Slapshot / The return / Im Interview

von Markus Zick

„Slapshot“ – der Eishockeykultfilm der 70ger Jahre. Die Geschichte, wie Coach Reggie Dunlop die „Charlestown Chiefs“ zum Erfolg führt ist legendär. Und nun, über 40 Jahre später, tauchen die Kultfiguren wieder auf. Und wo? Na klar, im Curt-Frenzel-Stadion in Augsburg. Sascha, Martin und Florian haben die berühmten Hanson-Brüder wieder zum Leben erweckt.

Bully: Eine Frage, die ihr vermutlich schon oft gehört habt: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch als die Hansons zu verkleiden? Und wieviel Vorbereitung steckt in euren „Kostümen“?

Hansons: Wir wollten einfach diese fantastische Saison der Panther mit einer besonderen Aktion würdigen. Und dann kam uns die Idee mit den Hansons. Wir sind mit dem Film „Slapshot“ groß geworden und genau wie die Panther zählen die Chiefs die meiste Zeit eher zu den weniger erfolgreichen Mannschaften. Sie sind der Underdog, doch die Hansons schaffen es, das Publikum und die Spieler in einen Motivationsflow zu bekommen und so zum Erfolg zu führen.
Die Vorbereitung ist relativ einfach. Wir treffen uns eine gute Stunde vorher bei Martin, die Brillen sind schnell beklebt. Seit neuestem gibt es dann noch die Alufolie an die Hände – „putting on the foil“ – ganz nach dem Vorbild der Hansons. Und natürlich darf jetzt, solange wir erfolgreich sind, nichts geändert werden.

Bully: Es ging somit nicht nur um eine lustige Verkleidung, sondern es besteht tatsächlich eine Verbindung zwischen den Panthern und den Hansons.

Hansons: Genau. Kampf und Wille sind die entscheidenden Punkte. Über diese Qualitäten kommen sowohl die Chiefs, als auch die Panther zum Erfolg. Und das muss man einfach hervorheben. Die Serie gegen Düsseldorf hat das auch gezeigt – die Mannschaft mit dem größeren Willen hat am Ende gewonnen. Und jetzt brauchen wir das natürlich auch für die Spiele gegen München. Wir sind einfach ein bodenständiges Team und quasi echte Handwerker. Klar haben wir auch ein paar Gute im Team, aber ein „over-the-top“-Eishockey wie in München erwartet niemand.

Bully: Ihr seid demnach seit den Playoffs als Hansons unterwegs – gibt es schon einen Plan wie es weitergehen soll? Bleibt ihr uns auch nächste Saison noch erhalten, oder ist das eine einmalige Sache?

Hansons: Wie genau es weiter geht können wir nicht sagen. Es gibt keinen „Wenn die Panther Meister werden machen wir dieses oder jenes“ – Plan. Wir machen alles spontan. Diese Sachen sind auch gar nicht planbar, denn das entsteht alles aus den Emotionen heraus. Und das ist auch gut so! Aber wir haben die Dauerkarten für unsere Stammplätze für nächstes Jahr natürlich schon besorgt und wir werden natürlich auch in der nächsten Saison als Hansons die Mannschaft unterstützen. Dazu kommt auch noch die große Resonanz aus allen Richtungen, die uns in unserem Vorhaben bestärkt.

Bully: Da ihr es gerade ansprecht: Habt ihr mit dem Hype gerechnet?

Hansons: Nein, natürlich nicht. Also zumindest nicht in dieser Form. Die ganze Idee sollte einfach für uns eine lustige Sache sein. Und wenn wir auf dem Videowürfel oder mal im Fernsehen aufgetaucht wären, dann wäre das cool gewesen. Vor allem weil viele die Chiefs gar nicht mehr kennen. Die Alten erinnern sich oftmals, die Jungen müssen erstmal fragen oder sich informieren. Aber so sind wir zu einem verbindenden Element zwischen Jung und Alt geworden. Und als dann Magenta auch noch das Video zusammengeschnitten und mit uns das Interview geführt hat, war alles vorbei. Die Resonanz ist einfach Wahnsinn. Egal wo wir sind werden wir nach Fotos gefragt. Und das beschränkt sich nicht nur auf unser Stadion. Wir bekommen Nachrichten auch aus Köln, Düsseldorf, Mannheim, etc. Das ist wirklich unglaublich. Das Video von Magenta wurde mittlerweile über 200.000 Mal geklickt! Und nicht nur Fans reagieren. Durch unsere Plätze in der Nähe zur Strafbank gibt es auch einige Spieler, die auf uns anspringen. Marshall oder McKiernan kamen beispielsweise angefahren und haben an die Scheibe geklopft oder auf dem Weg auf die Strafbank in unsere Richtung geschimpft.

Wir bedanken uns herzlich bei den Hansons für das nette Interview und wünschen ihnen und den Panthern viel Erfolg in den restlichen Playoff-Spielen. Für alle, die das Video von Magenta Sport noch nicht kennen, einfach hier entlang:

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Crash Eagles Kaarst III fahren 10-2 Sieg bei Bonn Thunder ein.

von Frank Göbel

2:10 (1:3, 0:3, 1:4)

Ein solides erstes Drittel reichen den Eagles um aus Bonn 3 Punkte für die Landesliga Rheinland mitzunehmen. Nach dem schnellen Führungstreffer durch Butzen in der 1. Minute, konnte Bonn noch mit dem Tor durch Hinz ausgleichen.
Aber schnell erzielten Meer und der quirrlige Schmitz zwei Tore zum 1-3.
Nachdem der schon erfolgreiche Schmitz eingenetzt hatte, legte dieser im zweiten Drittel zum 1-4 nach.
Bei den Thunder lief nichts zusammen. Und die Schüsse aus der zweiten Reihe parierte Kaarsts Goalie Kranjc ohne Mühe.

Sinnbildlich die Zwei-Mann Überzahl von Bonn Mitte des zweiten Drittel. Wenig Bewegung und dann der Ballverlust an Kaarsts Unterzahlspezialist Butzen. Dieser hatte den Alleingang auf Bonns Torwart Wolf vor sich, umkurvte diesen geschickt und netzte zum 1-5 ein. Das war der Knackpunkt dieser Partie, von der sich Bonn nicht mehr erholte.
Kaarsts Nummer 87 Hormes dann noch im Powerplay mit genauem Schuß in den Winkel. 1-6.
Im letzten Drittel war Gästekeeper Kranjc im Fokus. Dieser machte aber nachwievor eine bärenstarke Partie.
Eagles Kapitän Knabben steuerte noch einen sehenswerten Treffer zum 1-7 bei. Pälike nach Zuspiel von Meer zum 1-8. Jetzt deutete vieles auf ein Debakel.
Bonns Gohsen fasste sich 3 Minuten vor Ende ein Herz und tankte sich durch und netzte noch zum 2-8 ein.
Die Gäste in Unterzahl und Konter mit Meer und Knabben. Letzterer machte es selber zum 2-9.

Einen hatten wir aber noch. Flying Eagle Schmitz macht im Alleingang seinen Hattrick perfekt.
Das war der Schlußpunkt in einer einseitigen Partie. Bonn muss jetzt in den Rhytmus kommen, um in der frühen Phase der Saison nicht den Boden zu verlieren.

Adler Mannheim gewinnen auch Spiel 2

von Timo Hilfreich

Nachdem die Adler Mannheim die erste Partie der Halbfinalserie denkbar knapp mit 1:0 gewinnen konnten, stand das Auswärtsspiel in Köln an.

Der erste Abschnitt begann sehr ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. In der neunten Spielminute konnten die Adler eine Überzahl erstmals zum Torerfolg nutzen. Gerade als Köln sich ein Übergewicht erarbeitete musste Jones wegen Hohen Stocks für 2+2 Minuten auf die Strafbank. Mr. Powerplay Markus Eisenschmid zog direkt nach einem gewonnen Bully von Kolarik ab und die Scheibe zappelte im Netz.
So ging es mit einer 1:0-Führung der Adler in die Pause.

Im zweiten Spielabschnitt gingen die Adler hellwach zu Werke und erzielten nach einem Schlenzer von Reul, den Haie-Goalie Weitzmann nur abprallen lassen konnte, durch Kolarik das 2:0.

In der 33. Spielminute standen dann die Gastgeber für 51 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, da Larkin und Akdag auf der Strafbank schmorten.
Die Haie hatten den Torjubel schon auf den Lippen als der Puck zunächst an den Pfosten ging und erst nachdem
das Tor aus der Verankerung war die Linie
überquerte. Die Schiedsrichter zogen den Videobeweis heran und entscheiden korrekterweise, dass es kein Tor war.
Als Mannheim in der 35. Spielminute wieder in eigener Überzahl ran durfte, klingelte es erneut im Kasten der Kölner.
Katic legte nach gewonnenem Bully auf Eisenschmid, der direkt den Puck auf das Haie-Tor weiterleitete und dieser von Desjardins unhaltbar abgefälscht wurde.
So ging es mit einem 3:0 für die Adler in die zweite Drittelpause.

Zunächst konnten die Gäste im Schlussabschnitt das Spiel bestimmen, jedoch merkte man den Gastgebern an, dass sie sich hier noch nicht ganz aufgegeben hatten.
In Minute 46 erlöste Hanowski nach Zuspiel von Zalewski und Müller die Haie mit dem ersten Treffer für Köln in der Halbfinalserie.
Die Lanxess-Arena war plötzlich wieder voll da und unterstützte die eigene Mannschaft lautstark.
Die Haie waren nun drauf und dran das 2:3 zu erzielen, scheiterten jedoch mehrmals knapp an Endras oder dem Torgestänge.
In der 56. Spielminute hatte Festerling das 4:1 bei einem Alleingang auf dem Schläger, wurde jedoch regelwidrig vor dem Abschluss gestört. Er trat selbst zum Penalty an und schoss an den Pfosten.
Weitzmann animierte daraufhin die Fans nochmals alles zu geben.

Nach einem Scheibenverlust der Haie leitete Reul einen Konter über Plachta ein, der Wolf mustergültig bediente und dieser nur noch zum Endstand von 4:1 für die Adler Mannheim einschieben musste.

Am kommenden Sonntag geht es wieder in die SAP-Arena in Mannheim zu Spiel 3.

5 Fragen an Nikolai Varianov (Luchse Lauterbach)

von Frank Göbel

Die Saison in Lauterbach ist zuende. Die Relegation zum Klassenerhalt schaffte man relativ locker um auch im Herbst wieder in der Regionalliga gegen Teams wie Neuwied, Herford oder Ratingen anzutreten. Großen Anteil am Klassenerhalt hatte Nikolai Varianov. Der Deutsch-Russe hatte in 35 Vorrundenspielen 18 Tore und 44 Vorlagen erzielt.

Zwischen Sommerpause und KHL Halbfinale, hatte Nikolai für Bully kurz Zeit, 5 Fragen zu beantworten.

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Bully: Kannst du dich noch an dein erstes Eishockeyspiel als Spieler erinnern? Wenn ja, wo und gegen wen?

Nikolai Varianov: Das war in Slowenien bei Acroni Jesenice in der Saison 1991/1992 gegen HC Bled. Da war ich 8 Jahre alt.

 

Bully: Wer war damals dein Vorbild?

Nikolai Varianov:  Damals war schon immer mein Vater Nikolai Varianov Sen.

 

Bully: Das hört man sehr gerne. Warum hast du dich für die Luchse Lauterbach entschieden?

Nikolai Varianov: Ein Luchs bin ich geworden, weil ich in der Mannschaft viel Potenzial gesehen habe und wollte mit meiner Erfahrung die Mannschaft weiterbringen. Und als Nachwuchstrainer habe ich die Kindermannschaften unterstützt.

 

Bully: Deine schönste Fan-Annekdote:

Nikolai Varianov: Das erste, an was ich mich erinnern kann, war ein Freundschaftsspiel für einen kleinen Jungen aus Limburg. Das war letztes Jahr im September und das hat sehr viel Spaß gemacht, mit vielen EX DEL und Nationalspielern zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Auch der kleine Junge hat sich sehr gefreut. Das war unser Ziel. (Benefizspiel für Gerrit: https://www.hockeyweb.de/lv/west/egdl-veranstaltet-benefizpartie-eishockeystars-spielen-fuer-gerrit-93552 Anm. d. Red.)

 

Bully: Wer wird in der KHL Champion?

Nikolai Varianov: Das ist eine sehr gute Frage!!!  Aber ich denke, dass es dieses Jahr endlich CSKA Moskau wird. Das haben sie sich dieses Jahr verdient.

 

 

Wir danken Nikolai für dieses Blitzinterview und wünschen eine erfolgreiche Off-Season. Und verfolgen natürlich den CSKA Moskau!

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Adler Mannheim gewinnen erste Halbfinalpartie hauchdünn

von Timo Helfrich

In Spiel eins des Playoff-Halbfinals zwischen den Adler Mannheim und Kölner Haien fanden die Gastgeber besser ins Spiel und gingen bereits nach 43 Sekunden mit 1:0 in Führung. Ben Smith erzielte das erste Tor der Serie auf Zuspiel von Denis Reul und Tommi Huhtala.
Mit diesem Ergebnis ging es auch in die erste Pause. Da beide Mannschaften aus einer kontrollierten Defensive agierten, ergaben sich nur wenige gute Einschussmöglichkeiten. Die knappe Führung ging jedoch für die deutlich aktiveren Adler in Ordnung.

Die Kölner Haie dann im zweiten Spielabschnitt deutlich verbessert.
Nach einem zunächst schwachen Powerplay schnürte Köln den Vorrundenersten minutenlang im eigenen Drittel ein. Einzig das Tor zum Ausgleich fehlte.
Adler-Trainer Pavel Gross war sichtlich unzufrieden mit dem Spiel der eigenen Mannschaft.
Erst eine Strafe für die Haie sorgte für etwas Entlastung, allerdings war das Überzahlspiel der Mannheimer alles andere als überzeugend.
So blieb es etwas schmeichelhaft beim 1:0 für Mannheim nach 40 Minuten.

Das letzte Drittel gestaltete sich ausgeglichener mit Chancen auf beiden Seiten.
Sowohl Dennis Endras als auch Hannibal Weitzmann, der heute den verletzten Gustaf Wesslau ersetzte, standen mehrfach im Mittelpunkt des Geschehens.

In Unterzahl dann in der 56. Spielminute eine zwei-gegen-eins-Situation für Köln, bei der Endras den Puck mit einer sensationellen Reaktion an das Lattenkreuz abwehrte.

Knapp neunzig Sekunden vor Schluss warf Köln nochmal alles nach vorne und ersetzte Torhüter Weitzmann durch einen sechsten Feldspieler. Mannheim rettete den Sieg über die Ziellinie.

Am Ende setzt sich der Favorit in einem hart umkämpften Spiel äußerst knapp mit 1:0 durch. Die Haie forderten Mannheim alles ab und scheitern am Ende nur am fehlenden Glück.

Spiel zwei der Halbfinalserie findet am kommenden Freitag in Köln statt.

Der Freitag / …boah, glaubse!?

von Timo Helfrich

Kölner und Düsseldorf erzwingen Spiel 7, München zieht ins Halbfinale ein.

Eisbären Berlin – Red Bull München

Der amtierende deutsche Meister Red Bull München schaffte durch einen 4:3 Auswärtssieg in Spiel sechs den Einzug ins Halbfinale.
Kastner eröffnete in der sechsten Spielminute den Torreigen für München.
In Überzahl schlugen die Gastgeber in Spielminute neun jedoch durch Sheppard postwendend zurück.
In der 14. Spielminute stellte Christensen für München auf 2:1.
Ortega hatte die große Chance per Penalty wieder auszugleichen. Allerdings scheiterte er knapp an aus den Birken.
Nach einer umstrittenen Strafzeit für Berlin befanden diese sich plötzlich In doppelter Unterzahl was zu einem Doppelschlag für München führte. Zunächst erhöhte Wolf in der 17. Minute auf 3:1 und Shugg machte in der 18. Spielminute sogar das 4:1.
Sichtlich geschockt benötigten die Eisbären bis zur 30. Spielminute um wieder neue Hoffnung durch den Anschlusstreffer von Noebels zu schöpfen.
Als MacQueen im Powerplay nach 33:31 Minuten den Rückstand auf nur noch ein Tor verkürzte, stand die Halle Kopf.
Im Schlussabschnitt peitschten die Fans ihre Mannschaft nochmal nach vorne.
Doch letztlich überstanden die Gäste aus München die Angriffe der Berliner und siegten am Ende knapp mit 4:3.
Berlin geht nach großem Kampf in die Sommerpause. München steht als zweites Team nach Mannheim im Halbfinale.


ERC Ingolstadt – Kölner Haie

Nachdem die Kölner Haie in der Viertelfinalserie bereits mit 1:3 in Rückstand gerieten, konnten sie in Spiel sechs den zweiten Sieg in Folge verbuchen und die Serie 3:3 ausgleichen.
Köln führte im ersten Abschnitt durch Tore von Oblinger und zweimal Schütz (beides Powerplay-Tore) bereits mit 3:0.
In Drittel zwei ersetzte Pielmeier Reimer im Tor der Gastgeber. Ingolstadt kam besser ins Spiel und erzielte durch Kohl den Anschlusstreffer bevor Olson in Überzahl auf 2:3 verkürzte. Der zweite Spielabschnitt gehörte ganz klar den Panthern aus Ingolstadt.
Die Haie starteten jedoch verbessert in den letzten Spielabschnitt und stellten den zwei-Tore-Vorsprung durch den Hattrick-Treffer von Schütz wieder her.
Im Anschluss war das Spiel durch viele Strafzeiten und Rangeleien sehr zerfahren.
Als Ingolstadt nochmal alles riskierte und Pielmeier durch einen sechsten Feldspieler ersetze, gelang Akeson der alles entscheidende Treffer in das verwaiste Tor zum 2:5-Endstand.
Nun geht es für Spiel sieben wieder nach Köln. Es bleibt abzuwarten ob die Haie die Serie vor eigenem Publikum gewinnen oder Ingolstadt nach zwei vergebenden Matchbällen nochmal zurückkommt.


Düsseldorf – Augsburg

Ein an Spannung kaum zu überbietendes Spiel boten Düsseldorf und Augsburg in Spiel sechs.
Die Augsburger erwischten den besseren Start und gingen im Powerplay durch Fraser in Führung.
Als Düsseldorf zum ersten Mal in diesem Spiel in Überzahl ran durfte, erhöhten die Augsburger eiskalt in Unterzahl durch LeBlanc auf 0:2.
Der erlösende Anschlusstreffer fiel in der 32. Spielminute durch Descheneau.
Die Hoffnungen der Gastgeber erstickte Schmölz jedoch im Keim und besorgte das 1:3 in der 36. Spielminute.
Wer nun dachte, Düsseldorf hätte sich aufgeben, lag weit daneben.
Zunächst gelang Barta nach 49:53 Minuten das 2:3. Da kein weiterer Treffer zunächst für Düsseldorf fallen sollte, machte Torhüter Niederberger knapp zwei Minuten vor Spielende Platz für einen weiteren Feldspieler.
Als Düsseldorf es endlich schaffte sich in der gegnerischen Zone festzusetzen, zog Marshall 52 Sekunden vor dem Ende per Schlagschuss von der blauen Linie ab und der Puck zappelte zum 3:3 im Tor der Gäste. Düsseldorf stand Kopf und das Spiel ging in die Verlängerung.
Hier standen gerade mal 36 Sekunden auf der Uhr als Descheneau in das gegnerische Drittel fuhr und eigentlich den Puck schon verloren hatte, diesen sich jedoch irgendwie wieder vor dem Augsburger Kasten zurückeroberte und Olivier Roy im Tor der Gäste tunnelte.
Die Freude kannte bei den Düsseldorfern keine Grenzen.
Am Ende ein verdienter Sieg für Düsseldorf, die im letzten Drittel einen 1:3-Rückstand aufholten und das Playoff-Aus damit abwendeten.
Es geht zum alles entscheidenden Spiel sieben nach Augsburg.

Nürnberg Ice Tigers – Adler Mannheim / Playoffs-Spiel 4

von Timo Helfrich

Am Freitagabend stand Spiel 4 der Viertelfinalserie zwischen den Nürnberg Ice Tigers und dem Vorrundenprimus Adler Mannheim auf dem Spielplan.
Nachdem die Adler die ersten drei Partien für sich entscheiden konnten, lastete auf den Nürnbergern gehörig Druck. Sie mussten unbedingt einen Heimsieg erringen um nicht vorzeitig in die Sommerpause zu gehen.

Das 1. Drittel war geprägt von vielen Strafzeiten auf beiden Seiten und so kam nie wirklich ein richtiger Spielfluss zu Stande.
Trotz der vielen Überzahlsituationen konnte dies keines der beiden Teams in zählbares ummünzen.
Trotz der vielen Strafzeiten war es zwar ein hartes aber nicht unfaires Spiel. Einzige Ausnahme in der 17. Spielminute als Huhtala von Lalonde unschön in die Bande gecheckt wurde und der Finne vorzeitig mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine musste. Es sah so aus, als ob Huhtala sich in dieser Szene am Knie verletzte. Lalonde wurde dafür nur 2 Minuten auf die Strafbank geschickt, was auf Seiten der Adler für Proteste sorgte.
Da auch dieses Powerplay zu einem der schlechteren gehörte, endete der erste Spielabschnitt torlos.

Das 2. Drittel begann wieder mit Huhtala und einem offenen Schlagabtausch, da beide Teams die Defensive vernachlässigten. So hatte u.a. Festerling (2x), Desjardins und Wolf hochkarätige Chancen zur Mannheimer Führung. Aber auch Nürnberg versteckte sich nicht und hatte ebenfalls u.a. durch einen Alleingang von Buck das 1:0 auf dem Schläger.
Als die Mannheimer wieder im Powerplay ran durften, erlöste Plachta in der 28. Spielminute die mitgereisten Fans. Lehtivuoris Schuss konnte Treutle nicht festhalten und Plachta drückte den Abpraller über die Linie.
Diese Führung hielt bis zur 32. Spielminute als Bast einen schönen Pass auf Segal spielte, der mit einem satten Schuss vom rechten Bullykreis den Ausgleich besorgte.
Keine zwei Minuten später erzielte Katic im Powerplay nach Zuspiel von Desjardins das 2:1 für Mannheim. Mit diesem Ergebnis ging es in die zweite Drittelpause.

Den 3. Spielabschnitt begannen die Adler mit einer konzentrierten Defensive und erspielten sich weitere Chancen, scheiterten jedoch immer wieder am gut aufgelegten Treutle.
Die Nürnberger fighteten um jeden Meter und man merkte ihnen an, dass sie unbedingt einen Sweep verhindern wollten.
Die Adler leisteten sich infolgedessen viele Strafzeiten und so nutzten die Gastgeber in der 54. Minute ein Überzahlspiel zum 2:2-Ausgleich. Im Getümmel vor dem Mannheimer Kasten rutschte die Scheibe irgendwie über die Torlinie. Dupuis und Bender leisteten die Vorarbeit für Torschütze Weiß.
Im Minute 56:27 kam es für Nürnberg noch besser. Reimers Schuss kurz nach der blauen Linie rauschte an Endras vorbei ins Tor. Es sah so aus, als ob der Schuss noch von einem Mannheimer Verteidiger entscheidend abgefälscht worden wäre. Der Nürnberger Freudentaumel kannte keine Grenzen und beim Blick auf die Spielerbank des Heimteams sah man ungläubige Gesichter.
Gut zwei Minuten vor der Schlusssirene startete Bast zum Konter und wurde kurz vor seinem Abschluss von Akdag gefoult. Die Schiedsrichter entschieden korrekterweise auf Penalty. Diesen setzte Bast im Anschluss an die Querlatte.
Den Nürnbergern merkte man das zurückgewonnen Selbstvertrauen an und sie konnten zunächst geschickt die Angriffe der Adler abwehren. 1 Minute vor der Schlusssirene ersetzte Trainer Gross Endras zugunsten einen sechsten Feldspielers und die Mannheimer warfen noch einmal alles nach vorne.
28 Sekunden standen noch auf der Anzeige als der Puck über Eisenschmid und Wolf den Weg zum alleingelassenen Desjardins fand und dieser freistehend Treutle zum 3:3 überwand. Das Spiel ging in die Verlängerung.

Keines der beiden Teams hatte scheinbar Lust auf eine lange Verlängerung und so spielten sie munter hoch und runter. Nach Chancen auf beiden Seiten die Verlängerung frühzeitig zu entscheiden, erlöste Reimer in der 66. Spielminute, nach einer wunderschönen Kombination über Bast, mit seinem zweiten Treffer des Abends die Nürnberger Fans.

Nachdem vor der Partie bereits viele dachten, dass die Mannheimer ohne Niederlage ins Halbfinale einziehen würden, sind diese eines besseren belehrt worden. Nürnberg erkämpft sich Spiel 5 und wird dort mit viel Selbstvertrauen antreten.
Es bewahrheitet sich einmal mehr, dass der vierte Sieg in einer Playoffserie oftmals der schwierigste ist.

Strafminuten: Nürnberg 14 – Mannheim 18
Torschüsse: Nürnberg 27 – Mannheim 44