerichtet, an die sich aber natürlich keiner gehalten hat. Der Durchgangsverkehr wurde über den Innenraum gelotst, der Fanshop sollte nur noch von einer Seite „betreten“ und auf der anderen Seite verlassen werden. Letzteres war scheinbar für die Anwesenden zu viel, und so drängte man sich einfach weiterhin da durch, wo man eben grade langwollte.
Selbst nach der ähnlich frequentierten WM 2017 war das ein Erlebnis anderer Art. Es wäre meiner Meinung nach sehr viel sinnvoller gewesen, die Fanartikel auf weitere Stände innerhalb der Arena zu verteilen (ähnlich der Stände an normalen Spieltagen) und weiter aufzuteilen, um so die Massen einfach mehr zu entzerren. Einige, mit denen ich gesprochen habe, haben die Situation ähnlich empfunden und entweder aufgegeben, bevor sie etwas kaufen konnten, oder waren heilfroh, wieder aus der Masse raus zu sein, nachdem sie alles hatten.

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Qualitativ und auch preislich sind die Artikel in Ordnung. Sonderschal 20, Sweatshirt von guter Qualität 55 und ein T-Shirt 25 Euro. Außerdem im Sortiment waren Pucks (10 Euro), zwei verschiedene Trikots ohne Namen/Nummer (authentic 170, sonst 110 Euro), T-Shirts von Dreisaitl und McDavid (ca 30 Euro), Schlüsselbänder/Lanyards (10 Euro), Mützen (25 Euro), Minischläger und noch mal Kinder- und Damenvarianten der T-Shirts. Für jeden war eigentlich etwas dabei und man konnte über die Auswahl wirklich nciht meckern.

Nun aber zum Rest der Gaudi:
Man merkte, dass die NHL nicht nur zu Gast war, sondern fast schon das Sagen hatte. Jeder zweite Spot auf dem Videowürfel war entweder ein Werbevideo

IMG_4675_Fotorder Oilers oder der NHL. Vier mal pro Drittel gab es eine Werbeunterbrechung. Positiiv fand ich den Einsatz zweier deutscher und zweier NHL Schiedsrichter. Außerdem war es einfach zu niedlich, wie die Bambinis auf dem Eis Spalier stehen und die Spieler abklatschen durften. Das Vorgeplänkel -Puckdrop, Trikottausch, Nationalhymne und alles, was dazu gehört- war für meinen Geschmack etwas in die Länge gezogen.

Das Spiel selber war schon ein anderes Kaliber als ein DEL Spiel. Man sah, dass die Oilers gewohnt sind, dass die Schiedsrichter mehr durchgehen lassen. McDavid war irre schnell und ab und an haben sie den Haien gezeigt, wie schnell sie wieder in Führung gehen können. Natürlich haben sie nicht mit 100% Leistung gespielt, dann hätte das Ergebnis deutlich anders ausgesehen. Aber es reichte für schönes Eishockey auf beiden Seiten. Abgesehen von einer kurzen Prügelei verlief es auch recht friedlich und fair.
Mangels Erfahrung in Sachen NHL kann ich die Spielweise der Oilers nicht weiter bewerten, aber bei den Haien war durchaus ein anderes Bild im Vergleich zur Saison zu sehen. Wie so oft war das erste Drittel eher mau, auch wenn gute Chancen dabei waren und sich das Spiel halbwegs ausgewogen in allen Dritteln abspielte. Im zweiten Drittel kam dann der Biss, der so oft in der Saison fehlt. Es wird nachgegangen, der Puck weniger einfach schnell draufgeballert. Ab und an war auch tatsächlich nicht das übliche tausendfache hin- und herpassen im Stehen vor dem gegnerischen Tor zu sehen sondern überlegtere, einfachere Angriffe, die am Ende der regulären Spielzeit zu einem durchaus ansehbaren 3:3 führten. Auch in Overtime war das Spiel nicht schlecht; allerdings machten die Oilers irgendwann einfach kurzen Prozess.

 

Als Gesamtbild betrachtet ist es deutlich, dass in der Organisation abseits vom Eis noch einiges ausgebessert werden muss. Natürlich kann man hierzulande kaum bis gar nicht mit einem NHL-Team mithalten, aber verstecken muss man sich zumindest im Rahmen eines Freundschaftsspieles nicht, solange man nicht vergisst, dass die andere Mannschaft nicht mit voller Leistung spielt und das Endergebnis deshalb nicht unbedingt repräsentabel ist. Spieltechnisch sollte man an diesen Tag anknüpfen und das eigene Spiel weiter ausbauen, um die Saison nicht völlig in den Sand zu setzen.

Sollte irgendwann im Rahmen der Global Series ein NHL-Team in Deutschland gastieren, würde ich noch mal hingehen. Neben allem Negativen bleibt eben doch noch der Spaßfaktor, und der war bei diesem Spiel -aus meiner Sicht- definitiv gegeben.

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Dump and Chase / Die Rettung des Prints?!

von Frank Göbel

 

Fast jeden Morgen am Bahnhof das gleiche. Man steht vor dem Kiosk um noch ein Kaffee für 2,99€ oder ein Puddingteilchen vom Vortag für nur 3,99€ zu kaufen. Unweigerlich fällt der Blick auf die Zeitschriften. Und uns Eishockeyfans blutet dann das Herz, das es 7 verschiedene Angelzeitschriften, 3 Modelleisenbahn-Magazine und 2 Surfhefte gibt.

Und Eishockey?! Lediglich die „Eishockey News“ sticht mit ihrer wöchentlichen Berichterstattung heraus. Aber da hakt es auch schon. Es geht im Großteil „nur“ um Spiele des vergangenen Wochenendes. Oft sind es Meldungen, die wir um sozialen-medialen Zeitalter eh schon gesehen, gelesen und weggescrollt haben. Selbst Zusammenfassungen der Rostocker Piranhas kriegt man über Youtube, oft noch am selben Abend.

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Wir als „Bully“ versuchen immer, investigativen Amateur-Journalismus an den Tag zu boxen. Das ist reines Hobby, das man sich Sonntag um 21:00 in die Eishalle setzt und ein Beer-League Spiel kuckt um davon zu berichten. Fernab von Glitter und Glam.

Was braucht Eishockey-Deutschland also?

„Ein Printmagazin…?!“

Sehr gut.

„Aber physische Ausgaben sterben doch aus und es kauft auch niemand!“

Jein. Das ist die allgemeine Haltung gegenüber Printmedien. Das Papier gewinnt seit einiger Zeit aber wieder an Gewicht (Nicht nur, wenn es nass wird). Informationen am Bildschirm werden schnell überflogen und weggedrückt. Und damit vergessen. Halte ich jedoch ein Magazin in der Hand, beschäftige ich mich schon damit.

Ich bin beim digitalen Blätterwald-Rundgang über DNC-Hockey gestolpert. „Dump and Chase – Hockey“ sind 3 Jungs aus Frankfurt und möchten Eishockey am Kiosk wieder etablieren. Bewusst werden hier keine Spielberichte erscheinen. Es geht um tiefgründige Reportagen. Z.B. Wie läuft das Eishockey in Mexico ab? Wie schaffen es Eishockey-Eltern alles zu organisieren?

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Sprich, Themen, die man so nicht vermutet, aber einen dennoch interessieren würden.

Das Magazin soll im alle 2 Monate herausgebracht werden. Präsentationen bei der DEL und Verbindungen zu einigen Printhäusern sind erbracht. „Die DEL findet das Projekt sehr spannend!“, gibt Stefan zu Protokoll. Anzeichen, dass man hier einen Fuß in die Tür bekommen kann.

Logisch, dass man so ein Projekt nicht aus der eigenen Hosentasche heraus finanzieren kann. Hierzu gibt es eine Crowd-Funding-Aktion (ganz digital). Ein sehr erfolgreiches Mittel um Cash-Flow für ein Projekt zu generieren. Jeder der will, kann „spenden“. Oder es auch sein lassen. Wer also bald ein Starkes und spannendes Eishockeymagazin am Kiosk sehen möchte, sollte sich hier beteiligen!

Immer noch besser als laschen Kaffee oder labberige Puddingteilchen zu kaufen.

 

Zur Crowdfunding-Aktion:

https://www.startnext.com/dump-and-chase

 

Zur Homepage:

http://www.dump-and-chase.com/das-magazin/2

Henrik Lundqvist: Der Weltklasse-Torhüter und seine verzwickte Situation bei den Rangers

von Timo Helfrich

 

Henrik Lundqvist ist schon ein ganz besonderer Spieler, der seines Gleichen sucht. Ich glaube es ist nicht wirklich vielen bekannt, dass der Schwede im Jahr 2000 erst in der siebten Runde an 205. Stelle gedraftet wurde.

Spieler, die soweit hinten im Draft gezogen werden, schaffen es in der Regel nicht oft mit Ihren überragenden Leistungen in die Geschichtsbücher. Auch sind diese meist keine Franchisespieler und führen schon gar nicht ihr Nationalteam im Alter von 23 Jahren zum Olympiasieg (2004 in Turin) und dreizehn Jahre später zum Weltmeistertitel (2017). Die Erinnerungen an das WM-Finale 2017 gegen Kanada dürften für viele noch sehr präsent sein. Mit spektakulären Paraden lies Lundqvist die Kanadier Verzweifeln und führte Schweden zu einem 2:1 nach Penaltyschießen. Hinzukommen noch zwei schwedische Meistertitel (2003 & 2005), 2x Vizeweltmeister (2003 & 2004) und 1 x die Silbermedaille bei Olympia in Sotschi 2014. Ach ja, 2012 erhielt er nebenbei noch die Vezina Trophy zum besten Torhüter der NHL-Saison verliehen.

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Ja, jeder der diese Zahlen liest würde nicht vermuten, dass es sich dabei um einen Torhüter handelt, dem 204 Spieler im Draft vorgezogen wurden.

Lundqvist geht in der Spielzeit 18/19 bereits in seine 14. Saison für die Rangers. Solche
Treue und Loyalität ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.

In diesen 13 Spielzeiten konnte der Schwede mindestens 30 Siege pro Saison einfahren, mit zwei Ausnahmen. In der Lockout-Saison 12/13 waren es nur 24 Siege und in der vergangenen Saison verbuchte er nur deren 26 Erfolgserlebnisse.

Nachdem Lundqvist 2005 den Job als Startergoalie am Big Apple übernahm,
endete die sieben Jahre lang anhaltende Durststrecke der Blueshirts ohne Playoffs. Er führte das Team Jahr ein Jahr aus, mit zwei Ausnahmen in der Saison 09/10 und die verkorkste vergangene Saison 17/18, in die Postseason.
Die Rangers gehörten in diesem Zeitraum häufig zu den Anwärtern auf den Stanleycupsieg und verpassten diesen in der Spielzeit 2013-14 erst im Finale gegen die LA Kings.

Die aktuelle Situation Lundqvist’s ist leider nicht mehr so aussichtsreich. Er besitzt noch einen Vertrag über drei Jahre bis zum Ende der Saison 2020-21. Mit jährlich $ 8,5 Mio. liegt er auf Rang 2 der teuersten Torhüter hinter Carey Price ($ 10,5 Mio.).
Da sich das Team der Rangers jedoch bekanntermaßen seit letzter Saison im Umbruch befindet und Leistungsträger wie Derek Stepan, J.T. Miller, Rick Nash und Ryan McDonagh getradet hat, fragt man sich welche Rolle denn eigentlich der schwedische Ausnahmekönner in der Franchise spielen soll. Er belastet den Salary Cap mit seinem hohen Jahressalär erheblich. Die Chance mit seinen 36 Jahren nochmal ernsthaft um den Stanleycup zu spielen, ist vorerst in weite Ferne gerückt. Spätestens nach dem Weggang von Kapitän McDonagh zu Tampa Bay fragt man sich wie New York mit der aktuell verfügbaren Abwehr konkurrenzfähig sein will. Schon in der vergangenen Saison war der Abwärtstrend klar zu erkennen und Lundqvist wurde in vielen Situationen von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Mit 268 Gegentoren kassierten nur 3 Teams mehr Tore als die Rangers.
Nachdem Lundqvist‘s Backup Antti Raanta zu den Arizona Coyotes abwanderte, suchen die Rangers nach einem adäquaten Ersatz. Ein Kandidat dafür wäre der Bulgare Alexander Georgiev, welcher noch einen Entry-Level-Kontrakt im letzten Jahr besitzt und sich dementsprechend für eine neues Arbeitspapier beweisen muss. Der 22-jährige hatte bereits in der letzten Saison einige Einsätze erhalten und wusste durchaus zu überzeugen.
Die 1A-Lösung des Jobs als Backup lässt noch eine weitere Saison auf sich warten. Hierbei handelt es sich um den Russen Igor Shestyorkin, der noch ein weiters Jahr an St. Petersburg in der KHL gebunden ist. Er gilt als einer der talentiertesten Torhüter außerhalb Nordamerikas. Jedoch müsste auch er erstmal Zeit bekommen um sich in der Liga zurechtzufinden und behutsam auf die kommenden Aufgaben vorbereitet werden. Somit ist Shestyorkin durchaus zuzutrauen, dass er das Potential besitzt Lundqvist zukünftig zu beerben.

Ich möchte hier auch nochmal erwähnen, wie extrem wichtig es ist einen guten Backup im Team zu haben. Insbesondere für Lundqvist ist es unerlässlich die nötigen Erholungspausen zu bekommen. Mit 36 Jahren werden diese Erholungsphasen noch wichtiger, damit er weitestgehend von Verletzungen verschont bleibt und bei jedem Einsatz seine volle Leistung bringen kann. Ein guter Backup würde den Druck, Lundqvist zu viele Einsätze zuzumuten, erheblich reduzieren. Jede Entlastung bedeutet mehr Regeneration und erhöht somit die Leistungsfähigkeit.

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Einerseits ist Lundqvist als erfahrener Ausnahmetorhüter der beste Mentor für junge Spieler und deren Entwicklung. Andererseits hat er sicher insgeheim auch den Wunsch nochmal im Konzert der ganz großen mitzuspielen.
Zuzutrauen ist es dem Spieler mit der Rückennummer 30, dass er auch noch im Alter von 39 Jahren die Klasse besitzt und mit dem bis dahin hoffentlich wieder wettbewerbsfähigen Kader der Rangers nochmal den Run auf den Stanleycup in Angriff zu nehmen. Sollte der eingeschlagene Weg in New York des kompromisslosen Umbruchs planmäßig verlaufen, könnte eine baldige Playoffteilnahme durchaus wieder im Bereich des Möglichen sein. Wie wir wissen, erstmal in den Playoffs angekommen, ist im Eishockey alles möglich. Insbesondere dann, wenn man einen Ausnahmekönner im Tor stehen hat, der in der Endrunde bereits mehrmals über sich hinausgewachsen ist.
Sollte der Plan des Umbruchs allerdings nicht aufgehen, wären die drei verbleibenden Jahre seines Vertrags in New York verlorene Zeit.
Lundqvist muss sich gut überlegen, ob er einen Wechsel zu einem potentiellen Anwärter auf den Stanleycup in naher Zukunft vorzieht oder den riskanten Weg des Umbruchs bei den Rangers weiter begleitet. Interessenten gäbe es sicher genügend, die den Schweden gerne in ihren Reihen sehen würden. Aber wer kann sich die Rangers ohne Lundqvist vorstellen? Ich ehrlich gesagt nicht.

Einen Meilenstein wird der Schwede auf jeden Fall so oder so noch erreichen. Mit aktuell 431 Siegen rangiert Lundqvist auf dem 8. Platz der meisten Torhütersiege in der NHL. Da nur noch Roberto Luongo (471 Siege, aktuell 4. Platz) als einziger noch vor ihm platzierte aktive Torhüter ist, wird er in dieser Liste noch einige Plätze nach vorne rücken. Er wird bereits in der kommenden Saison u.a. die Legenden Terry Sawchuk (445 Siege) und Curtis Joseph (454 Siege) einholen. Auch der aktuell drittplatzierte Ed Belfour mit 484 Siegen sollte definitiv machbar sein. Somit wäre eine Platzierung auf dem 3. oder 4. Platz das Resultat am Ende seiner glanzvollen Karriere. Nur Martin Brodeur (691 Siege) und Patrick Roy (551 Siege) sind aller Voraussicht nach für ihn uneinholbar.
Hier möchte ich noch eine sehr bemerkenswerte Leistung des Schweden anbringen. Lundqvist ist als einziger Nicht-Kanadier unter den ersten 13 Plätzen in dieser Kategorie vertreten.

Ich glaube bei seiner Vita würde ihm jeder Eishockeyfan die Daumen drücken, damit er im Herbst seiner Karriere noch einmal die Chance erhält um diesen einen noch fehlenden Titel des Stanleycups zu fighten.

Timo Helfrich

Seit meiner Geburt (1983) lebe ich vor den Toren der Eishockeymetropole Mannheim.
Eishockey verfolge ich begeistert seit meinem neunten Lebensjahr und spielte seitdem selbst aktiv beim MERC im Nachwuchsbereich bis hin zu den Amateuren. Nach vielen Jahren in der Hobbyliga hing ich vor kurzem meine Schlittschuhe an den Nagel.

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Die Geschicke der Adler Mannheim verfolge ich nun seit mehr als zwei Jahrzehnten und erlebte im Friedrichspark und danach in der SAP-Arena alle Höhen und Tiefen.

Hauptsächlich interessiere ich mich jedoch für das Geschehen in der NHL.
Meine besondere Leidenschaft für die beste Liga der Welt entwickelte sich bereits in meiner Anfangszeit als die Pittsburgh Penguins mit Mario Lemieux und Jaromir Jagr (ja der spielte schon damals…) zweimal hintereinander Stanleycup-Sieger wurden. Es war die Zeit von Wayne Gretzky bei den LA Kings, Patrick Roy in Montreal und Mark Messier, Brian Leach und Mike Richter im Dienste der New York Rangers. Ich könnte hier noch viele weitere Spieler aufzählen. Aber auch die damals neue Franchise der Anaheim Mighty Ducks mit ihren beiden Stars Paul Kariya und Teemu Selanne zog mich in ihren Bann. Ja es gibt viele Gründe, die mich an der besten Liga der Welt faszinieren. Dem Thema Fazination NHL könnte ich einen eigenen Artikel widmen und würde wohl trotzdem nicht alles aufzählen können.

Mit dem Schreiben über Eishockey sammelte ich erstmals Erfahrung als ich die Spielberichterstattung meiner damaligen Hobbymannschaft übernahm. Das positive Feedback meiner Mitspieler bestärkte mich zusätzlich in meiner Entscheidung vor zwei Jahren einen eigenen Blog über die NHL ins Leben zu rufen.
Hierdurch entstand auch vor kurzem der Kontakt mit unserem Chefredakteur Frank Göbel. Ich musste nicht lange überlegen und schloss mich direkt dem Team von Bully – Der Eishockeyblog an.
Als berufstätiger Familienvater bleiben mir meist nur die späten Abendstunden um meine Artikel auszuarbeiten.
Ich freue mich meine Leidenschaft zu diesem Sport über den Blog Bully mit Euch teilen zu dürfen.

Abenteuer Hockey im Ausland / Part III

 

von Diana Jansen

 

Nach knapp vier Monaten und einigen Ups and downs endete mein „Abenteuer Hockey in Italien“ mehr als unerwartet mit einer Nachricht meiner Mitstreiterin, ob ich abends kommen würde, da es das letzte Training der Saison sei.

Fast schon geschockt und vor allem traurig, dass ich nicht teilnehmen konnte muss ich jetzt bis Anfang September ohne Hockey überleben. Was bleibt mir nun also noch anderes übrig, als ein Fazit der letzten Monate zu verfassen?

 

Nachdem ich anfangs trotz der vielen Ähnlichkeiten große Probleme hatte, mitzukommen, wurde es mit jeder Woche leichter. Natürlich bin ich immer noch Verteidiger durch und durch, aber ich verstehe den Sturm nun etwas besser. Bis auf wenige Ausnahmen wurde ich von meinen Mitspielern in den Sturm gestellt. Mit lieb gemeinten Erklärungen in Englisch und Italienisch versuchten sie auch immer wieder, mir zu erklären, wo ich zu stehen hatte. Ich verstand die Worte und auch, was ich tun sollte, doch konnte ich auf dem Feld kaum etwas damit anfangen. Es erschloss sich mir einfach nicht, und mein „Stolz“ verbot mir, einfach aufzugeben. Ich biss mich durch und passte mich den auf dem Feld präsenten Spielern an, anstatt mich an Theorien zu halten –und siehe da, es hat funktioniert! 

Da wir immer nur mit maximal 16 (und das nur ein einziges Mal) Personen trainiert haben, war es ein leichtes herauszufinden, wie die anderen spielen. So konnte ich entweder:

– einfach mitlaufen und hoffen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein oder halbwegs gute Pässe geben zu können oder

– mich in die Verteidigung zurückfallen lassen, während die anderen zum Tor liefen.

Natürlich funktionierte dieser Plan nicht immer und ab und zu stand ich auch mehr im Weg als hilfreich zu sein. Allerdings legte sich das schnell (ausgenommen Trainingseinheiten, bei denen wir 4 auf 4 ohne Wechselspieler 10-15 Minuten durchgespielt haben) und ich konnte ebenfalls ein besseres Verständnis des Positionsspiels verzeichnen. Tempomäßig konnte ich zuletzt sehr viel besser mithalten, jedoch gab es zwei oder drei Spieler, die mich immer wieder überliefen –oder in mich reinliefen. Man merkte eben, dass das Tempo der italienischen dritten Liga schon mit der ersten heimischen Liga vergleichbar war.

 

Nichtsdestotrotz wurde ich auch von (fast) allen ordentlich ins Trainings– und Spielgeschehen integriert. Regelmäßige Pässe (die ich leider nicht immer ideal aufs Tor bringen konnte), Lob und Freude als ich dann mal der einzige Glückspilz war, der den Pfosten so traf, dass es als Tor bzw. Punkt zählte, wenn kein Goalie da war. Die Bemühungen, mir die Modalitäten fürs Tor noch mal langsam und verständlich zu erklären –jede Woche gab es neue Ideen– und noch so viel mehr machten es mir einfacher, mich auch integriert zu fühlen. 

Ab und an sorgte ich natürlich für einen Lacher, wenn mal wieder eine meiner Rollen den Geist aufgegeben hatte oder ich mich über mein Unvermögen mit diesem vermaledeiten Puck aufregte. Zwei Rollen musste ich in den Frühruhestand schicken, da entweder ein rausgebrochenes Stück oder die neue eckige Form für ein komisches Gefühl beim Skaten sorgten! Und dann war da zuletzt noch die Rolle, die heimlich, still und leise gebrochen war. Ich dachte schon, ich wäre beim Rückwärtsfahren über eine Linie gestolpert, doch beim genaueren Hinsehen kam ein netter Riss zum Vorschein, der in bestimmten Positionen am Skate die Rolle zum eiern brachte.

Meine leider letzte Interaktion mit der Mannschaft war ein Abendessen des Vereins, bei dem dann auch Trainer und Vorsitz realisierten, dass sie mich an dem Abend wohl zum letzten Mal sehen würden. Auch wenn ich normalerweise (wie auch zu Hause) beim Training nicht viel gesprochen habe, merkte man schon, dass sie es auf ihre Weise schade fanden. Der Trainer lobte noch meine Passion für den Sport und dass ich mich durchgebissen hatte, und das war es dann auch schon. Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Hockeys –egal ob Eis- Skater- oder Inlinehockey– ist etwas ganz Besonderes, und das konnte ich auch hier spüren.

 

Bereue ich meine Entscheidung, den ganzen Stress mit dem Ausrüstungstransport, Zugfahrten und zuletzt einer anderen Sportvariante auf mich zu nehmen? 

Ganz und gar nicht! Auch wenn ich –nicht zuletzt auch aufgrund des hohen Altersunterschiedes– eher keine Freundschaften fürs Leben geschlossen habe, war es eine positive Erfahrung. Etwas, an das ich mich gerne erinnere. Ich habe nicht nur etwas über Hockey in einem anderen Land, sondern auch über mich selbst gelernt. Außerdem war es so etwas einfacher, meine Mannschaft zu Hause nicht ganz so sehr zu vermissen. 

Werde ich diese Spielvariante vermissen? Ein klares nein! Natürlich ist es eigentlich der gleiche Sport, aber ich kann es schon kaum erwarten, vom Flieger in die Halle zu fahren und mit einem Ball zu trainieren!

Zuletzt bleibt mir nur noch eines zu sagen: Danke! Danke Paolo für die Hilfe bei der Organisation vor meiner Ankunft. Danke Laura für deine Hilfe während des Trainings und die Möglichkeit, ab und an dein Anhängsel zu sein. Danke Stefano, dass du mich nicht angeschrien hast, auch wenn ich die Übung nach fünf Versuchen immer noch nicht verstanden habe oder nicht sofort die richtige Position im Spiel gefunden habe. Danke Flying Donkeys Empoli, dass ich –wenn auch nur für kurze Zeit– ein Teil der Mannschaft sein durfte!

Bonn vs. Düsseldorf / Not your usual Tabellenletzter

von Frank Göbel

Spiele gegen den Tabellenletzten sind auf den ersten Blick eine Möglichkeit zur Befreiung. Man hat gefühlt mehr Platz zum kombinieren und kann sich aus (persönlichen) Krisen spielen.

In der Skaterhockey Landesliga Rheinland kam es am Sonntag zu so einem Duell. Bonn Thunder erwartete den Tabellenletzten Düsseldorf Flyers. Die Cracks der Altbierstadt sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ja, man grüßt von ganz hinten. Aber, die letzten drei Partien wurden lediglich mit 4, 5 und (nur) 3 Toren Unterschied verloren. Im Skaterhockey ist das so gut wie garnichts. Darüber hinaus wissen sie, wo das Tor steht. 69 geschossenen Buden bedeuten Platz 5 in dieser Wertung over all. Da kommt es nicht von ungefähr, das sich mit Max Nolte ein Spieler der Flyers unter den Top 10 der Liga befindet.

Bonn hat am vergangenen Wochenende Moral und Teamgeist bewiesen und dem RSC Aachen alles abverlangt. Am Ende fehlte dann aber die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (4-6).

Heute werden Martin Nüse und Flo Zimmermann mit seinen Mannen alles daran setzen hier einen Heimsieg gegen Düsseldorf einzufahren und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen.

 

Pump-Up-Song:

Oasis –  „Fuckin‘ in the Bushes“

 

 

Und die ersten Chancen gehörten für wahr Düsseldorf. Allen voran Nolte, der seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellt.

Es braucht ein paar Minuten bis Bonn bissiger wird in Person von Chris Warnke und Andreas Koch. Und auch starke One-Timer von Nüse und Zimmermann bringen zunächst nicht den erwünschten Ertrag.

Da muss es über die Kombination gehen. Nüse bedient mustergültig den freistehenden Koch, der keine Probleme hat einzunetzen. 1-0. 

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Düsseldorf setzte aber immer wieder Offensive Nadelstiche.

Ein Hammer von Dennis Schmiege sollte aber erst einmal für Ruhe sorgen. 2-0.

Wir erwähnten den Max Nolte? Dieser weiß bekanntlich, wo die Hütte steht. Und so macht er nach Zuspiel das 2-1. Der erste Treffer für die Flyers. Und es kommt noch „besser“. Ein Ball, der nicht aus der Bonner Zone geschlagen wird, kommt postwendend zurück und da hat Düsseldorf auch keine Probleme. Marcus Wagner zum 2-2.

Und so zerfällt das toll aufgebaute Selbstbewusstsein von einer 2-0 Führung.

Marc Gohsen gilt im Bonner Team als Ruhepol. Und so „schleicht“ er sich in die Düsseldorfer Zone, kuckt sich den Torwart aus und markiert mit einem gefühlten Schlenzer das 3-2.

Puh. Führung zurück und erst einmal in die Pause zu. Schnaufen.

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Das mit dem Schnaufen nahmen leider einige Bonner zu genau. 5 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Wagner für Gäste mit einem Schlagschuß. 3-3.

Wie gut, das man einen Martin Nüse hat. Der kann aus fast jeder Situation Torgefahr generieren. So auch beim erneuten Führungstreffer, als er zwei Spieler aussteigen lies.

Warnke dann noch humorlos zum 5-3 war dann der Knackpunkt für die nächsten Minuten. Das Team war jetzt im Flow. Jede wollte den Ball und sich ins Spiel einbringen. Das gab viel Spielfluss und auch Torchancen.

Da machte es auch nichts, das Kramer mit einem klassischen Sonntagsschuß das 5-4 machte. Nüse und Warnke konnten im Sturm machen was sie wollten. Fast jeder Angriff brachte Torgefahr. Und sogar ein Bendikt Olbertz (Stay-At-Home Verteidiger) mischte jetzt vor dem gegnerischem Tor mit.

Warnke und Gohsen machten die Treffer zum 6-4 und 7-4.

Tragischer Held in diesem Drittel war Andreas Koch von den Bonnern. Dieser hatte gefühlt 20 Chancen. Leider ohne Fortune. Das Kopfschütteln gehörte nun zu seinem festen Reportoire. 

Das letzte Drittel wurde ebenso geführt  wie das zweite. Allerdings fing es auch so an. Nach einer zu soften Verteidigung markiert Gerrit Schneider den Anschlußtreffer für Düsseldorf (7-5).

Langer Hafer auf Nüse, der den Ball in der Luft abfängt und das Tor wie selbstverständlich macht (8-5).

Zimmermann und Jonas Rubbert machen dann noch die 10 voll. Bonn in Full Control.

Flo Zimmermann, der heute wieder eine bärenstarke machte, mit einem Schlagschuß zum 11-5. Und weil er das von links kann, beweist er uns das auch noch vom rechten Bullypunkt. 12-5.

Nüse mit einem Highlighttor zum 13-5. Wenn es läuft, dann läufst einfach.

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Koch kam dann aber doch nochmal zum Erfolg. Ein Rebound, den er eigentlich garnicht vergeben konnte. 14-5.

Und so fällt die Partie doch etwas einseitig aus. Sei es drum. Sowas darf dann auch mal sein. Und Düsseldorf?! Die waren garnicht so schlecht, wie das Ergebnis es vermuten lässt. 

Aber wenn Nüse, Warnke und Zimmermann losgelassen werden, kann sie nur schwer aufhalten.

Jetzt ist erst einmal Sommerpause. Am 16.9. erwartet man dann die Crash Eagles Kaarst zum Tanz. Das wird definitiv kein Selbstläufer wie heute.

Jetzt aber erstmal Füße hochlegen und die Sonne genießen!

 

Don’t call it Schnitzel / Bonn vs. Aachen

von Frank Göbel

 

Es gibt sportliche Zusammenkünfte, die brennen sich ins Hirn wie die Sonne am heutigen Juli-Sonntag.

Rot-Weiß-Essen gegen den Wuppertaler SV, Team USA gegen die Sbornaja oder wie heute Bonn Thunder gegen den RSC Aachen. Das ist mittlerweile ein Evergreen der Skaterhockey Landesliga Rheinland. Heute wird das nächste Kapitel dieser beiden Teams geschrieben.

Frei nach Beckenbauer :“We call it a Klassiker.“ I call it Spieltag in der Landesliga. Das ist Superlative genug.

Apropos Klassiker:

 

 

Pump-Up Song

Meliah Rage – „The Beginning of the End“

 

 

Auf Seiten der Bonner müssen unter anderem Routinier René Odenthal, Kapitän Christian Schmidt und Zaubermaus David Munde passen. Es gilt außerdem den Weggang von Chris Warnke zu kompensieren, der sich beruflich verändert hat.

 

 

Aktive Anfangsminuten von beiden Seiten. Die angenehmen Temperaturen tragen dazu bei. Aachens Urgestein Evers mit dem ersten Warnschuss.

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Die erste Bonner Möglichkeit kam von Martin Nüse, der blank auf Aachens Torfrau Schmachtenberg fuhr. Der Rebound konnte von Klemens Degle leider nicht verwertet werden.

Bonn steigerte sich und hatte weitere zahlreiche Tormöglichkeiten. Das Highlight der vergebenen Chancen hatte aber Nüse, der sich traumhaft durchsetzte, das glänzender Ende aber leider nicht krönen konnte.

Und dann kam Aachens Christoph Lux. Der aus zweiter Reihe abzog und das erste Tor markierte. Das war gelinde gesagt ein Nackenschlag, den man bis Köln hören konnte.

Das Team der Bonner brauchte ein paar Minuten um sich wieder zu fassen. Dann lief der Zug aber wieder nonstop Richtung Aachener Tor. Florian Zimmermann war hier stetiger Antreiber und gab starke Impulse an seiner Vorderleute. Nur der Ausgleich wollte nicht fallen.

Die verstreichende Zeit, addiert mit den vergebenen Chancen fingen langsam an zu wirken. Aachen konnte kurz vor Ende des ersten Drittels nochmal Druck machen. Kam aber an Torwart Kevin Wolf hier erstmal nicht vorbei.

Die Pause tat den Bonnern gut. Schnelles Kombinationshockey mit Schwerpunkt Offensive war jetzt Spielplan. Und nach dem xten Odd-Men-Rush war es Jonas Rubbert der das glückliche Händchen hatte und den Ausgleich markierte.

Zu diesem Zeitpunkt war Bonn hier tonangebend. Punkt.

Aber nur wenige Augenblicke später leistet sich die Bonner Abwehr einen kapitalen Stolperfehler und Sebastian Wiegmann hat keine Probleme einzunetzen. 

Schon wieder Rückstand, schon wieder Anrennen gegen eine gut organisierte Aachener Abwehr. Und so sehr man sich bemühte, der Ausgleich lies dieses Mal auf sich warten. Es sollte gar noch schlimmer kommen. Wiegmann und Tobias Meurer schraubten Aachens Torausbeute zur Mittte des zweiten Drittels auf 4 Tore hoch. Das saß. Und auch die Auszeit sollte keine Besserung bringen.

Man raffte sich aber noch einmal auf zu einem Angriff. Degle bediente Nüse musterhaft und da waren es nur noch zwei Tore Unterschied. 2-4 nach 40 Minuten. Da sollte was im letzten Drittel gehen!

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Und der Sekundenzeiger an der altehrwürdigen Halle hatte gerade zwei Umdrehungen hinter sich als Florian Zimmermann einen Hammer auspackte und mit seinem Sniper endlich das dritte Tor machte.

Jetzt war hier Musik drin. Auch die zahlreich erschienen Fans machten jetzt Stimmung. Jetzt war man wieder in der Partie und gewillt den Ausgleich zu schießen.

Aber die Aachener Printen wurden ihrem Ruf als Nemesis für Bonn wieder mal gerecht. Dominik Heulmanns netzte zum 3-5 ein. Wieder zwei-Tore. Motivationsprobleme? Nicht bei den Bonnern. Egal ob Nüse, Degle oder Rubbert. Sie gaben heute alles um die Torfrau der Aachener zu überlisten.

Wiegmann machte nur wenige Minuten nach dem fünften Gegentreffer noch das 6. Tor und schloss damit eine schöne Kombination ab.

3 Tore. Das wurde jetzt richtig bitter.

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Aber wie auch immer. Aufgeben war heute keine Option. Es wurde gekämpft bis zum bitteren Ende. Nüse markierte noch das 4-6. Ein sehenswerter Treffer, der aber leider nichts mehr bewirken sollte.

Auch wenn man hier 10 Tore gesehen hat, muss sich kein Torwart vorwerfen lassen, schlecht gespielt zuhaben. Aachens Torfrau Eva Schmachtenberg oder Bonns Kevin Wolf haben heute ihr Können mehrmals unter Beweis gestellt. Glück ist auch ab und zu dabei. Es gab heute zahlreiche Pfostenschüße!

Am Ende muss Bonn sich (mal wieder) vor Augen führen, das der Aufwand nicht zum Sieg gegen Aachen gereicht hat.

Aber insgesamt hat man, speziell im letzten Drittel, eine gute Teamarbeit gesehen. Auch ohne die oben erwähnten Stützen. Florian Zimmermann hat hier heute das Ruder an sich genommen. Hat oft die „Schnauze aufgemacht“ und Anweisungen gegeben. Top Partie vom quirligen Bonner mit der #66!

Nächsten Sonntag kommt Schlußlicht Düsseldorf. Mit so einer Perfomance wie heute, sollten da auf jeden Fall Punkte drin sein.